Lenkradsteuerung für Faltboote

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    Lenkradsteuerung für Faltboote

    Hersteller: Mathias-Thesen-Werft Wismar (MTW)

    Druck: Ostsee-Druck Rostock, Zweigwerk Wismar, II 20 8 Cr G 10 65

    Einleitung: Liebe Wassersportfreunde!

    Durch die Anordnung der Lenkradsteuerung an Ihrem Boot ergeben sich einige Vorteile. Sie ermöglicht eine bessere Gewichtsverteilung im Boot und ein bequemeres Fahren. Die Fahrsicherheit wird wesentlich erhöht, da ein besseres Kurshalten möglich ist und die Sicht in Fahrtrichtung nicht mehr behindert werden kann. Das gesamte Boot erhält ein eleganteres Aussehen.

    Bestandteile der Lenkradsteuerung

    • Lenkrad: Wie es auch beim PKW „Trabant“ zum Einsatz kommt
    • Formschönes Leichtmetallgehäuse: Zur Verkleidung der Seilrolle, das vor allem verhindern soll, daß die Seile aus der Seilrolle springen. Es dient gleichzeitig zur Befestigung des Lenkrades am Spant.
    • Bowdenzüge: Die den Lenkradausschlag auf den Heckmotor übertragen
    • Handlicher Beschlag aus verchromtem Messing: In dem die hinteren Führungsrollen laufen. Je ein solcher Beschlag wird Backbord und Steuerbord am Seitendeck an einem Formbolzen eingehängt.
    • Adapterblock mit zwei Führungsrollen: Um die Verbindung mit dem Motor herzustellen

    Zur Ergänzung der Lenkradsteuerung gehört natürlich auch die Fernschaltung, damit vom Vordersitz aus Gas gegeben und die Gänge geschaltet werden können. Fernschaltungen werden von den Motorenherstellern angeboten.

    Bowdenzuglängen beim Kauf der Fernschaltung

    Bootsmodell Benötigte Länge
    Delphin Pirat 2,70 m
    Delphin 110 3,20 m

    Kompatibilität

    Die Lenkradsteuerung ist ohne Änderung für die Fabrikate „Johnson“ und Motoren des Motorenbau Berlin zu verwenden. Diese Einschränkung bezieht sich auf den Adapterblock, mit dem die Verbindung der Lenkradsteuerung mit dem Motor hergestellt wird. Bei Verwendung von anderen Motoren kann gegebenenfalls eine Änderung von Ihnen selbst vorgenommen werden.

    Montageanleitung

    Achtung: Zur Vermeidung von Beschädigungen des Steuerseiles darf die Stellschraube am Lenkrad erst nach der kompletten Montage der Lenkradsteuerung gelöst werden. Die Stellschraube verhindert ein unbeabsichtigtes Drehen des Lenkrades.

    Die Montage der Lenkradsteuerung ist verhältnismäßig unkompliziert. Wir empfehlen jedoch die Montageanleitung aufmerksam zu lesen und wie vorgeschrieben zu verfahren.

    Die Anordnung des Lenkrades empfehlen wir auf der Backbordseite (links) vorzunehmen. Dazu müssen Sie im Abstand der Bohrungen in der Grundplatte die Spantbrücke durchbohren (siehe Abbildungen 1, 2 und 3).

    Montage für Delphin 110, Typ II

    Bei Verwendung der Lenkradsteuerung für „Delphin 110″, Typ II, ist vorher die Grundplatte vom Leichtmetallgehäuse zu lösen und so anzuschrauben, daß der abgekantete Flansch der Grundplatte entsprechend Abb. 2 auf die Spantbrücke gelegt werden kann.

    Grundplatte mit Lenkrad schrauben Sie dann an die Spantbrücke.

    Entsprechend der Abb. 4 wird das Seitendeck zur Aufnahme der Formbolzen durchbohrt.

    Die Abb. 5 zeigt die Anordnung der hinteren Führungsrollen beim „Delphin 110″ Typ II. Sie liegen hier auf dem Seitendeck. Beim „Delphin Pirat“ müssen sie unter dem Seitendeck angeordnet werden, damit unsere Seilführung annähernd waagerecht zum Adapterblock verläuft.

    Entsprechend diesem Hinweis befestigen Sie die Formbolzen am Seitendeck, wobei Sie die am Kopf des Formbolzens angearbeiteten Flächen etwa im rechten Winkel zur Mittschiffsebene anordnen.

