Motorboot Plaue – VEB Schiffsreparaturwerften Berlin Jahr unbekannt

    0
    26

    Motorboot „Plaue“ – VEB Schiffsreparaturwerften Berlin

    Dieser historische Werbeprospekt präsentiert das Motorboot „Plaue“, ein preisgünstiges und fahrerlaubnisfreies Sportboot aus der Produktion der VEB Schiffsreparaturwerften Berlin, Werft Brandenburg (Havel) – Plaue, mit Sitz in Berlin O 17, Tunnelstraße 34.

    Wasserwandern und Camping

    Der Prospekt wirbt mit dem Slogan: „Wen könnte das nicht reizen? Wochenend und Urlaub mit einem eigenen Motorboot — der Wunschtraum vieler — geht durch das preisgünstige und fahrerlaubnisfreie Motorboot ‚Plaue‘ in Erfüllung.“

    Das formschöne und stabile Sportboot ist als offener 2/2-Sitzer für Fahrten auf allen Binnengewässern geeignet. Der Bootskörper verfügt über eine moderne Formgebung, die auch verwöhnten Ansprüchen gerecht wird, und zeigt selbst mit kleiner Antriebsleistung gute Fahreigenschaften.

    Material und Verarbeitung

    Als Material wurde bestes kochfest-verleimtes Sperrholz für die Außenhaut, abgelagerte Eiche für Spanten und Versteifungen sowie Mahagoni und astfreie Kiefer verwendet. Alle Verbindungen sind geschraubt bzw. mit Kupfernägeln genagelt und zusätzlich wasserfest verleimt. Alle sichtbaren Schraubenlöcher im naturlackierten Teil sind verpfropft.

    Alle Schurrkanten wie Deck, Kimm und Heckflossen sind durch polierte Hydronaliumscheuerleisten bzw. an der Kimm durch kombinierte Spritzwasserabweiser und Schutzleisten aus Eiche besonders geschützt. Die übrigen Beschläge sind gleichfalls aus seewasserbeständigem Hydronalium gefertigt.

    Während das Mahagonisperrholzdeck sowie der innere Bootskörper naturlackiert sind, erhält das Boot außen neben einer fachmännischen Spachtelung mehrere Öl- und Lackanstriche. Der im Wasser liegende Körper wird mit Unterwasser-Kupferfarbe versehen.

    Das Motorboot „Plaue“ unterliegt einer strengen Gütekontrolle und wird in einem fahrtüchtigen Zustand geliefert.

    Liefervarianten

    Das Motorboot „Plaue“ wird standardmäßig mit und ohne eingebautem „Tümmler“-Einbaumotor, mit und ohne Heckflossen geliefert. Die Bootsform sowie die Festigkeit des Bootskörpers lassen aber auch Motore mit höheren Leistungen bis zu einem Eigengewicht von etwa 40 kp zu.

    Technische Daten

    Länge ü. a. 4,70 m
    Breite 1,23 m
    Seitenhöhe ohne Scheibe 0,67 m
    Kleinster Freibord 0,35 m
    Sitzplätze 2/2
    Liegefläche 0,92/0,78 × 1,95 m
    Antrieb EM 75/1 Tümmler eingebaut
    Geschwindigkeit max. 12 km/h
    Kraftstoffverbrauch 2,5 PS
    Inhalt des Kraftstofftanks 1,3 l/h
    Eigengewicht ohne Motor 160 kp
    Eigengewicht mit Motor 180 kp
    Nutzlast 320 kp

    Zubehör

    • 2 Doppelklappstühle in Leichtenbauart aus Pierryl für 4 Personen
    • 1 Panorama-Windschutzscheibe
    • 1 komplette Ruderanlage mit modernem Steuerrad
    • 4 Positionslampen
    • 2 Fender
    • 1 Bootshaken
    • 2 Stechpaddel
    • 1 Bootsplane mit Spriegel

    Vertrieb und Auskunft

    Der Prospekt endet mit dem Gruß „Gute Fahrt!“ und nennt folgende Auskunftsstellen:

    • GHG M u. K Bootsl. Königs Wusterhausen, Neue Mühle, Fasanenstraße 20
    • GHG M u. K N.-L Sportartikel Schwerin, am Güterbahnhof
    • HO „Neptun“ Berlin-Köpenick, Oberspreestraße

    Der Prospekt trägt die Drucknummer Fb 465/64 I/4/9/51, was auf eine Entstehung in den 1960er Jahren in der DDR hindeutet.

    Vorheriger ArtikelMotorboot Plaue – VEB Deutsche Binnenreederei Jahr unbekannt
    Nächster ArtikelMotorboot Trainer II – VEB Fahrzeugsitze Betriebsteil Bootswerft Postelwitz 1972
    webmaster
    Mein Name ist Detlev Pickert, geboren 1957 in Berlin-Zehlendorf. Als Gründer und Webmaster von Klassik-Boote.de widme ich mich mit großer Leidenschaft dem kulturellen Erbe des Wassersports. In den späten 1970er Jahren, während meiner Tätigkeit im Großkauf am Saatwinkler Damm, beobachtete ich fasziniert die Testfahrten von Dieter König und seinem Team. Diese Begegnungen weckten in mir eine tiefe Begeisterung für die Geschichte der Boote – ihre Herkunft, ihre Besitzer, ihre Erlebnisse. Es ist diese „Provenienz“, die einem Boot seine Seele verleiht. Seitdem habe ich hunderte Interviews mit Bootsbauern, Werftbesitzern und Motorenschlossern geführt und in Archiven, Bibliotheken und Fachmagazinen recherchiert. So entstand ein umfangreiches Wissen, das ich nun – nach einer längeren Pause – Stück für Stück auf dieser Plattform veröffentliche. Jede Geschichte bleibt offen, denn täglich kommen neue Erkenntnisse hinzu. Ich bin kein studierter Germanist oder Journalist. Ich schreibe so, wie ich denke und fühle – authentisch, direkt und mit Herzblut. Wer sich davon angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen, mitzulesen, mitzudenken und vielleicht sogar einen virtuellen Kaffee über den Spendenknopf auszugeben. Vielen Dank für Eure Unterstützung und Euer Interesse an der faszinierenden Welt klassischer Boote.