Finn Dingi TYP 3603 – VEB Yachtwerft Berlin 1968

    0
    14

    Finn-Dingi Typ 3603 – VEB Yachtwerft Berlin

    Mit diesem heute in aller Welt bekannten Boot ist unseren Segelsprtlern ein Boot mit höchsten seglerischen Eigenschaften in die Hand gegeben worden.

    1963 wurde in Zusammenarbeit mit der Forschungs- und Entwicklungsstelle für Sportmaterial, Berlin-Oberschöneweide ein FINN-DINGI aus glasfaserverstärktem Polyester entwickelt.

    Erprobung und Erfolge

    Viele Probefahrten und langjährige Tests in allen Wetterlagen haben die Funktionstüchtigkeit dieser Boote bewiesen. Alle Testergebnisse wurden ausgewertet, um diesen Typ serienreif zu machen und so zu bauen, daß er wirklich allen Ansprüchen gerecht wird. Bei der Konstruktion wurden die neuesten Erkenntnisse der Segeltechnik berücksichtigt, und bei Schleppversuchen in einem Schleppkanal konnte festgestellt werden, daß unser FINN-DINGI allen anderen überlegen ist.

    Die Boote werden nach den neuesten Bau- und Vermessungsvorschriften der „International Finn-Class-Organisation“ gebaut und durch einen anerkannten Vermesser des Bundes Deutscher Segler vermessen. Unsere FINN-DINGI haben in den letzten Jahren folgende Erfolge erzielt:

    1965

    • 1. Platz Goldcup (WM) in Polen
    • 4. Platz Europameisterschaft in Portugal
    • 2. und 3. Platz Internationale Ostseewoche in der DDR

    1966

    • 1. und 2. Platz Ox-Cup in Schweden
    • 1., 2. und 3. Platz Internationale Ostseewoche in der DDR
    • 1. Platz Deutsche Meisterschaft in der DDR

    Konstruktion und Bauweise

    An der Weiterentwicklung dieser Boote wird ständig gearbeitet. Der Bau erfolgt aus glasfaserverstärktem Polyester im Handauflegeverfahren. Deck und Körper sind fest miteinander verbunden.

    Einen großen Vorteil gegenüber allen anderen FINN-DINGIS bieten die beiden vom Spiegel bis zum vorderen Schott durchlaufenden Seitentanks, die fest mit dem Körper und dem Deck verklebt sind. Durch diese Tanks erhält das Boot im gekenterten Zustand eine gleichlastige Schwimmlage und kann so relativ schnell lenzgesegelt werden. Diese Seitentanks sind durch Querschotte in 4 wasserdichte Abteilungen aufgeteilt.

    Der mit dem Bootskörper verschraubte Fußboden ist aus 6 mm Bootsbausperrholz gefertigt.

    Das Ruder besteht aus einer 20 mm starken Furnierplatte mit profiliertem Querschnitt. Die Pinne ist als Gelenkpinne ausgebildet.

    Mast und Großbaum sind aus bestem Nadelholz hergestellt.

    Bei der farblichen Gestaltung des Bootes berücksichtigen wir nach Möglichkeit gern Ihre Wünsche.

    Beschläge und Ausstattung

    Sämtliche Beschläge sind aus nichtrostendem Stahl gefertigt und entsprechen in Form, Zweckmäßigkeit und Anbringung den modernsten Regattaanforderungen.

    Um auf allen Kursen einen optimalen Trimm des Segels und der Takelage zu erreichen, sind ein Schothornauszholer, ein Unterliek-, ein Vorliek- und ein Mastkeilstrecker mit Gummirückholer und zwei Stopperleinen für den Leitwagenlaufer vorgesehen. Alle Strecker sind doppelt geschoren und können beidseitig an den Curryklemmen festgesetzt werden.

    Das gesamte laufende Gut ist aus Dederontauwerk hergestellt.

    Alle Beschläge sind aus nichtrostendem Stahl und die Blöcke aus Hartgewebe gefertigt.

    Die beiden Ausreitgurte sind in der Länge verstellbar.

    Im Boden sind 2 Lenzventile angebracht, und am Spiegel ist das FINN-DINGI mit einem Entwässerungsstopfen ausgerüstet.

