15 m² Jollen Kreuzer Typ 3106 – VEB Yachtwerft Berlin Konstrukteur Drewitz-Röhrdanz 1967

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    15 m² Jollenkreuzer Typ 3106

    Hersteller: VEB Yachtwerft Berlin, 117 Berlin, Wendenschloßstraße 366
    Konstrukteur: Atelier Drewitz-Rührdanz
    Exporteur: Union Außenhandelsgesellschaft mbH. für Metallwaren und Sportartikel, 108 Berlin, Postfach 1203

    Einführung

    Wir gestatten uns, Ihnen hiermit einen Jollenkreuzer vorzustellen, der, gebaut nach dem Riß des bekannten Konstruktionsbüros Drewitz-Rührdanz, den verwöhntesten Ansprüchen gerecht wird. Es gibt kaum ein Boot, an dem erfahrene Konstruktion, vollendete Bootsbaukunst und Schönheit ausgesuchten Materials so ideal vereinigt sind.

    In der Eleganz und Harmonie seiner modernen Linienführung, in seinen hervorragenden Segeleigenschaften bei Regatten und in seiner überraschenden Geräumigkeit als ideales Ferienboot für Familien, ist dieser Jollenkreuzer ein Boot, das jedem Fachmann und erfahrenen Segler Anerkennung abnötigt.

    Die schlichte aber effektive Hochtakelung mit Kurzlattensegel sichert, zusammen mit der modernen Konstruktion des Rumpfes, optimale Regattaeigenschaften.

    Der Jollenkreuzer ist nach den „Bauvorschriften und Vermessungsbestimmungen für Jollenkreuzerklassen“ des Bundes Deutscher Segler der DDR und des Deutschen Seglerverbandes der DSR gebaut.

    Rumpfkonstruktion

    Der Rumpf ist in Leistenbauweise hergestellt. Dazu werden Mahagonileisten von ca. 13 x 35 in Verbindung mit einem Kielgang und drei Bodengängen verwendet. Die Leisten sind untereinander verleimt und genagelt und außerdem durch Messingschrauben mit den Spanten verbunden.

    Kiel, Steven, Bodenwrangen, Kielschwein, Mastbalken, Horizontalknie, Schlingen, Unterzüge für Fockschotleitschienen und andere wichtige Teile sind aus Eichenholz gefertigt. Das Plattendeck wird aus 8 mm starkem, getöntem Macoré- bzw. Mahagoni-Sperrholz verlegt. Um dem Boot ein harmonisches Aussehen zu geben, sind die Außenseitenwände, das Plichtsüll, das Seitbord, die Scheuerleisten und die Handläufe mit dem Kajütdach aus massivem Mahagoni gefertigt.

    Das Kajütdach besteht aus schmalen Nadelholzstäben, die auf lamellierten Decksbalken verlegt werden. Innen ist das Dach mit einem perforierten und von außen mit einem dichten Kunstleder bespannt.

    Innenausstattung

    Für die Auflagen der Kojenpolster wird Bootsbau-Sperrholz von 3-4 mm Stärke verwendet. Der Fußboden besteht aus naturlackiertem Mahagoni.

    Die Kajüteinrichtung umfaßt die beiden Kojen mit ihren 100 mm dicken Auflagepolstern, den Kleiderschrank und eine halbhohe Pantry. Das Vorschiff ist durch einen Vorhang von der Kajüte getrennt. Die großen Fenster sind aus Piacryl hergestellt.

    In der Plicht haben wir zur Ausnutzung des max. Stauraumes zwei durchgehende Backskisten, die durch Klappen von oben zugänglich sind. Im vorderen Teil der Backskisten befindet sich je ein Schubkasten und ein Geschirrfach. Vor- und Achterpiek dienen ebenfalls als Stauraum.

    Takelage

    Die Takelage ist als Hochtakelung mit drehbarer Vorstagspiese ausgelegt. Als Großsegel wird ein Kurzlatten-Hochsegel gefahren. Mast, Großbaum und Vorstagspiese sind aus feinfadrigem Nadelholz mehrfach hohl verleimt und mit Nuten versehen.