    Jetzt können Sie die Führungsrollen auf die Formbolzen hängen und den Adapterblock mit dem Motor verbinden. Die Bowdenzüge verlegen Sie von vorn nach achtern seitlich im Boot und vermeiden dabei kurze Biegungen. Das Drahtseil wird entsprechend Abb. 5 über die Umlenkrollen – Adapterblock – bis zur Befestigungsschraube an den seitlichen Führungsrollen geführt.

    Einstellen der Steuerung

    Bevor jedoch das Drahtseil an den Führungsrollen richtig festgemacht wird, ziehen Sie es bitte auf beiden Seiten gleichmäßig an den überstehenden Enden stramm, damit das Drahtseil auch im Leichtmetallgehäuse richtig an der Seilrolle anliegt. Der Motor steht dabei auf Geradeausfahrt.

    Erst wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, kann die Stellschraube am Lenkrad gelöst und durch Betätigung des Lenkrades kontrolliert werden, ob die Mühe von Erfolg war.

    Sollte trotzdem noch Spiel in der Lenkung vorhanden sein, so kann eine Korrektur durch Nachstellen der Bowdenzugstellschrauben vorgenommen werden.

    Zum Schluß kneifen Sie das überstehende Ende des Drahtseiles ca. 1 cm hinter der Befestigungsschraube ab. Nach dieser einmaligen Anpassung ist die spätere Demontage oder auch Montage eigentlich nur ein Kinderspiel.

    Demontage

    Sie beginnen damit, den Adapterblock vom Motor zu lösen. Damit das möglichst leicht geht, schlagen wir den Motor nach einer Seite etwas ein.

    Dann hängen Sie die hinteren Führungsrollen von den Formbolzen ab und lösen das Lenkrad von der Spantbrücke. Nicht zu vergessen ist, daß vor jeder Demontage des Lenkrades durch Andrehen der Stellschraube eine Beschädigung des Drahtseiles vermieden wird.

    Pflege der Lenkradsteuerung

    Zur Pflege der Lenkradsteuerung empfehlen wir von Zeit zu Zeit das Drahtseil neu einzufetten. Grundsätzlich muß vermieden werden, daß Wasser in die Bowdenzüge eindringt.

    Abbildungen im Prospekt

    • Abb. 1: Fotografie des montierten Lenkrads im Boot
    • Abb. 2: Technische Zeichnung der Grundplatte auf der Spantbrücke
    • Abb. 3: Zeichnung von Grundplatte und Spantbrücke in Seitenansicht
    • Abb. 4: Technische Zeichnung mit Maßen für die Bohrungen am Seitendeck (Waschbordabschluß, Seitendeck, Maße: 120 mm und 15 mm)
    • Abb. 5: Fotografie der hinteren Führungsrollen und des Adapterblocks am Motor
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    Mein Name ist Detlev Pickert, geboren 1957 in Berlin-Zehlendorf. Als Gründer und Webmaster von Klassik-Boote.de widme ich mich mit großer Leidenschaft dem kulturellen Erbe des Wassersports. In den späten 1970er Jahren, während meiner Tätigkeit im Großkauf am Saatwinkler Damm, beobachtete ich fasziniert die Testfahrten von Dieter König und seinem Team. Diese Begegnungen weckten in mir eine tiefe Begeisterung für die Geschichte der Boote – ihre Herkunft, ihre Besitzer, ihre Erlebnisse. Es ist diese „Provenienz“, die einem Boot seine Seele verleiht. Seitdem habe ich hunderte Interviews mit Bootsbauern, Werftbesitzern und Motorenschlossern geführt und in Archiven, Bibliotheken und Fachmagazinen recherchiert. So entstand ein umfangreiches Wissen, das ich nun – nach einer längeren Pause – Stück für Stück auf dieser Plattform veröffentliche. Jede Geschichte bleibt offen, denn täglich kommen neue Erkenntnisse hinzu. Ich bin kein studierter Germanist oder Journalist. Ich schreibe so, wie ich denke und fühle – authentisch, direkt und mit Herzblut. Wer sich davon angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen, mitzulesen, mitzudenken und vielleicht sogar einen virtuellen Kaffee über den Spendenknopf auszugeben. Vielen Dank für Eure Unterstützung und Euer Interesse an der faszinierenden Welt klassischer Boote.