Motorrennboote Bernhard Danisch und Franz Pfennig 1976

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    Motorrennboote – Prospekt der Firmen Bernhard Danisch und Franz Pfennig (DDR, 1974)

    Dieser historische Werbeprospekt aus der Deutschen Demokratischen Republik präsentiert die faszinierende Welt des Motorbootrennsports und stellt zwei in Fachkreisen weltbekannte Hersteller von Rennbooten vor: die Firma Bernhard Danisch aus Herzfelde bei Berlin und die Firma Franz Pfennig aus Fangschleuse/Grünheide.

    Die Faszination des Motorbootrennsports

    Mit aufheulenden Motoren gleiten die Rennboote zum Start. Die 5 Minuten Vorbereitungszeit wie ein aufgescheuchter Hornissenschwarm verbringend, jagen sie nach dem Startschuss los. Mit hohem Tempo rasen die Dreipunktboote und Proprider über die Strecke. Piloten mit starken Nerven, eine Hand am Lenkrad und die andere am Gashebel, steuern ihre Flitzer dem ersehnten Sieg zu. In den Kurven und auf den Geraden meterhohe Wasserschleier hochreißend und hinter sich herziehend, fliegen sie fast über die breite Wasserfläche.

    In jedem Jahr ziehen die Motorbootrennveranstaltungen Tausende von Menschen auf die Tribünen und Rennstrecken. Gebannt von diesem schönen Sport, genießen die begeisterten Zuschauer die prickelnde Spannung, die in der Luft liegt, im Kampf um Meter und Sekunden.

    Erfolgsfaktoren im Rennsport

    Hartes Training, um das notwendige fahrerische Können zu erlangen, gute Kenntnis der auf Höchsttouren laufenden Rennmotoren und nicht zuletzt die Schnelligkeit und Solidität des Bootes sind platz- und siegentscheidende Faktoren.

    Die Hersteller, selbst Rennfahrer von internationalem Rang, oft mit dem Lorbeer des Sieges dekoriert, konstruieren und bauen Boote, die auf allen Rennstrecken der Welt zu den besten gehören. Mit den Booten dieser Hersteller wurden in den letzten Jahren eine Reihe Europa- und Weltmeistertitel sowie Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt. Nur eine ständige Weiterentwicklung sowie Umsetzung neu erworbener Erkenntnisse in die Produktion führen zu solchen Ergebnissen.

    Rennklassen und Geschwindigkeiten

    In 3 Läufen zu je 10 km wird bei einer normalen Rennveranstaltung um den Sieg gekämpft. Gestartet wird in verschiedenen Klassen, die sich durch den ccm-Inhalt ihrer Motoren unterscheiden.

    Klassen mit speziell für den Rennsport hergestellten Heckmaschinen:

    Klasse Hubraum Geschwindigkeit
    O J 175 ccm ca. 110 km/h
    O A 250 ccm ca. 125 km/h
    O B 350 ccm ca. 130 km/h
    O C 500 ccm ca. 160 km/h

    Einbaurennbootklasse R1:

    Mit „frisierten“ handelsüblichen Einbaumotoren, meist „Wartburg“, startet die internationale Einbaurennbootklasse R 1 = 1000 ccm mit Geschwindigkeiten um 115 km/h. Die Bootskörper werden in einer speziellen Leichtbauweise hergestellt. Ein Längsverband, sinnvoll mit dem Spantgerüst verbunden, wird mit Sperrholz beplankt.

    Bootstypen: Proprider und Dreipunktboot

    Präzise Handarbeit ist hier Trumpf. Wichtig sind die Dimensionen des Bootes, die von einigen Faktoren abhängen, so u.a. von der Antriebsart und Antriebskraft. Da nach den internationalen Bestimmungen des UIM-Reglements Form und Gewicht der Boote freigestellt sind, werden immer neue Möglichkeiten zur Qualitätsverbesserung gefunden, mit dem Resultat: Die Rennen werden schneller.

    Das Dreipunktboot

    Das Dreipunktboot berührt, wie sich schon aus dem Namen ableiten lässt, bei voller Fahrt die Wasseroberfläche mit nur 3 Punkten: mit den seitlichen Abrißkanten, den sogenannten Tatzen, und dem Propeller. Bei hoher Geschwindigkeit wird zwischen den Abrißkanten Luft zu einem Luftpolster zusammengepresst, das das Boot aus dem Wasser hebt. Die große Breite des Vorschiffes gibt dem Fahrzeug trotz der geringen Auflageflächen eine gute Fahrstabilität. Kniend kann der Fahrer das Boot beim Umrunden der Wende-Bojen ausbalancieren.

