Führer für Ruderer, Segler und Dampferbesitzer
Vorwort
Wiederholt durch viele Sportsgenossen aufgefordert, die seiner Zeit für den „Verein der Touren-Ruderer-Berlin“ zusammengestellten, aber bald vergriffenen „Wasserentfernungen“ aufs neue herauszugeben, habe ich mich zu dieser Arbeit nach langem Besinnen nun doch entschlossen, zumal der obengenannte Verein, dessen Mitbegründer und aktives Mitglied ich bin, in diesem Jahre sein 10-jähriges Bestehen feiert. Ihm sei dieses Werk vor allen Dingen gewidmet! Mögen die lieben alten Freunde beim Lesen der einzelnen Touren so herzliche Freude im Gedenken an manche schöne gemeinsame Fahrt empfinden, wie sie mich während des Arbeitens an denselben durchdrungen hat!
Beim Hineinvertiefen in die Sache ist mir freilich das Ganze über den ursprünglich beabsichtigten Rahmen hinausgewachsen, doch, wie ich annehme, zum Vorteile meiner
Sportskameraden. Wer statistische Arbeiten kennt, wird einigermassen diese Aufgabe beurteilen können. Sind auch hier und da Fehler unterlaufen, so bedenke man, dass
dieses bei jeder, wenn auch noch so sorgfältig ausgeführten Messung, namentlich der vielfach gewundenen Wasserläufe, sowie bei dem oft noch sehr mangelhaften Kartenmaterial (selbst die Generalstabskarten sind nicht ganz zuverlässig) sehr leicht möglich ist. Ich würde meinen Kameraden zu vielem Danke verpflichtet sein, wenn sie mir solche Ungenauigkeiten gütigst mitteilen wollten, damit ich dieselben eventuell später berichtigen könnte; auch Erweiterungen des vorliegenden Werkes werden mit bestem Danke entgegengenommen.
Kurze, zweckdienliche Notizen und Beschreibungen lasse ich jeder Zusammenstellung unserer Entfernungen vorausgehen. Ich hoffe den verehrten Sportsgenossen in
denselben das Wichtigste über die Orte selbst, vor allen Dingen in Bezug auf gute und billige Gasthäuser, Nachtlogis, Eisenbahnverbindung, Unterkommen für das Boot u.s. w. in kurzen Worten gegeben zu haben. Als Quellen zu diesen Angaben wurden benutzt: „Wanderung durch die Mark Brandenburg“ von Th. Fontane; „Märkische Streifzüge“ von A. Trinius; „Führer auf den deutschen Schifffahrtsstrassen“, Berlin, Lithographisches Institut; „Handbuch der Erdbeschreibung und Staatenkunde“ von Dr. K. F. Rob. Schneider und Fr. Ed. Keller. Auch die unter den Touren angeführten Führer und die Beschreibungen einzelner Partien im „Wassersport“ lieferten mir einige vortreffliche Winke.
Ausser oben angeführten Quellen bin ich aber vor allen Dingen den Herren, welche mich bei dieser Arbeit mit Rat und That unterstützt haben, zu grossem Danke verpflichtet. Ich kann nicht umhin, namentlich den folgenden Herren E. Abshoff-Münster i. W., A. Bion-Köpcnick, C. Blencke-Calbe a. d. S., Th. Böttiger-Berlin (Erkner), F. Buch-Brandenburg a. d. H., M. Dietrich, Calbe a. d. S., R. Geschke Berlin (T.-R.), Br. Günther-Leipzig. F. Hennecke-Waren, Ed. Kittler-Thorn, F. Klimitz-Charlottenburg, W. Korb-Biebrich a. Rh., M. Lappe-Berlin (T.-R., R.-G).,
K. Lotter-Potsdam, A.Moldenhauer-Erkner, Dr.A.Munckert-München, O. Protzen-Berlin (T.-R.), Ohr. Reiber-Giessen, P. Salbach-Berlin (T.-R.), Lehrer Max Schneider-Berlin, M. Schütz-Charlottenburg, E. Schulz-Pr. Stargard, C. Schwarz-Halle a. d. S., E. Senkel-Neustadt i. Meckl., G. Theiss-Kassel, Ch. Thress-Kreuznach und W. Wiegels-Schwerin meinen herzlichsten Dank hier öffentlich auszusprechen.
Besondere Freude hat es mir gemacht, dass auch unsere drei Wassersenioren ihre Kräfte bei dieser Arbeit den jüngeren Kameraden wieder zur Verfügung gestellt
haben. Es sind dies die allgemein bekannten Herren: Ernst Hartung-Berlin (T.-R.), Gustav Hennigke-Leipzigund Oswald Mütze-Dresden. Durch ihre Mitarbeit und gütigst erteilten Auskünfte haben auch sich sich um das Zustandekommen dieses Werkes verdient gemacht.
Um das Werk zu einem wirklichen Führer zu gestalten, hat auch die Verlagsbuchhandlung keine Kosten gescheut. So sind beispielsweise die beigegebenen Karten speziell für dasselbe hergestellt und werden den verehrten Kameraden gewiss grosse Dienste leisten. Klar und deutlich heben sich die Wasserstrassen, Verbindungswege für eventl. Landtransport, Schleusen u. s. w., soweit wie es bei dem kleinen Massstabe irgend möglich war, von dem Grunde ab. Dazu ist auch die Ausstattung des Ganzen eine so äusserst geschmackvolle und zweckentsprechende,
dass ich auch hierfür dem Verleger zu Danke verpflichtet bin.
Und so hoffe ich, dass das Werk vielen Kameraden gute Dienste leisten und unserem edlen Sporte, namentlich dem Tourenfahren, neue Anhänger zuführen möge. Mit diesem Wunsche lasse ich es seine Fahrt unter der Devise unseres bekannten Rheinkanoeisten, Hauptmanns Walther v. Diest und des Vereins der Touren-Ruderer-
Berlin:
Rast‘ ich, so rost’ ich!
beginnen, und begrüsse alle,die dasselbe benutzen, mit einem kräftigen
Hip, Hip, Hurra!
Neu-Rahnsdorf, den 22. März 1897.
(Berlin-Erkner).
Fr. Eduard Keller,
Aktives Mitglied des Vereins der Touren-
Ruderer-Bcrlin u. des Ruder-Klubs „Erkner“.
sowie passives Mitglied mehrerer anderer
Ruder-Vereine.</P
| Papierart | normal |
|---|---|
| Einband | Leinen |
| Format | Handbuch |
| Ausgabeart | Hardcover |
| Fundort | Klassik-Boote |
| Buch-ID | 7 |
| Notiz | mit 9 Straube'schen Spezialkarten |
| Keine Einzelausgaben erfasst |