Segeljolle Typ 420 – VEB Holzbearbetungswerke Werk III Bootswerft Postelwitz 1969

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    Segeljolle Typ 420 – VEB Holzbearbeitungswerke Werk III Bootswerft Postelwitz

    Dieser historische Werbeprospekt aus dem Jahr 1969 stellt die 420er Segeljolle vor, die von der Bootswerft Postelwitz in der Deutschen Demokratischen Republik gefertigt wurde. Das Boot wird als ideale Wahl für die Freuden der sportlichen Regattafahrt präsentiert.

    Geschichte und Herkunft

    1959 konstruierte der Franzose Christian Maury die 420er Jolle. Der Riß ist Eigentum der „Union Internationale de la Série des 4 mètres 20 – UNIQUA – Paris“, deren Bemühungen es sind, eine weitgehende Gleichheit der Lizenzbauten zu erreichen. Es ist grundsätzlich nur einer Werft je Land die Herstellung des Bootes nach den Urformen der französischen Werft Lanaverre gestattet.

    Konstruktion und Bauweise

    Die moderne Konstruktion und Herstellungsart – glasfaserverstärktes Polyester – verbunden mit der eleganten Linienführung und einer den heutigen Erfordernissen entsprechenden Ausrüstung, haben wesentlich dazu beigetragen, daß der 420er sich auf vielen Segelrevieren der Welt einen Platz erobert hat.

    Der Rumpf des 420er wird in einer Zweischalenbauweise hergestellt: Auf Körper und Seitentanks, die miteinander verklebt sind, wird anschließend das Vordeck gesetzt. Die Materialdicken des Bootes liegen zwischen 2 bis 4 Lagen Glasmatte 216 S 300 und 450 g/m².

    Die Seitentanks machen das Boot unsinkbar und bieten eine bequeme Sitzgelegenheit. Der Schwertkasten wird mit den Seitentanks durch eine Querducht verbunden, die die seitlichen Kräfte des Schwertkastens aufnimmt und als vordere Befestigung der Fußgurte dient.

    Ausstattung und Details

    Das holbare Ruderblatt und das Senkschwert werden aus 18 mm dickem Sperrholz gefertigt, Mast und Baum aus feinädrigem Nadelholz. Der Mast steht frei in seiner Spur auf dem Kielschwein und kann damit leicht getrimmt werden.

    Fußgurte, Baumniederholer, Spinnakerbeschläge, Spinnakerfall und -baum gehören zur serienmäßigen Ausrüstung des Bootes. Darüber hinaus besitzt der 420er alle zu einer modernen Jolle gehörenden Beschläge, die aus nichtrostendem Stahl oder Kunststoff bestehen.

    Das stehende Gut ist aus nichtrostendem Draht gefertigt, das laufende Gut ist Grisuten-Tauwerk, als Segelmaterial wird Kunststoff-Jachttuch verwendet. Befestigungshaken für die Halterung eines Ablagenetzes sind im Vorschiff vorsorglich eingebaut.

    Vielseitigkeit

    Besonderen Zuspruch wird der 420er auch finden, da er nicht sloop-, sondern auch catgetakelt und bei Juniorenregatten mit Trapez gesegelt werden kann. Weiterhin ist das Fahren mit einem Außenbordmotor bis 6 PS möglich.

    Dank des strengen Reglements erhält man ein Boot, dessen Eleganz und Schnelligkeit, gepaart mit einer guten Portion seglerischen Könnens, einen immer wieder zu einer Regatta am Start erscheinen läßt.

    Technische Daten

    Länge über alles 420 cm
    Länge in der Wasserlinie 402 cm
    Breite über alles 163 cm
    Breite in der Wasserlinie 123 cm
    Tiefgang mit Schwert 97 cm
    Tiefgang ohne Schwert 17 cm
    Masse mit Ausrüstung, jedoch ohne Segel und Trapez 98 kg
    Großsegel 7,45 m²
    Vorsegel 2,80 m²
    Spinnaker 9,00 m²

    Änderungen im Rahmen der technischen Weiterentwicklung sind vorbehalten.

    Lieferumfang

    Der Postelwitzer 420er stellt sich als eine in Material, Verarbeitung und Preis moderne Segeljolle mit hervorragenden Segeleigenschaften vor und erfordert minimale Unterhaltungskosten. Beim Kauf des Bootes erhält man eine wettkampfmäßig ausgerüstete Jolle mit allen vorgeschriebenen Beschlägen und Ausrüstungsteilen.

    Hersteller und Exporteur

    Hersteller:
    VEB Holzbearbeitungswerke · 832 Bad Schandau
    Werk III Bootswerft Postelwitz

    Exporteur:
    UNION Aussenhandelsgesellschaft mbH
    für Metallwaren und Sportartikel
    DDR · 108 Berlin · Postfach 1203
    Deutsche Demokratische Republik

    Der auf dem Titelblatt abgebildete 420er trägt die Segelnummer 12171 und zeigt zwei Segler bei sportlicher Fahrt. Die Abbildungen im Prospekt zeigen das Boot sowohl in Aktion auf dem Wasser als auch in technischen Zeichnungen mit Seiten- und Unterwasseransicht.

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    Mein Name ist Detlev Pickert, geboren 1957 in Berlin-Zehlendorf. Als Gründer und Webmaster von Klassik-Boote.de widme ich mich mit großer Leidenschaft dem kulturellen Erbe des Wassersports. In den späten 1970er Jahren, während meiner Tätigkeit im Großkauf am Saatwinkler Damm, beobachtete ich fasziniert die Testfahrten von Dieter König und seinem Team. Diese Begegnungen weckten in mir eine tiefe Begeisterung für die Geschichte der Boote – ihre Herkunft, ihre Besitzer, ihre Erlebnisse. Es ist diese „Provenienz“, die einem Boot seine Seele verleiht. Seitdem habe ich hunderte Interviews mit Bootsbauern, Werftbesitzern und Motorenschlossern geführt und in Archiven, Bibliotheken und Fachmagazinen recherchiert. So entstand ein umfangreiches Wissen, das ich nun – nach einer längeren Pause – Stück für Stück auf dieser Plattform veröffentliche. Jede Geschichte bleibt offen, denn täglich kommen neue Erkenntnisse hinzu. Ich bin kein studierter Germanist oder Journalist. Ich schreibe so, wie ich denke und fühle – authentisch, direkt und mit Herzblut. Wer sich davon angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen, mitzulesen, mitzudenken und vielleicht sogar einen virtuellen Kaffee über den Spendenknopf auszugeben. Vielen Dank für Eure Unterstützung und Euer Interesse an der faszinierenden Welt klassischer Boote.