Motorsegler Vilm – PGH An der Goor 1970

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    Motorsegler „Vilm“ 10,60 m

    Der Motorsegler „Vilm“ wurde von Dipl.-Ing. Werner Siegel und Ing. M. Frach konstruiert und von der PGH „An der Goor“ in Lauterbach auf Rügen (DDR) gefertigt. Der Exporteur war die Union Außenhandelsgesellschaft mbH für Metallwaren und Sportartikel in Berlin (DDR).

    Allgemeines

    Entsprechend den Testergebnissen des Prototyps sind für den Motorsegler folgende Eigenschaften charakterisierend: Gute Segeleigenschaften, Komfort für 6 Personen in 3 Kabinen, solide, robuste Bauausführung, hohe Seetüchtigkeit, einfache Handhabung, geschütztes Cockpit. Die Gesamtkonzeption ist auf Verwendung als Familienboot für Wochenend- und Urlaubsfahrten abgestimmt.

    Technische Daten

    Länge über Alles 10,60 m
    Breite über Alles 3,22 m
    Länge in der KWL 8,50 m
    Tiefgang 1,25 m
    Geringster Freibord 0,95 m
    Takelhöhe über KWL 12,60 m
    Deplacement 7,5 t
    Ballast 2,5 t
    Geschwindigkeit 8 kn
    Motor Volvo Penta MD 21, 75 PS (SAE)

    Bauausführung

    a) Körper

    Der Rumpf des Bootes wird aus ungesättigtem Polyesterharz mit Armierung aus Glasfasermatten und Rovingsgeweben hergestellt. Die Aussteifung der Außenhaut erfolgt durch Längs- und Querspanten. Der Ballast ist außen angebolzt, daher keine Probleme bei Grundberührungen und Winterlagerung.

    Das Deck

    Decksbalken und Schlingen aus Eiche und Nadelholz. Auf den Decksbalken liegt 8 mm Bootsbausperrholz mit Glasfaser und Polyester beschichtet, darauf ein Iroko-Stabdeck.

    b) Aufbauten

    Mahagoniseiten, die Dächer aus Bootsbausperrholz mit Glasfaser und Polyester beschichtet.

    c) Takelage

    Mast und Spieren aus Spruce. Stehendes Gut aus rostfreiem Stahl. Fallen und Schoten aus rostfreiem Stahl mit synthetischem Fasertauwerk. Segel Kunstfaser.

    d) Decksbeschläge

    Schotwinden, Leitschienen aus Bronze. Seereling, Bug- und Heckkorb aus rostfreiem Stahl. Poller, Klampen, Fenster und Kantenschienen aus anodisiertem Leichtmetall.

    e) Ankergerät

    60 m verzinkte 8 mm Ankerkette mit 20 kg Anker und verzinkter Ankerwinde.

    Innenausbau

    Aus dunklen oder hellen Edelfurnieren. Alle Fußböden aus aufnehmbaren Irokoplatten. Pantrytisch und Toilettenraum aus Hartplastik. Das Kajütdach ist innen mit hellem perforiertem Plastikstoff bespannt.

    Vorkajüte

    Im Vorschiff befinden sich der Kettenkasten und eine 2-Personenkabine mit 2 Kojen, Stauräumen und der Vorluke.

    Toilette

    An BB-Seite die Toilette mit Pump-WC, Dusche, Waschtisch, Spiegel und diversem Schrankraum. Die Toilette wird durch Umschlagen der Tür zur großen Umkleidekabine.

    Pantry

    Im Salon ist die gesamte Steuerbordseite als Pantry ausgebaut. Sie enthält sehr reichlich Stauraum, einen Kühlschrank, ein großes Abwaschbecken mit Druckwasserversorgung und einen Schwingkocher.

    Salon

    An BB-Seite ist die Dinette angeordnet, welche Platz bietet für 6–7 Personen. Die Dinette kann durch Absenken des Tisches und Einlegen der Rückenpolster in ein breites Bett für 2–3 Personen verwandelt werden.

    Ölzeugschrank

    Beim Eingang des Salons ist ein geräumiger Ölzeugschrank eingebaut.

