Motorjolle Hecht – VEB Yachtwerft Berlin 1972

    0
    24

    Motorjolle „Hecht“ – VEB Yachtwerft Berlin

    Die Motorjolle „Hecht“ aus dem Hause VEB Yachtwerft Berlin präsentiert sich als vielseitiges Sportboot für die ganze Familie. Der historische Prospekt zeigt das Boot sowohl in Aktion auf dem Wasser als auch in der Fertigung und liefert umfassende technische Informationen in drei Sprachen: Deutsch, Französisch und Englisch.

    Hauptabmessungen

    Länge 4,51 m
    Breite 1,46 m
    Tiefgang (Rumpf) 0,22 m
    Masse etwa 180 kg
    Tragfähigkeit 4 Personen
    Motorleistung maximal 6 PS

    Vielseitiger Charakter und Konstruktionsdetails

    Wie viele Boote der VEB Yachtwerft Berlin hat auch die Motorjolle HECHT einen vielseitigen Charakter, wobei bei diesem Typ der besondere Vorteil darin besteht, dass Sie das Boot sowohl mit einem Außenbord- und Seitenmotor als auch mit einem Einbaumotor fahren können. Für den letzteren Fall ist in den Bootskörper ein Totholz für den Austritt der Propellerwelle eingeformt. Dieses Totholz dient auch gleichzeitig einer Verbesserung der Kursstabilität.

    Technische Details

    Das Seitendeck ist so gestaltet, dass das Boot daran getragen werden kann. Das Vordeck ist aufgeschraubt. Die nötige Festigkeit bekommt die Jolle durch eingeklebte Seitentanks – sie machen das Boot auch unsinkbar.

    Die Sitze und Rückenlehnen sind aus Holz und werden in spezielle Ausnehmungen der Lufttanks eingesetzt. Diese Anordnung erlaubt ein völliges Herausnehmen, so daß Sie volle Liegeflächen zum Übernachten an Bord erhalten.

    Auch der Fußboden ist aus Holz und zur besseren Handhabung geteilt.

    Für den Zweck, dass Sie das Boot mit einem Außenbordmotor fahren, ist der Spiegel innen und außen mit einer Holzverstärkung versehen worden. Der Außenbordmotor soll jedoch keine stärkere Leistung als 6 PS haben.

    Bleibt noch zu erwähnen, daß sämtliche Beschläge aus verzinktem Stahl oder eloxiertem Leichtmetall gefertigt sind und die Polyesterteile außen mit farbigem Gelcoat und innen mit einem farbigen Anstrich versehen wurden.

    Standardzubehör

    • 1 Autosteuerung mit Seilzügen
    • 1 Windschutzscheibe
    • 1 Fangleine
    • 2 Festmacher

    Extrazubehör (bei rechtzeitiger Bestellung)

    • 1 Plane über alles
    • 2 Riemen
    • 2 Dollen
    • 1 Ruder (kurze Form mit Pinne)

    Änderungen im Rahmen der technischen Weiterentwicklung vorbehalten.

    Vertrieb und Hersteller

    Der Verkauf in der Deutschen Demokratischen Republik erfolgt über die örtlichen Fachverkaufsstellen, insbesondere:

    • HO Wassersporthaus Neptun, 117 Berlin-Köpenick, Oberspreestraße 183–185
    • GHG NL Sportartikel Luckenwalde, Bootslager Königs Wusterhausen, 1601 Neue Mühle, Fasanenstraße 20
    • GHG Möbel und Kulturwaren, NL Sportartikel Schwerin, 27 Schwerin, Postfach 90 · Am Güterbahnhof

    Hersteller:
    VEB Yachtwerft Berlin
    117 Berlin, Wendenschloßstraße 366
    Telefon: 67 40 51 · Telex: 0112 709

    Exporteur:
    UNION Außenhandelsgesellschaft mbH für Metallwaren und Sportartikel
    108 Berlin, Postfach 1203
    Telefon: 42 53 56 · Telex: 011 538

    DEUTSCHE DEMOKRATISCHE REPUBLIK

    Druckvermerk: III/29/1 Ag 02/1

    Vorheriger ArtikelMotorboot Trainer – VEB Holzbearbeitungswerke Werk III Bootswerft Postelwitz 1969
    Nächster ArtikelMotorjolle IBIS II – VEB Yachtwerft Berlin 1980
    webmaster
    Mein Name ist Detlev Pickert, geboren 1957 in Berlin-Zehlendorf. Als Gründer und Webmaster von Klassik-Boote.de widme ich mich mit großer Leidenschaft dem kulturellen Erbe des Wassersports. In den späten 1970er Jahren, während meiner Tätigkeit im Großkauf am Saatwinkler Damm, beobachtete ich fasziniert die Testfahrten von Dieter König und seinem Team. Diese Begegnungen weckten in mir eine tiefe Begeisterung für die Geschichte der Boote – ihre Herkunft, ihre Besitzer, ihre Erlebnisse. Es ist diese „Provenienz“, die einem Boot seine Seele verleiht. Seitdem habe ich hunderte Interviews mit Bootsbauern, Werftbesitzern und Motorenschlossern geführt und in Archiven, Bibliotheken und Fachmagazinen recherchiert. So entstand ein umfangreiches Wissen, das ich nun – nach einer längeren Pause – Stück für Stück auf dieser Plattform veröffentliche. Jede Geschichte bleibt offen, denn täglich kommen neue Erkenntnisse hinzu. Ich bin kein studierter Germanist oder Journalist. Ich schreibe so, wie ich denke und fühle – authentisch, direkt und mit Herzblut. Wer sich davon angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen, mitzulesen, mitzudenken und vielleicht sogar einen virtuellen Kaffee über den Spendenknopf auszugeben. Vielen Dank für Eure Unterstützung und Euer Interesse an der faszinierenden Welt klassischer Boote.