Der Motorbootsport

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    Der Motorbootsport - Richard Wrede - 1922
    Der Motorbootsport - Richard Wrede - 1922

    Vorwort.

    1912 ist die erste Auflage dieses Buches erschienen. 1912 … da hatten wir noch unser altes Deutsches Reich und zahlten mit Goldmark. Wie haben sich die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse seitdem geändert… Wir Deutschen sind ein armes Volk geworden, das das letzte Ende seiner wirtschaftlichen Versklavung noch nicht abzusehen vermag. Fast will es scheinen, als ob bei der Not, die vielfach bei uns herrscht, für Luxusausgaben kein Papiermarkschein mehr übrig ist. Und Sport, gar ein Motorbootsport, erscheint vielen Menschen als Luxus. Dem ist aber nicht so. Man kann auch nicht behaupten, dass das Interesse für den Motorbootsport infolge der bedeutend erhöhten Anschaffungs- und Unterhaltungskosten für ein Motorboot geringer geworden ist. Von den Hunderten meiner Bekannten, die Motorbooteigner waren, sind es die meisten auch heute noch; nur wenige haben ihre Boote verkauft, weil der Sport ihnen zu teuer wurde. Dafür sind aber dem Motorbootsport viele neue Freunde entstanden, deren Zahl sich noch erheblich vermehren wird, da jetzt das „Fahrverbot“ aufgehoben ist, so dass nun wieder auch das Motorboot freie Bahn hat.

    Für gebildete Laien habe ich die erste Auflage meines Buches geschrieben. Ich war mir wohl bewusst, dass es recht gute Bücher über Motoren im allgemeinen, Bootsmotoren im besonderen, Motorboote und Motorjachten gab. Die Zahl dieser Bücher ist heute nicht geringer geworden. Was aber zu fehlen schien, war ein Einführungsbuch in den Motorbootsport. Das haben mir viele Motorbooteigner bestätigt, dass die Darstellungsweise jener vortrefflichen Fachbücher ihnen nicht verständlich genug sei. Der Fachmann setzt Kenntnisse
    voraus, die der Laie nun einmal nicht hat. Ein Apotheker, Architekt, Arzt, Beamter, Kaufmann, Maler, Rechtsanwalt usw. mag noch so gebildet und weltgewandt sein, aber dem Motor gegenüber ist er zunächst hilflos wie ein kleines Kind, er ist ein — Laie.

    Auch ich war einmal ein Laie im Motorbootwesen, habe dann aber praktisch gelernt — mit manchen Opfern an Zeit und Geld —, wie ein Motor zu behandeln, wie ein Motorboot zu führen, wie am billigsten Motorbootsport zu treiben ist. Meine Erfahrungen aus dieser Lehrzeit gab ich in der ersten Auflage wieder; ich habe inzwischen neue Erfahrungen gesammelt und auch die Wirkung unserer Valutaentwertung auf den Motorbootsport beobachtet.

    Bis in die jüngste Vergangenheit habe ich die Schmerzen und Sorgen der Motorbootbesitzer in sportlich leitenden Stellungen kennengelernt: einst als Vorstandsmitglied des „Deutschen Motorboot-Klubs“, dann als Vorsitzender des „Motorboot-Touren-Klubs“ und schließlich als Präsident des „Deutschen Kraftboot-Verbandes“. Gegen die Sorgen und Schmerzen der Motorbootsportler möchte ich auch in dieser zweiten Auflage wieder Ratschläge und Hilfsmittel geben.

    Hilfsmittel aus der Hausapotheke! Man braucht nicht gleich zum Doktor-Monteur zu schicken, zumal wo die Monteur-Arbeitsstunde jetzt sehr teuer ist. Ein richtiger Motorbootsportler hilft sich und seinem Motor selbst. Krankheiten verhüten ist aber oft leichter als Krankheiten heilen. Man sollte darum in erster Linie besorgt sein, eine Panne zu vermeiden; das kann man am ehesten, wenn man seinen Bootskörper und die Motorenanlage genau kennt. Dazu will ich auch in dieser neuen Auflage wieder zweckdienliche Hinweise geben. Hoffentlich finden sie den gleichen Beifall wie 1912.

    Berlin-Südende, Weihnachten 1921.
    Dr. Richard Wrede.

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    Mein Name ist Detlev Pickert, geboren 1957 in Berlin-Zehlendorf. Als Gründer und Webmaster von Klassik-Boote.de widme ich mich mit großer Leidenschaft dem kulturellen Erbe des Wassersports. In den späten 1970er Jahren, während meiner Tätigkeit im Großkauf am Saatwinkler Damm, beobachtete ich fasziniert die Testfahrten von Dieter König und seinem Team. Diese Begegnungen weckten in mir eine tiefe Begeisterung für die Geschichte der Boote – ihre Herkunft, ihre Besitzer, ihre Erlebnisse. Es ist diese „Provenienz“, die einem Boot seine Seele verleiht. Seitdem habe ich hunderte Interviews mit Bootsbauern, Werftbesitzern und Motorenschlossern geführt und in Archiven, Bibliotheken und Fachmagazinen recherchiert. So entstand ein umfangreiches Wissen, das ich nun – nach einer längeren Pause – Stück für Stück auf dieser Plattform veröffentliche. Jede Geschichte bleibt offen, denn täglich kommen neue Erkenntnisse hinzu. Ich bin kein studierter Germanist oder Journalist. Ich schreibe so, wie ich denke und fühle – authentisch, direkt und mit Herzblut. Wer sich davon angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen, mitzulesen, mitzudenken und vielleicht sogar einen virtuellen Kaffee über den Spendenknopf auszugeben. Vielen Dank für Eure Unterstützung und Euer Interesse an der faszinierenden Welt klassischer Boote.