Segeljolle Typ 420 – VEB Fahrzeugsitze Bad Schandau 1981

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    Segeljolle 420 – Ein Regattaboot, wie es sein soll

    Dieser historische Prospekt aus dem Jahr 1981 präsentiert die Segeljolle Typ 420, hergestellt vom VEB Fahrzeugsitze Bad Schandau in der Deutschen Demokratischen Republik. Das Dokument bewirbt diese international bekannte Regattajolle und richtet sich an ambitionierte Segler, die ein wettkampftaugliches Boot suchen.

    Segeln ist ein herrlicher Sport

    – faszinierend und packend dazu, wenn deftiges Wetter den ganzen Mann fordert.

    Es muß aber auch ein Boot sein, das mit allen Wassern gewaschen ist, eine Segeljolle, wie unsere 420er, die jedes Seglerherz höher schlagen läßt.

    Was viele nicht wissen: Der Riß dieses heute international bekannten Bootes wurde 1959 von dem Franzosen Christian Maury entworfen und ist Eigentum der UNION INTERNATIONALE DE LA SERIE DES 4 METRES 20 (UNIQUA PARIS). Diese ist bemüht, weltweit eine umfassende Gleichheit der Lizenzbauten zu erreichen. Deshalb wird grundsätzlich nur einer Werft je Land die Herstellung des Bootes nach den Urformen der französischen Werft Lanaverre gestattet.

    Für die Deutsche Demokratische Republik haben wir diese verantwortungsvolle Aufgabe übernommen.

    Konstruktion und Bauweise

    Der Rumpf der 420er wird auf unserer Werft in Postelwitz von erfahrenen Fachleuten mit moderner Technik in GUP-Zweischalenbauweise hergestellt.

    Auf Körper und Seitentanks, die miteinander verklebt sind, wird anschließend das Deck gesetzt. Die Materialdicken dieses schnellen Bootes liegen zwischen zwei bis vier Lagen GS-Matte 300 und 450g/m².

    Die Seitentanks dienen als Auftriebskörper und bieten die segelgerechte Sitzgelegenheit.

    Der Schwertkasten wird mit den Seitentanks durch eine Querducht verbunden, die zugleich die seitlichen Kräfte des Schwertkastens aufnimmt und außerdem als vordere Befestigung der Fußgurte dient.

    Das holbare Ruderblatt und das Senkschwert sind aus 18 mm dickem Sperrholz, Mast und Baum aus Aluminium. Der Mast steht frei in seiner Spur auf dem Kielschwein und kann somit leicht getrimmt werden.

    Standardausrüstung

    Fußgurte, Baumniederholer, Spinnakerbeschläge, Spinnakerfall und -baum gehören zur Standardausrüstung.

    Unsere 420er besitzt alle zu einer modernen Regattajolle gehörenden Beschläge, die aus nichtrostendem Stahl oder Kunststoff bestehen.

    Das stehende Gut ist aus nichtrostendem Draht gefertigt, für das laufende Gut verwenden wir Grisuten-Tauwerk. Als Segelmaterial dient Kunststoff-Jachttuch.

    Sie erhalten also mit unserer 420er eine wettkampfmäßig ausgerüstete Jolle mit allen international vorgeschriebenen Beschlägen und Ausrüstungsteilen, die besonderen Zuspruch findet, da sie nicht nur sloop-, sondern auch catgetakelt und mit Trapez gesegelt werden kann.

    Technische Daten

    Länge über alles 420 cm
    Länge in der Wasserlinie 402 cm
    Breite über alles 163 cm
    Breite in der Wasserlinie 123 cm
    Tiefgang mit Schwert 97 cm
    Tiefgang ohne Schwert 17 cm
    Masse mit Ausrüstung (jedoch ohne Segel und Trapez) 115 kg
    Großsegel 7,45 m²
    Vorsegel 2,80 m²
    Spinnaker 9,00 m²

    Änderungen, die dem technischen Fortschritt dienen, behalten wir uns vor!

    Verkauf und Hersteller

    Der Verkauf erfolgt über:

    • SGB Betriebsteil Sportartikel, 1710 Luckenwalde, Bahnhofstr. 18/19
    • SGB Betriebsteil Sportartikel, 2700 Schwerin, Am Güterbahnhof
    • HO Bootsverkauf Berlin, 1170 Berlin-Köpenick, Wendenschloßstr. 340

    Hersteller:
    VEB Fahrzeugsitze Bad Schandau
    Betrieb des VEB Kombinat Schienenfahrzeugbau
    DDR – 8320 Bad Schandau
    Friedrich-Engels-Str. 23
    Ruf: Bad Schandau 24 13, Telex 2-6073
    Deutsche Demokratische Republik

    Druckvermerk: 485005 III-17-20 1181 5 | 1806/81

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    Mein Name ist Detlev Pickert, geboren 1957 in Berlin-Zehlendorf. Als Gründer und Webmaster von Klassik-Boote.de widme ich mich mit großer Leidenschaft dem kulturellen Erbe des Wassersports. In den späten 1970er Jahren, während meiner Tätigkeit im Großkauf am Saatwinkler Damm, beobachtete ich fasziniert die Testfahrten von Dieter König und seinem Team. Diese Begegnungen weckten in mir eine tiefe Begeisterung für die Geschichte der Boote – ihre Herkunft, ihre Besitzer, ihre Erlebnisse. Es ist diese „Provenienz“, die einem Boot seine Seele verleiht. Seitdem habe ich hunderte Interviews mit Bootsbauern, Werftbesitzern und Motorenschlossern geführt und in Archiven, Bibliotheken und Fachmagazinen recherchiert. So entstand ein umfangreiches Wissen, das ich nun – nach einer längeren Pause – Stück für Stück auf dieser Plattform veröffentliche. Jede Geschichte bleibt offen, denn täglich kommen neue Erkenntnisse hinzu. Ich bin kein studierter Germanist oder Journalist. Ich schreibe so, wie ich denke und fühle – authentisch, direkt und mit Herzblut. Wer sich davon angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen, mitzulesen, mitzudenken und vielleicht sogar einen virtuellen Kaffee über den Spendenknopf auszugeben. Vielen Dank für Eure Unterstützung und Euer Interesse an der faszinierenden Welt klassischer Boote.