Delphin 110 1963

    0
    44

    Mehrzweckfaltboot „Delphin 110″

    Hergestellt vom VEB Mathias-Thesen-Werft Wismar, präsentiert dieser historische Prospekt das Mehrzweckfaltboot „Delphin 110″ – ein vielseitiges Faltboot für den ambitionierten Wassersportler der DDR.

    Technische Daten

    Bootslänge 4,80 m
    Größte Breite über Deck 1,10 m
    Seitenhöhe 0,46 m
    Rundspanten 8 Stück
    Gerüst dreiteilig
    Tiefgang ca. 0,14 m
    Tourenbelastung bis 350,- kg
    Gewicht des Bootskörpers ca. 65,- kg

    Ausstattung und Farbvarianten

    Vorder- und Achterdeck aus starkem, imprägniertem Baumwollgewebe, erhältlich in blau, grün oder rot. Das Wetterschutzverdeck ist ebenfalls in kakifarben lieferbar. Die Bootshaut ist fünffach ausgeführt und in den Farben silber, orange oder blau erhältlich.

    Die Grundausrüstung besteht aus Windschutzscheibe, Wetterschutzverdeck, Ruderpinne, 2 Stechpaddel, 2 Sitzluftkissen und 3 Packtaschen.

    Geeignete Antriebsmittel

    Seitenbordmotore, Heckmotore bis zu 18 PS, Besegelung für „DELPHIN 110″ mit 6,6 qm Segelfläche.

    Aufbauanleitung für das Mehrzweckfaltboot „Delphin 110″

    Das Gerüst des Bootes ist dreiteilig. Kiel und Senten sind miteinander durch Gummigurte verbunden. Die 8 Querspanten sind von vorn beginnend numeriert.

    Bezeichnung der Bootskomponenten

    • Deckstab
    • Spant 1 bis Spant 8
    • loser Steven
    • Steven mit Kiel
    • Senten
    • Seitendeck
    • Bordwände
    • Trittboden
    • Heckspiegel
    • Waschbordabschluß

    Aufbauschritte

    Schritt 1: Nach dem Ausbreiten der Bootshaut wird der vordere Gerüstteil mit den eingebauten Spanten Nr. 1 und 2 in die Haut eingeführt. Dabei muß man beachten, daß der Steven richtig in das Gegenstück der Bootshaut einrastet.

    Schritt 2: Einsetzen des Heckspiegels und Anknöpfen der Bootshaut Bordwände links und rechts am Heckspiegel einklinken. Einklinken des mittleren Kielteils am vorderen und des achteren Kielteils am Heckspiegel. Nun erfolgt die Kiellängsspannung durch Hochheben, Einklinken und Niederdrücken des Kiels.

    Schritt 3: Nach dem Einsetzen der mittleren Bordwände erfolgt durch Anwinkeln und Einklinken die Verbindung der Bordwände sowie die Längsspannung der Bootshaut.

    Schritt 4: Verbindung der Senten, Einkippen der Spanten 3 bis 8, in der Reihenfolge Spant 3-8-7-6-5-4.

    Schritt 5: Einlegen der 4 Luftschläuche zwischen Bordwand und Gummihaut. Sie sollen oben mit der Bordwand abschließen und in der Mitte 15 cm übereinander liegen. Die Ventile zeigen nach vorn. Die Befestigung der Schläuche erfolgt durch Bänder. Anhängen der Bootshaut mittels Gummistrippen an die Bordwände. Der Wulst der Bootshaut muß in die Ausschnitte an den Spanten gedrückt werden. Aufsetzen des Seitendecks von vorn nach hinten.

    Schritt 6: Nach Aufsetzen des Waschbordabschlusses am Heckspiegel und Verbindung der zwei Diagonalheckstreben mit beiden Bauteilen mittels Schrauben und Flügelmuttern kann die endgültige Montage mit Hilfe der Hakensperren an die Querspanten und durch Schrauben und Flügelmuttern an der Bordwand vorgenommen werden. Ein Überspannen der Flügelmuttern ist zu verhindern.

    Schritt 7: Lösen der Gummistrippen von der Bordwand, aufblasen der Luftschläuche, aber nicht übermäßig stark. Einsetzen des Trittbodens (6 Teile) und des Deckstabes. Durch Splint sichern. Nach Auflegen des Oberdecks Windschutzscheibe auf Wulst einziehen und am Seitendeck befestigen. Montage der Steuereinrichtung, des Seitenbordmotors usw. des Oberdecks achtern.