    Die Wanten bestehen aus verzinktem Stahldraht und werden über Deck an Püttings gefahren. Alle Fallen bestehen aus flexiblen Drahtständern mit Hanfvorlauf. Die Schoten sind aus patentgeschlagener Baumwolle hergestellt.

    Alle Beschläge, die einer höheren Beanspruchung unterliegen, wie z. B. Püttings, Mast- und Spierenbeschläge, werden aus nichtrostendem Stahl hergestellt. Das Ruder sowie alle übrigen Beschläge sind aus farblos eloxiertem Aluminium gefertigt.

    Oberflächenbehandlung

    Der Rumpf, der Innenausbau sowie Mast und Spieren und das gesamte hölzerne Inventar werden grundiert und mehrmals farblos lackiert. Das Unterwasserschiff wird grundiert und mehrfach mit Antifouling gestrichen und gegen das Überwasserschiff mit einem weißen Wasserpaß abgesetzt.

    Technische Daten – Hauptabmessungen

    Länge über Alles 6,49 m
    Breite über Alles 2,24 m
    Breite auf Planken 2,16 m
    Freibord (vorn/hinten) 0,76 / 0,50 m
    Tiefgang ohne Schwert ca. 0,26 m
    Tiefgang mit Schwert ca. 1,33 m
    Takelungshöhe 7,50 m
    Kajüthöhe ca. 1,10 m

    Vermessene Segelfläche

    Großsegel 10,758 m²
    Vorsegeldreieck 4,205 m²
    Vermessene Segelfläche 14,963 m²
    Fock I 7,500 m²
    Fock II 10,200 m²
    Fock III 11,500 m²
    Schwerwetterfock 3,600 m²
    Spinnaker 30,000 m²

    Standardausrüstung

    • 1 Großsegel mit Segelsack und Persenning
    • 1 Fock I mit Segelsack
    • 2 Stechpaddel 1,6 m
    • 1 Baumstütze
    • 1 Plane über Alles
    • 1 Anker

    Änderungen im Interesse der technischen Weiterentwicklung vorbehalten.

    Kontaktdaten

    Hersteller: VEB Yachtwerft Berlin, 117 Berlin, Wendenschloßstraße 366
    Telefon: 64 60 61 | Telex: 0112 709

    Exporteur: Union Außenhandelsgesellschaft mbH. für Metallwaren und Sportartikel, 108 Berlin, Postfach 1203
    Telefon: 42 53 56 | Telex: 0112 538

    DEUTSCHE DEMOKRATISCHE REPUBLIK
    Ag 02 37 67 – V 19 13 867 | Druck: Reineck & Klein, Weimar

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    Mein Name ist Detlev Pickert, geboren 1957 in Berlin-Zehlendorf. Als Gründer und Webmaster von Klassik-Boote.de widme ich mich mit großer Leidenschaft dem kulturellen Erbe des Wassersports. In den späten 1970er Jahren, während meiner Tätigkeit im Großkauf am Saatwinkler Damm, beobachtete ich fasziniert die Testfahrten von Dieter König und seinem Team. Diese Begegnungen weckten in mir eine tiefe Begeisterung für die Geschichte der Boote – ihre Herkunft, ihre Besitzer, ihre Erlebnisse. Es ist diese „Provenienz“, die einem Boot seine Seele verleiht. Seitdem habe ich hunderte Interviews mit Bootsbauern, Werftbesitzern und Motorenschlossern geführt und in Archiven, Bibliotheken und Fachmagazinen recherchiert. So entstand ein umfangreiches Wissen, das ich nun – nach einer längeren Pause – Stück für Stück auf dieser Plattform veröffentliche. Jede Geschichte bleibt offen, denn täglich kommen neue Erkenntnisse hinzu. Ich bin kein studierter Germanist oder Journalist. Ich schreibe so, wie ich denke und fühle – authentisch, direkt und mit Herzblut. Wer sich davon angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen, mitzulesen, mitzudenken und vielleicht sogar einen virtuellen Kaffee über den Spendenknopf auszugeben. Vielen Dank für Eure Unterstützung und Euer Interesse an der faszinierenden Welt klassischer Boote.