    Technische Daten – Hauptabmessungen

    Länge über Deck 4,50 m
    Breite ohne Scheuerleiste 1,51 m
    Tiefgang ohne Schwert etwa 0,16 m
    Tiefgang mit Schwert etwa 0,86 m
    Gewicht der Schale max. 105 kg
    Segelfläche etwa 10 m²

    Standardzubehör

    • 1 Stechpaddel
    • 1 Fangleine

    Extra

    • 1 Plane über Alles
    • 1 Segel aus Kunstfaser oder Baumwolle

    Änderung im Rahmen der technischen Weiterentwicklung vorbehalten.

    Hersteller und Vertrieb

    Konstrukteur: Forschungs- und Entwicklungsstelle für Sportmaterial, Berlin / VEB Yachtwerft Berlin

    Hersteller: VEB Yachtwerft Berlin, 1162 Berlin, Müggelseedamm 40-70
    Telefon: 64 60 61 | Telex: 0112 709

    Exporteur: Union Außenhandelsgesellschaft mbH. für Metallwaren und Sportartikel, 108 Berlin, Postfach 1203
    Telefon: 42 53 56 | Telex: 0112 538

    DEUTSCHE DEMOKRATISCHE REPUBLIK

    Ag 02 20 68 – V 19 13 SFR – Druck: Reineck & Klein, Weimar – Gestaltung: Schülke, Berlin

    Detailzeichnung

    Der Prospekt enthält eine detaillierte technische Zeichnung des Finn-Dingi mit Beschriftung aller wichtigen Bauteile und Beschläge:

    • Ruderblatt, Ruderkopfbeschlag, Gelenkpinne, Pinnenarm, Griffstück
    • Großbaum, Großsegel
    • Haltekloben für die Unterbringung des Schothornauszholers
    • Curry-Klemme für Vorliekstrecker, Unterliekstrecker, Schothornauszholer
    • Entwässerungsstopfen, Großlucke
    • Curry-Klemme für Großsegel, Leitwagenlaufer
    • Protestflaggenbefestigung
    • Sicherungspuffer für das Aufreiten gegen Mastfallen
    • Badeverage, Ausreiter, Fußboden, Ausreitgurt
    • Lenzventil System „Elström“
    • Augsbolzen für Schwertniederholer
    • Curry-Klemme für Schwertniederholer
    • Schwertbolzen, Schwertbügel, Schleppbügel
    • Entwässerungsstöpchen, Vorstecker, verstellbare Fockrolle
    • Mastbügel, Gummi-Mastkeil-Rückholer
    • Mastkeil für die Verstellung der Großbaumneigung, Schleppöse
    • Unterliekrolle, Nockrolle, Vorliekgöttchen
    • Überliekhaken, Vorliekstrecker
    • Mastkeilstrecker, Knöbelrampe für Mastkeilstrecker
    • Halsmarke
    • Schwert
    Vorheriger ArtikelFertigungsprogramm – PGH Müggelspree 1961
    Nächster ArtikelFinn Dingi – VEB Yachtwerft Berlin 1960
    webmaster
    Mein Name ist Detlev Pickert, geboren 1957 in Berlin-Zehlendorf. Als Gründer und Webmaster von Klassik-Boote.de widme ich mich mit großer Leidenschaft dem kulturellen Erbe des Wassersports. In den späten 1970er Jahren, während meiner Tätigkeit im Großkauf am Saatwinkler Damm, beobachtete ich fasziniert die Testfahrten von Dieter König und seinem Team. Diese Begegnungen weckten in mir eine tiefe Begeisterung für die Geschichte der Boote – ihre Herkunft, ihre Besitzer, ihre Erlebnisse. Es ist diese „Provenienz“, die einem Boot seine Seele verleiht. Seitdem habe ich hunderte Interviews mit Bootsbauern, Werftbesitzern und Motorenschlossern geführt und in Archiven, Bibliotheken und Fachmagazinen recherchiert. So entstand ein umfangreiches Wissen, das ich nun – nach einer längeren Pause – Stück für Stück auf dieser Plattform veröffentliche. Jede Geschichte bleibt offen, denn täglich kommen neue Erkenntnisse hinzu. Ich bin kein studierter Germanist oder Journalist. Ich schreibe so, wie ich denke und fühle – authentisch, direkt und mit Herzblut. Wer sich davon angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen, mitzulesen, mitzudenken und vielleicht sogar einen virtuellen Kaffee über den Spendenknopf auszugeben. Vielen Dank für Eure Unterstützung und Euer Interesse an der faszinierenden Welt klassischer Boote.