    Der Proprider

    Der Proprider wird vom Piloten liegend dirigiert. Bei vollem Tempo hebt sich der Bootskörper, auf entstandenen Luftkissen schwebend, aus dem Wasser und reitet auf dem Propeller. Das erklärt den Begriff Proprider.

    Sicherheitsmaßnahmen

    Außer den weit sichtbaren orangefarbenen Helmen und Schwimmwesten sind weitere Sicherheitsmaßnahmen strenge Vorschrift:

    • Der Handgashebel ist so konstruiert, dass er nach dem Loslassen von selbst auf Standgas zurückspringt
    • Eine automatisch auf die Zündung wirkende Vorrichtung muss vorhanden sein, die den Motor außer Betrieb setzt, wenn der Fahrer aus dem Boot geschleudert wird
    • Jeder Rennfahrer ist mit dieser Vorrichtung durch einen am Arm zu tragenden Kurzschlusskontakt verbunden

    Bildbeschriftungen

    • Bild 1: Boote der Klasse OC, Dreipunktboote und Proprider bei Startvorbereitungen
    • Bild 2: OC-Dreipunktboote auf dem Weg ins Vorbereitungsfeld
    • Bild 3: Dreipunktboote in höchster Fahrt auf der Strecke
    • Bild 4: Boote der Klasse OJ während der Startvorbereitung
    • Bild 5: Anwerfen der Motoren bei der Klasse OA
    • Bild 6: Boote der Klasse R1 im Rennen
    • Bild 7: Der Sattelplatz liegt hinter ihm
    • Bild 8: In der Klasse R1 herrscht Ruhe vor dem Sturm

    Hersteller

    Firma Bernhard Danisch
    1264 Herzfelde/b. Strausberg
    Hauptstraße 5
    Telefon: 238

    Firma Franz Pfennig
    1252 Fangschleuse/Grünheide
    Locknitzstraße 34/35
    Telefon: Erkner 6267

    Exporteur

    UNION
    Außenhandelsgesellschaft mbH
    für Metallwaren und Sportartikel
    DDR-108 Berlin, Postfach 1203
    Telefon: 220101 – Telex: 112538
    Deutsche Demokratische Republik

    Impressum

    Änderungen im Interesse der technischen Weiterentwicklung behalten wir uns vor.

    Herausgeber: ZWK Möbel-Kulturwaren-Sportartikel und VEB Yachtwerft Berlin
    Grafik: Pohl
    Fotografie: Reuel und Krebs
    Regie: Piesold
    DEWAG WERBUNG Berlin 74
    Ag 310/74/DDR/C/KV 16/8 · ODR 5976 II-15-17 · 160,0

    Vielleicht gehören auch Sie zu den Menschen, die hohe Geschwindigkeiten lieben und probieren es einmal, das Fahren mit den kleinen schnellen Flitzern.

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    webmaster
    Mein Name ist Detlev Pickert, geboren 1957 in Berlin-Zehlendorf. Als Gründer und Webmaster von Klassik-Boote.de widme ich mich mit großer Leidenschaft dem kulturellen Erbe des Wassersports. In den späten 1970er Jahren, während meiner Tätigkeit im Großkauf am Saatwinkler Damm, beobachtete ich fasziniert die Testfahrten von Dieter König und seinem Team. Diese Begegnungen weckten in mir eine tiefe Begeisterung für die Geschichte der Boote – ihre Herkunft, ihre Besitzer, ihre Erlebnisse. Es ist diese „Provenienz“, die einem Boot seine Seele verleiht. Seitdem habe ich hunderte Interviews mit Bootsbauern, Werftbesitzern und Motorenschlossern geführt und in Archiven, Bibliotheken und Fachmagazinen recherchiert. So entstand ein umfangreiches Wissen, das ich nun – nach einer längeren Pause – Stück für Stück auf dieser Plattform veröffentliche. Jede Geschichte bleibt offen, denn täglich kommen neue Erkenntnisse hinzu. Ich bin kein studierter Germanist oder Journalist. Ich schreibe so, wie ich denke und fühle – authentisch, direkt und mit Herzblut. Wer sich davon angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen, mitzulesen, mitzudenken und vielleicht sogar einen virtuellen Kaffee über den Spendenknopf auszugeben. Vielen Dank für Eure Unterstützung und Euer Interesse an der faszinierenden Welt klassischer Boote.