Mehrzweckdingi Butt – VEB Yachtwerft Berlin 1962

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    Mehrzweckdingi BUTT – ein kleines Boot mit vielen Vorteilen

    Das handliche Segeldingi ist als Heckmotorboot, Ruderboot oder als Segelboot geeignet. Die Umwandlung ist so einfach, daß jeder die wenigen Handgriffe ausführen kann. Das Dingi besitzt einen verstärkten Spiegel, so daß es nicht nur zum Rudern und Segeln verwendet, sondern auch mit einem leichten Außenbordmotor gefahren werden kann. Auf Grund seines geringen Gewichts sowie der Abmessungen kann das Boot bequem auf dem Autodach befördert werden.

    Dem Campingfreund werden somit die schönsten Plätze an Wasserläufen und Seen schnell und mühelos zugänglich.

    Bauausführung

    Der Rumpf ist vollkommen aus Bootsbausperrholz hergestellt. Kiel und Steven sind durchgehend als ein Bauteil lamelliert. Kimmweger und Dollbord bilden den Längsverband. Das Dollbord nimmt gleichzeitig die Buchsen der Ruderdollen auf.

    Das mittschiffs eingebaute Spant in Verbindung mit der Mittelducht gibt dem Dingi eine ausreichende Querfestigkeit. Im Bereich der Mittelducht liegt der Schwertkasten.

    Die hintere Ducht ist herausnehmbar und dient gleichzeitig als Steckschwert. Die vordere Ducht ist fest eingebaut und mit einem Loch versehen. Es bildet mit der auf dem Kiel befestigten Mastspur die Lagerung für den Mast.

    Das Totholz gewährleistet eine gute Kursstabilität.

    An dem verstärkten Spiegel befindet sich das Ruder mit einer hochklappbaren Pinne sowie die Buchse der Wriggdolle.

    Das Dingi ist mit 1 Paar Riemen und Ruderdollen ausgerüstet. Zum Festmachen sind 2 Augbolzen am Spiegel und einer am Steven im Bereich der Wasserlinie angebracht. Letzterer ist gleichzeitig als Schleppauge bestimmt.

    Zum kurzzeitigen Anbinden ist eine Anlegeleine vorhanden. Alle Beschläge sind in Stahl verzinkt ausgeführt.

    Takelage

    Das Segeldingi ist mit einem Luggersegel aus Baumwolltuch von 4 m² Fläche ausgerüstet.

    Der Mast und die Spieren sind in ihrer Länge so bemessen, daß sie gut in dem Boot untergebracht werden können.

    Der Baum, an seinem Vorderende abgeflacht, geht durch einen Mastschlitz und dreht mit diesem.

    Zum Setzen des Segels dient ein Fall, das am Mast belegt wird, außerdem ist eine Schoot sowie eine Schiftleine beigegeben.

    Anstrich

    Innen ist das Segeldingi mit einem farblosen und außen mit einem farbigen Lackanstrich versehen. Die Spieren, Riemen und das Ruderblatt sind farbig lackiert.

    Ausrüstung

    • 1 Anlegeleine
    • 2 Festmacher
    • 2 Riemen mit Dollen
    • 1 Spierensack mit Mast, Baum und Segel

    Änderungen im Rahmen der techn. Entwicklung bleiben vorbehalten.

    Technische Daten

    Länge über alles 2,85 m
    Breite über alles 1,35 m
    Gewicht ca. 70 kg
    Tragfähigkeit 3 Personen
    Segelfläche 4 m²
    Spiegelhöhe 0,38
    Geeignet für Heckmotoren bis 4 PS (Normalschaft)

    Hersteller

    VEB Yachtwerft Berlin
    Berlin-Friedrichshagen, Müggelseedamm 40–70
    Ruf: 64 60 61
    Telex: 011709
    Deutsche Demokratische Republik

    Grafik: DEWAG-Werbung Berlin (H. Pflaum)
    Druck: Reineck & Klein, Weimar
    Katalognummer: B 216 62 — V 19 13 202

    Weiteres Lieferprogramm

    Die VEB Yachtwerft Berlin lieferte ferner: Motorboote, Segelboote, Rennruderboote, Kanus und Gebrauchsfahrzeuge bis zu einer Länge von 20 m.

    Bemerkungen zum Bootssymbol

    Das Klassenzeichen des BUTT zeigt einen stilisierten Fisch (Butt/Flunder) auf dem Segel, was dem Boot seinen Namen gibt. Die Zeichnung auf der Titelseite zeigt das Boot in der Segelkonfiguration mit aufgerigtem Luggersegel und ausgefahrenem Steckschwert.

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    webmaster
    Mein Name ist Detlev Pickert, geboren 1957 in Berlin-Zehlendorf. Als Gründer und Webmaster von Klassik-Boote.de widme ich mich mit großer Leidenschaft dem kulturellen Erbe des Wassersports. In den späten 1970er Jahren, während meiner Tätigkeit im Großkauf am Saatwinkler Damm, beobachtete ich fasziniert die Testfahrten von Dieter König und seinem Team. Diese Begegnungen weckten in mir eine tiefe Begeisterung für die Geschichte der Boote – ihre Herkunft, ihre Besitzer, ihre Erlebnisse. Es ist diese „Provenienz“, die einem Boot seine Seele verleiht. Seitdem habe ich hunderte Interviews mit Bootsbauern, Werftbesitzern und Motorenschlossern geführt und in Archiven, Bibliotheken und Fachmagazinen recherchiert. So entstand ein umfangreiches Wissen, das ich nun – nach einer längeren Pause – Stück für Stück auf dieser Plattform veröffentliche. Jede Geschichte bleibt offen, denn täglich kommen neue Erkenntnisse hinzu. Ich bin kein studierter Germanist oder Journalist. Ich schreibe so, wie ich denke und fühle – authentisch, direkt und mit Herzblut. Wer sich davon angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen, mitzulesen, mitzudenken und vielleicht sogar einen virtuellen Kaffee über den Spendenknopf auszugeben. Vielen Dank für Eure Unterstützung und Euer Interesse an der faszinierenden Welt klassischer Boote.