Der „Cadet“ ist eine sloopgetakelte Zweimannjolle und nach den Vermessungsbestimmungen und den dazugehörigen offiziellen Plänen der internationalen „Cadet“-Klasse gebaut. Diese international stark verbreitete Klasse ist als Regattaboot für Jugendliche bis zum Alter von 17 Jahren anerkannt und für Wettfahrten geeignet.
Der „Cadet“ wurde von VEB Yachtwerft Berlin entwickelt und dem VEB „Am Wieker Bodden“ zur Produktion übergeben. Der Bau erfolgt aus glasfaserverstärktem Polyester im Handauflegeverfahren. Dieses Verfahren gibt die Sicherheit einer einwandfreien handwerklichen Verarbeitung. Deck und Rumpf sind fest miteinander verklebt. Im Vor- und Achterschiff sind zwei Luftkästen eingearbeitet, die den „Cadet“ unsinkbar machen.
Sämtliche Beschläge sind aus nichtrostendem Stahl gefertigt. Das gesamte laufende Gut ist aus Dederontauwerk hergestellt. Mast, Großbaum und Spinnakerbaum sind aus Nadelholz.
Zum Boot werden mitgeliefert:
| Länge über Alles: | 3,22 m |
| Breite ohne Scheuerleiste: | 1,27 m |
| Tiefgang ohne Schwert: | 0,16 m |
| Tiefgang mit Schwert: | 0,76 m |
| Masse des Körpers mit allen festen Beschlägen: | 54 kg |
| Großsegel: | 3,87 m² |
| Fock: | 1,26 m² |
| Spinnaker ca.: | 4,60 m² |
Hersteller: VEB „Am Wieker Bodden“ DDR 2362 Wiek/Rügen
Exporteur: UNION außenhandelsgesellschaft mbh für metallwaren und sportartikel, DDR 108 Berlin · Postfach 1203
Druckvermerk: 110911-3-4 Cb 40/72
Der Prospekt zeigt eine Fotografie der Jugend Jolle „Cadet“ unter Segel auf dem Wasser. Zwei Personen segeln das Boot, das mit gesetztem Großsegel und Fock abgebildet ist. Auf dem Segel ist deutlich die Klassenkennung „J“ sowie die Segelnummer „C 5″ zu erkennen. Das Boot präsentiert sich in klassischer Jollenform mit weißem Rumpf.
Dieser Prospekt aus dem Jahr 1972 dokumentiert die Produktion der international anerkannten Cadet-Klasse in der DDR. Die Jolle war speziell für den Jugend-Regattasport konzipiert und wurde nach den strengen Vorgaben der internationalen Klassenvereinigung gefertigt. Die Verwendung von GFK im Handauflegeverfahren sowie die integrierten Luftkästen als Auftriebskörper zeigen den damaligen Stand der Bootsbautechnik im volkseigenen Betrieb auf Rügen.
| Papierart | normal |
|---|---|
| Format | Prospekt |
| Fundort | Bernhard Lehmann |
| Keine Einzelausgaben erfasst |