10m²

Segelboot-Segelyacht Jollenkreuzer Holz

Beschreibung

10-qm-Sperrholz-Jollenkreuzer

Vom Konstruktionsbüro Theodor Ernst, Berlin-Grünau, wurde ein 10-qm-Jollenkreuzer aus Sperrholz entworfen, der im Serienbau, als Baukastenboot und im Selbstbau 'herzustellen ist. Das Boot ist einfäch zu bauen, billi,g in der Herstellung, ·bietet etwa den Platz wie ein 15-qm-Jollenkreuzer und hat die guten Segeleigenschaften eines Piraten. Die Knickspantform gestattet die Verwendung von Sperrholzplatten, die in wasserfester Ausführung geliefert werden können. Die Spantform wurde nach der Conic-Methode entworfen, so daß alle Sperrholzplatten ohne großen Druck an die Spanten angelegt werden können. Die Außenhaut kann also aus vier Platten bestehen, die auf der Bank geschäftet worden sind. Die Konstruktion von Kiel, Steven !Und Kimmweger ist einfach gehalten. Der Spiegel ist aus Sperrholz auf einem eichenen Rahmen verleimt. Durch die Anbringung einer massiven Oberplanke in Verbindung mit der Scheuerleiste bekommt das Boot große Steifigkeit und wird unempfindlich gegen seitlichen Druck (beim Schleusen usw.) Dadurch entfällt auch der Balkweger, und eine gut zu leimende Verbindung Außenhaut -- Deck ist gegeben. Deck und Kajüte sind gleichfalls aus Sperrholz. Das Kajütdach ist eine Längsspantenkonstruktion, die es ermöglicht, mit normalem Sperrholz die runde Form des Daches einfach herzustellen. Auf ein Luk im Vorschiff wurde verzichtet. Das ist billiger und garantiert ein dichtes Deck; der Stauraum ist auch von innen gut zu erreichen. Das Schwert ist aus Sperrholz, ohne Talje zu bedienen und im Gewicht günstig, sowie hydrodynamisch erprobterweise überlegen. Zwei größtmögliche Kojen, Kleiderschrank und Pantry vervollständigen die Einrichtung. In der Plicht ist achtern keine Schottwand vorgesehen, um auf dem Fußboden eine weitere Liegemöglichkeit (evtl. zwei) mit Luftmatratze zu schaffen. Die Bänke können weggeklappt werden, um bei böigem Wetter gut ausreiten zu können. Unter dem kurzen Achterdeck läßt sich ein Seitenbordmotor stauen. Bei Wanderfahrten mit Motor lassen sich durch das geringe Gewicht des Bootes gute Geschwindigkeiten erreichen.

Die Takelage ist denkbar unkompliziert. Wie beim Piraten haben wir eine Wante und ein Vorstag. Die Anordnung der verhältnismäßig weit vorn stehenden Takelage hat den Vorteil der besseren Raumausnutzung und ist besonders auf raumen Strecken sehr praktisch, weil die Boote nicht luvgierig werden. Diese Erfahrung wurde, wie viele andere, an erfolgreichen Regattenbooten gemacht. Der Steckmast ist billiger und bei diesem kleinen Boot durch eine Person ohne weiteres herauszunehmen. Mit Hilfe der besseren Flächeneinteilung des Riggs und der größeren Takelungshöhe werden die Segel wirksamer, so daß die Segeleigenschaften des Piraten erreicht werden können. Bei viel Wind ist durch die größere Steifigkeit des Bootes (2 m Breite) und das geringe Gewicht eine kleine Überlegenheit zu erwarten Das Boot eignet sich auch gut, auf einem Autoanhänger transportiert zu werden, um andere Segelreviere zu besuchen.

Nun einiges zur Kostenfrage. In der einfachen Ausführung hergestellt, wie es die Zeichnungen zeigen, dürfte der 10-qm-Sperrholz-Jollenkreuzer im Preise etwa 1.000 DM über dem eines Piraten liegen. Alle Beschläge (Ruderbeschläge, Mastbeschläge, Reffer usw.), können aus der serienmäßigen Herstellung für die Piratenklasse übernommen werden. Es wurden schon Gespräche mit einer bekannten Werft, die im Sperrholzbau firm ist, aufgenommen, und diese ist durchaus bereit, bei genügender Nachfrage diesen kleinen Jollenkreuzer serienmäßig herzustellen.

Mit dieser Konstruktion ist es ermöglicht worden, ein billiges Touren-, evtl. auch Regattaboot zu schaffen. Für zwei Personen bietet es Platz zum übernachten, d. h. man kann darin ein Wochenende oder einen Urlaub verbringen (evtl. können in der Plicht zwei weitere Personen schlafen), es hat akzeptable Segeleigenschaften, eignet sich gut für Wanderfahrten mit dem Seitenborder, der Preis ist erschwinglich, und das Boot bietet gegenüber dem Piraten wesentlich mehr Platz und Bequemlichkeit. Beim Sperrholz gibt es keinen Unterschied zwischen Sommer- und Winterbau, es muß immer dicht stehen. Man kann also mit dem Bau jederzeit beginnen. Vielleicht werden schon viele Sportfreunde den nächsten Sommerurlaub im 10-qm-Jollenkreuzer verbringen. Dann kann man schon jetzt viel Freude und gutes Wetter sowie Mast- und Spierenbruch wünschen.

Manfred Ernst ,
Schiffbau-Ingenieur

Abmessungen

Länge über alles 6.2 m
Länge CWL 6.2 m
Breite 2 m
Breite Wasserlinie 1.77 m
Tiefgang 0.2 m

Konstruktion

Konstrukteur Manfred Ernst