Wanderkanadier Polyester Typ 637 – VEB Yachtwerft Berlin 1960

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    Wanderkanadier – Polyester, Typ 637

    VEB Yachtwerft Berlin
    Baubeschreibung vom 11.2.60
    Blattzahl: 1, Blatt 1

    Verwendungszweck

    Der Wanderkanadier ist vorwiegend für Wander- und Wochenendfahrten gedacht. Durch die vorhandene Möglichkeit, einen Seitenbordmotor anzubringen, eignet er sich auch für längere Urlaubsfahrten.

    Hauptdaten

    Länge über Alles 5,70 m
    Breite über Alles 1,05 m
    Seitenhöhe 0,45 m
    Gewicht ca. 62 kg
    Tragfähigkeit 3-4 Personen

    Bauausführung

    Der Wanderkanadier besteht aus zwei Schalen, welche vollkommen aus glasfaserverstärktem Polyesterharz gefertigt sind. Die Stärke der Schalen beträgt ca. 2 mm pro Schale.

    Die Innenschale besteht aus Vor- und Achterdeck sowie Fußboden. Beide Schalen sind durch Klebung verbunden. Die durch den Zusammenbau entstandenen Lufträume machen das Boot unsinkbar, es trägt auch in vollgeschlagenem Zustand seine Besatzung.

    Eine im Vorschiff angebrachte, wasserdicht verschließbare Klappe bietet Zugang zu einem, das ganze Vorschiff einnehmenden Stauraum. Zwei Augbolzen im Vor- und Achterdeck dienen zum Festmachen des Bootes.

    Das Boot erhält eine auswechselbare bzw. verstellbare Ducht, die mittels Klammen am Bordrand befestigt wird. Verstärkungen für Seitenbordmotor sind mittels Flachrundschrauben mit dem Körper verbunden. Das Boot erhält innen und außen eine farbige Gel-coat-Schicht.

    Ausrüstung

    • 1 Steuerruder einschl. Steuerleine
    • 1 Anlegeleine

    Besondere Merkmale

    Dieses historische Dokument aus dem Jahr 1960 beschreibt einen Wanderkanadier aus der Produktion des VEB Yachtwerft Berlin. Der Typ 637 repräsentiert die frühe Verwendung von glasfaserverstärktem Polyester (GFK) im DDR-Bootsbau. Die Konstruktion aus zwei miteinander verklebten Schalen mit integrierten Lufträumen sorgt für Unsinkbarkeit – ein wichtiges Sicherheitsmerkmal für Wanderfahrten. Mit einer Länge von 5,70 Metern und einem Gewicht von nur etwa 62 Kilogramm war der Kanadier gut transportierbar und bot dennoch Platz für 3-4 Personen. Die Möglichkeit zur Montage eines Seitenbordmotors erweiterte den Einsatzbereich über reine Paddeltouren hinaus und machte das Boot auch für längere Urlaubsfahrten geeignet.

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    Mein Name ist Detlev Pickert, geboren 1957 in Berlin-Zehlendorf. Als Gründer und Webmaster von Klassik-Boote.de widme ich mich mit großer Leidenschaft dem kulturellen Erbe des Wassersports. In den späten 1970er Jahren, während meiner Tätigkeit im Großkauf am Saatwinkler Damm, beobachtete ich fasziniert die Testfahrten von Dieter König und seinem Team. Diese Begegnungen weckten in mir eine tiefe Begeisterung für die Geschichte der Boote – ihre Herkunft, ihre Besitzer, ihre Erlebnisse. Es ist diese „Provenienz“, die einem Boot seine Seele verleiht. Seitdem habe ich hunderte Interviews mit Bootsbauern, Werftbesitzern und Motorenschlossern geführt und in Archiven, Bibliotheken und Fachmagazinen recherchiert. So entstand ein umfangreiches Wissen, das ich nun – nach einer längeren Pause – Stück für Stück auf dieser Plattform veröffentliche. Jede Geschichte bleibt offen, denn täglich kommen neue Erkenntnisse hinzu. Ich bin kein studierter Germanist oder Journalist. Ich schreibe so, wie ich denke und fühle – authentisch, direkt und mit Herzblut. Wer sich davon angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen, mitzulesen, mitzudenken und vielleicht sogar einen virtuellen Kaffee über den Spendenknopf auszugeben. Vielen Dank für Eure Unterstützung und Euer Interesse an der faszinierenden Welt klassischer Boote.