Der Segelsport – 3. Auflage

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    Der Segelsport - J. W. und F. Scheibert - 1912
    Der Segelsport - J. W. und F. Scheibert - 1912

    Vorwort

     

    Navigare jocosum est! Schneidig gebaute Jachten, Schaluppen, Kutter und Schoner schaukeln sich in unseren Häfen der Nord- und Ostsee, beleben die Flußmündungen und regen zum Segelsport an! Selbst bei Berlin befinden sich Flotten von fast Hunderten von Booten, Jollen, kleineren und größeren Jachten versammelt.
    Wie sieht es aber sonst in unseren herrlichen Binnengewässern aus, die es an Schönheit mit allen Seen und Becken der Welt aufnehmen können?

    Man sehe die prachtvollen wellenbewegten Flächen der masurischen Seen an, man fahre durch die waldumkränzten Gewässer Mecklenburgs und man wird außer einigen Fischerkähnen und hier und da einigen Booten im Müritzsee sich vergeblich nach einem Segel umsehen, das seine Taubenschwingen in den klaren Fluten spiegelt.
    Unbegreiflich für den, der in den frischen Brisen der Sommer- und Herbstwinde seine Nerven stärkte, der im schnellen Fluge auf den schaumgekrönten Wogen das trübe Getriebe der kränkelnden Welt abschüttelt! Solch eine Wasserratte kann nicht begreifen, wie jemand, der an den herrlichsten Ufern der Erde wohnt, an allen den Schönheiten vorbeigehen kann und Möwen und Enten es überläßt, sich auf den Wassern zu tummeln! Vielfach kommt es daher, daß Menschen, welche den edlen Sport nicht kennen, in der Tat lieber beim öden Skat oder dem noch öderen Seidel sitzen, statt Gottes herrlicher Natur ihre Geheimnisse abzulauschen.

    Wie singt Byron:
    „Die liebste Mutter ist mir doch Natur,
    Wie lieblich ihre Züge sind!
    Mir lacht sie stets, ob Tag, ob Nacht verinnt,
    Obwohl ich sie belauscht, wie keiner tat,
    Und ihr in ihrem Zorn am liebsten bin genaht.“

    Die Natur in ihrem Zorne kann man nirgends besser studieren, als auf den schaukelnden Wogen! Hiervor fürchten sich die Landratten! Sie glauben, daß das Segeln auf weiteren Seen dem Gebaren eines Selbstmörders zu vergleichen sei! Allerdings wird der Laie, der nie eine Schote in der Hand hatte, beim ersten Sturme oder beim Einsetzen einer Bö sein Gefährt in Gefahr setzen!
    Aber ebenso, wie der Seemann nicht ohne Bedenken einen Vollblüter besteigen wird, um nicht einen gefährlichen Sturz zu riskieren, so wird sich auch der Anfänger nicht an die Führung eines größeren Fahrzeugs wagen, bevor er nicht eine Schule durchgemacht hat.

    Unsere Aufgabe soll es in diesem Buche sein: die Lust zum Segelsport anzuregen, den Anfängern und Laien durch unsere Belehrung einen Begriff von dem ihnen unbekannten Sport zu geben, indem wir den Leser in die Geheimnisse der Dinge einweihen, um ihn Schritt für Schritt zu dem herrlichen Treiben „fit“ zu machen.

    Steglitz, Mai 1901.
    Die Verfasser.

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    Mein Name ist Detlev Pickert, geboren 1957 in Berlin-Zehlendorf. Als Gründer und Webmaster von Klassik-Boote.de widme ich mich mit großer Leidenschaft dem kulturellen Erbe des Wassersports. In den späten 1970er Jahren, während meiner Tätigkeit im Großkauf am Saatwinkler Damm, beobachtete ich fasziniert die Testfahrten von Dieter König und seinem Team. Diese Begegnungen weckten in mir eine tiefe Begeisterung für die Geschichte der Boote – ihre Herkunft, ihre Besitzer, ihre Erlebnisse. Es ist diese „Provenienz“, die einem Boot seine Seele verleiht. Seitdem habe ich hunderte Interviews mit Bootsbauern, Werftbesitzern und Motorenschlossern geführt und in Archiven, Bibliotheken und Fachmagazinen recherchiert. So entstand ein umfangreiches Wissen, das ich nun – nach einer längeren Pause – Stück für Stück auf dieser Plattform veröffentliche. Jede Geschichte bleibt offen, denn täglich kommen neue Erkenntnisse hinzu. Ich bin kein studierter Germanist oder Journalist. Ich schreibe so, wie ich denke und fühle – authentisch, direkt und mit Herzblut. Wer sich davon angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen, mitzulesen, mitzudenken und vielleicht sogar einen virtuellen Kaffee über den Spendenknopf auszugeben. Vielen Dank für Eure Unterstützung und Euer Interesse an der faszinierenden Welt klassischer Boote.