    Wetterschutzverdeck

    Bei Schlechtwetter bietet das aufgebaute Wetterschutzverdeck allen Insassen des Bootes Schutz. Zusammenklinken der geteilten Verdeckspriegel und Einsetzen in die Taschen am Seitendeck. Aufknöpfen der Segeltuchösen auf Windschutzscheibe, Spriegel und Seitendeck. Befestigen der Bändsel innen am Spriegel und Verbinden des zweiteiligen Verdecks durch Baumwolleine.

    Behandlung und Pflege des Bootes

    Keine Gewalt beim Aufbau des Bootes anwenden, denn jedes Boot wird vor dem Versand in der Werft auf- und abgebaut. Der Abbau des Bootes erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.

    Evtl. Reklamationen sind sofort der Verkaufsstelle mitzuteilen und werden nur unter Angabe der Boots-Nr., des Baujahres und Beifügung des Packzettels bearbeitet. Der Packzettel wird wieder zurückgesandt.

    Lagerung in verpacktem Zustand kühl und trocken. Lagerung in aufgebautem Zustand, wenn möglich, kieloben, ebenfalls kühl und trocken. Für die Lebensdauer des Bootes ist entscheidend, daß nach Beendigung jeder Fahrt das Boot auch innen gut getrocknet wird.

    Die Bootshaut ist vor Verschmutzung durch Benzin und Öl zu schützen. Die Verwendung einer Trittbodendecke ist zu empfehlen.

    Reparatur der Bootshaut behelfsmäßig durch Aufkleben von Leukoplast. Ordnungsgemäß wird die Reparatur durch Aufkleben von Gummireparaturflecken mit Hilfe von Gummischlauchklebern vorgenommen. Die Reparatur erfolgt in gleicher Weise wie derartige Arbeiten an Fahrradschläuchen.

    Winterlagerung der Bootshaut nicht in gespanntem Zustand, möglichst abgebaut, lose gerollt oder ausgebreitet.

    Wir empfehlen, vor und nach der Saison die Bootshaut mit Ceraval-Faltbootpaste zu wachsen.

    Lieferumfang – Original verpackt in 3 Packtaschen

    Packtasche:

    • Faltboothaut mit Stevenbeschlägen
    • Wetterschutzverdeck
    • Windschutzscheibe
    • Oberdeck vorn
    • Oberdeck achtern
    • 4 Kenterschutzschläuche
    • 2 Sitzkissen
    • Schraubenbeutel
    • Aufbauanleitung

    Spantentasche:

    • Spant Nr. 1
    • Spant Nr. 2
    • Spant Nr. 3
    • Spant Nr. 4
    • Spant Nr. 5
    • Spant Nr. 6
    • Spant Nr. 7
    • Spant Nr. 8
    • Heckspiegel
    • Waschbordabschluß
    • Ruderpinne
    • Steuerblatt
    • 3 Verdeckspriegel, 2teilig

    Stabtasche:

    • Steven mit Kiel
    • Mittelkiel
    • Achterkiel
    • Deckstab
    • 4 Bordwände
    • Trittboden, 6teilig
    • 2 Stechpaddel
    • Seitendeck (8 Teile)
    Vorheriger ArtikelDelphin 110 1961
    Nächster ArtikelDelphin 110 1973
    webmaster
    Mein Name ist Detlev Pickert, geboren 1957 in Berlin-Zehlendorf. Als Gründer und Webmaster von Klassik-Boote.de widme ich mich mit großer Leidenschaft dem kulturellen Erbe des Wassersports. In den späten 1970er Jahren, während meiner Tätigkeit im Großkauf am Saatwinkler Damm, beobachtete ich fasziniert die Testfahrten von Dieter König und seinem Team. Diese Begegnungen weckten in mir eine tiefe Begeisterung für die Geschichte der Boote – ihre Herkunft, ihre Besitzer, ihre Erlebnisse. Es ist diese „Provenienz“, die einem Boot seine Seele verleiht. Seitdem habe ich hunderte Interviews mit Bootsbauern, Werftbesitzern und Motorenschlossern geführt und in Archiven, Bibliotheken und Fachmagazinen recherchiert. So entstand ein umfangreiches Wissen, das ich nun – nach einer längeren Pause – Stück für Stück auf dieser Plattform veröffentliche. Jede Geschichte bleibt offen, denn täglich kommen neue Erkenntnisse hinzu. Ich bin kein studierter Germanist oder Journalist. Ich schreibe so, wie ich denke und fühle – authentisch, direkt und mit Herzblut. Wer sich davon angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen, mitzulesen, mitzudenken und vielleicht sogar einen virtuellen Kaffee über den Spendenknopf auszugeben. Vielen Dank für Eure Unterstützung und Euer Interesse an der faszinierenden Welt klassischer Boote.