    Cockpit

    Ruderhaus: Das selbstlenzende Cockpit ist teilweise mit einem durchsichtigen Hardtop überbaut. Mit einer Persenning kann es ganz verschlossen werden. Große Fenster erlauben gute Sicht nach allen Seiten. Backskisten ergeben geräumigen Stauraum für Decksinventar. Die gesamte Bedienung des Motors, Ruders und der Schoten erfolgt vom Steuerstand bzw. Cockpit aus. Das Balanceruder kann auch mit einer Ruderpinne bedient werden. Der Motor ist durch eine Luke im Cockpitboden leicht zugänglich.

    Achterkajüte

    Die Achterkajüte enthält neben 2 bequemen Kojen, ein Schränkchen und einen Toilettentisch mit Waschbecken. Der Toilettentisch ist durch seine Ausziehplatte gleichzeitig als Kartentisch verwendbar.

    Motorenanlage

    Vierzylinder Dieselmotor Type Volvo-Penta MD 21 A, Hydraulisches Wendegetriebe 2,9:1 untersetzt. Die Maschine ist gummigelagert. Die Welle ist 35 ∅ mm nichtrostender Stahl. Die Auspuffanlage ist doppelwandig wassergekühlt. Der Maschinenraum ist sehr gut schallisoliert.

    Elektrische Anlage

    Bordnetzspannung 12 V Gleichstrom, 3 Batterien 105 Ah. Positionslampen, Decksbeleuchtung, Innenleuchten und Kojenbeleuchtung. 2 Scheibenwischer und 2 elektrische Lenzpumpen gehören zum Standard.

    Tanks

    • 2 Dieselöltanks 450 l
    • 1 Trinkwassertank 300 l

    Segel

    Standard: Großsegel und Baumfock. Gegen Mehrpreis lieferbar: Genua, Sturmgroßsegel und Sturmklüver.

    Erklärung für Generalplan

    • 1 Kettenkasten
    • 2 Ablageborde
    • 3 Kojen
    • 4 Kleiderschränke
    • 5 Toilettenraum
    • 6 Geschirrschränke
    • 7 Pantry
    • 8 Dinette
    • 9 Ölzeugschrank
    • 10 Backskisten
    • 11 Maschinenraum
    • 12 Niedergang
    • 13 Wäscheschrank
    • 14 Kartentischplatte mit darunter befindlichem Waschbecken und Wasserhahn
    • 15 Schubfächer
    • 16 Stauraum

    Änderungen im Interesse der technischen Weiterentwicklung sind vorbehalten. Bei rechtzeitiger Auftragserteilung sind wir in der Lage, Sonderwünsche im Rahmen terminlicher und materialtechnischer Möglichkeiten zu berücksichtigen.

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    webmaster
    Mein Name ist Detlev Pickert, geboren 1957 in Berlin-Zehlendorf. Als Gründer und Webmaster von Klassik-Boote.de widme ich mich mit großer Leidenschaft dem kulturellen Erbe des Wassersports. In den späten 1970er Jahren, während meiner Tätigkeit im Großkauf am Saatwinkler Damm, beobachtete ich fasziniert die Testfahrten von Dieter König und seinem Team. Diese Begegnungen weckten in mir eine tiefe Begeisterung für die Geschichte der Boote – ihre Herkunft, ihre Besitzer, ihre Erlebnisse. Es ist diese „Provenienz“, die einem Boot seine Seele verleiht. Seitdem habe ich hunderte Interviews mit Bootsbauern, Werftbesitzern und Motorenschlossern geführt und in Archiven, Bibliotheken und Fachmagazinen recherchiert. So entstand ein umfangreiches Wissen, das ich nun – nach einer längeren Pause – Stück für Stück auf dieser Plattform veröffentliche. Jede Geschichte bleibt offen, denn täglich kommen neue Erkenntnisse hinzu. Ich bin kein studierter Germanist oder Journalist. Ich schreibe so, wie ich denke und fühle – authentisch, direkt und mit Herzblut. Wer sich davon angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen, mitzulesen, mitzudenken und vielleicht sogar einen virtuellen Kaffee über den Spendenknopf auszugeben. Vielen Dank für Eure Unterstützung und Euer Interesse an der faszinierenden Welt klassischer Boote.