Navigare jocosum est! Schneidig gebaute Jachten, Schaluppen, Kutter und Schoner schaukeln sich in unseren Häfen der Nord- und Ostsee, beleben die Flußmündungen und regen zum Segelsport an! Selbst bei Berlin befinden sich Flotten von fast Hunderten von Booten, Jollen, kleineren und größeren Jachten versammelt.
Wie sieht es aber sonst in unseren herrlichen Binnengewässern aus, die es an Schönheit mit allen Seen und Becken der Welt aufnehmen können?
Man sehe die prachtvollen wellenbewegten Flächen der masurischen Seen an, man fahre durch die waldumkränzten Gewässer Mecklenburgs und man wird außer einigen Fischerkähnen und hier und da einigen Booten im Müritzsee sich vergeblich nach einem Segel umsehen, das seine Taubenschwingen in den klaren Fluten spiegelt.
Unbegreiflich für den, der in den frischen Brisen der Sommer- und Herbstwinde seine Nerven stärkte, der im schnellen Fluge auf den schaumgekrönten Wogen das trübe Getriebe der kränkelnden Welt abschüttelt! Solch eine Wasserratte kann nicht begreifen, wie jemand, der an den herrlichsten Ufern der Erde wohnt, an allen den Schönheiten vorbeigehen kann und Möwen und Enten es überläßt, sich auf den Wassern zu tummeln! Vielfach kommt es daher, daß Menschen, welche den edlen Sport nicht kennen, in der Tat lieber beim öden Skat oder dem noch öderen Seidel sitzen, statt Gottes herrlicher Natur ihre Geheimnisse abzulauschen.
Wie singt Byron:
„Die liebste Mutter ist mir doch Natur,
Wie lieblich ihre Züge sind!
Mir lacht sie stets, ob Tag, ob Nacht verinnt,
Obwohl ich sie belauscht, wie keiner tat,
Und ihr in ihrem Zorn am liebsten bin genaht.“
Die Natur in ihrem Zorne kann man nirgends besser studieren, als auf den schaukelnden Wogen! Hiervor fürchten sich die Landratten! Sie glauben, daß das Segeln auf weiteren Seen dem Gebaren eines Selbstmörders zu vergleichen sei! Allerdings wird der Laie, der nie eine Schote in der Hand hatte, beim ersten Sturme oder beim Einsetzen einer Bö sein Gefährt in Gefahr setzen!
Aber ebenso, wie der Seemann nicht ohne Bedenken einen Vollblüter besteigen wird, um nicht einen gefährlichen Sturz zu riskieren, so wird sich auch der Anfänger nicht an die Führung eines größeren Fahrzeugs wagen, bevor er nicht eine Schule durchgemacht hat.
Unsere Aufgabe soll es in diesem Buche sein: die Lust zum Segelsport anzuregen, den Anfängern und Laien durch unsere Belehrung einen Begriff von dem ihnen unbekannten Sport zu geben, indem wir den Leser in die Geheimnisse der Dinge einweihen, um ihn Schritt für Schritt zu dem herrlichen Treiben „fit“ zu machen.
Steglitz, Mai 1901.
Die Verfasser.
| Papierart | normal |
|---|---|
| Einband | Leinen - farbig |
| Format | Handbuch |
| Ausgabeart | Hardcover |
| Fundort | Klassik-Boote |
| Buch-ID | 13 |
| Notiz | Mit Bilderschmuck von Marinemaler Willy Stöwer. Einem Beitrage von Regierungsbaumeister B. Wehl und weiteren 65 Abbildungen und 1 Tafel von den Verfassern |
| Keine Einzelausgaben erfasst |