Tourensport-Boot T4 Holz 1968

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Die vorliegende Baubeschreibung des T4 ist keine neue Konstruktion. Diese basiert auf das bereits im Jahre 1956 entwickelte Autoboot „Treuholz“ von Theo Ernst. Leider haben wir derzeit noch keinen Zugang zu der ursprünglichen Baubeschreibung. Manfred Ernst hat sich diesen Entwurf vorgenommen und daraus ein modernes, sportliches und von der Form her sehr schnittiges Sportboot abgeleitet.

Hier zunächst eine kurze Präsentation des Ur-Typ vom T4

Der Vorgänger des T4 war der Bootstyp „Treuholz“. Für diesen Bootstyp hat sich Theodor Ernst, der Konstrukteur des Bootes, folgende Parameter überlegt:
Es sollte ein schnelles und kleines Motorboot für interessierte Wassersportler geschaffen werden. Der Anschaffungspreis soll erschwinglich sein und etwa zwischen dem eines teuren Motorrades und eines billigen Autos liegen. Es soll ausreichend Platz für vier Sitze bieten, bzw. die Möglichkeit bestehen, zu zweit auf Luftmatratzen zu übernachten. Das Boot muss trotz der Geräumigkeit ein ansprechendes Äußeres haben und eine akzeptable Geschwindigkeit erreichen. Das Boot sollte mit einem Einbaumotor gefertigt werden. Als Motor stand zu dieser Zeit der DKW F8-Motor (P70-Motor), ein Wartburg F9-Motor oder ältere Modelle wie Dixi, Fiat, Ford o.ä, zur Verfügung. Letztendlich bestimmt der Gesamtpreis und die Verfügbarkeit eine Rolle. Die Kosten für die Maschinenanlage schwankten zwischen 1.200,- DM und 3.000,- DM. Allein der Einbau eines Wendegetriebes verursacht Mehrkisten von ca. 1.000,- DM.

Einen ähnlichen Einfluss auf den Preis hat die Ausführung des Bootes. Das Boot kann aus Eiche oder Mahagoni gebaut werden, die Bauweise kann in Leisten auf Nahtleisten geplankt oder karweel geplankt sein. Die Ausstattung, dazu gehören Plan, Polster, Klappverdeck, Fußbodenbelag, Windschutzscheibe und die Art der Armaturen, kann je nach Wunsch des Kunden einfach oder luxuriös ausgeführt werden und damit erhebliche Kostenschwankungen hervorrufen. Der Preis des fahrfertigen Bootes kann daher zwischen 4.000,- DM und 6.500,- DM liegen

Hier nun zum Nachfolger des T4 - der von Manfred Ernst auf Basis des Treuholz-Riss seines Vaters überarbeitet wurde:

01. Bootskörper

Der Bootskörper ist robust gebaut und sehr formschön. Der Boden und die Außenhaut sind in verleimter Leistenbauweise hergestellt. Bei guter Pflege ist das Boot immer dicht, auch nach längerem Lagern an Land. Die Spanten und tragenden Verbände sind aus Eichenholz, Fundament und Fußboden aus Nadelholz, das Deck ist aus 6 mm starker wasserfestverleimtem Mahagoni-Sperrholz ausgeführt. Der Bootskörper kann auch mit etwas veränderter Spantform völlig aus Sperrholz hergestellt werden.

02. Abmessungen

Länge5,40 m
Breite ü.a.1,80 m
Seitenhöhe0,72 m
Freibord0,57 m
Gewicht ca.500 Kg
Motor - Wartburg45 PS
Geschwindigkeit40 - 45 Km/h
Personenzahl zulässig4-5
EinsatzbereichBinnengewässer
KonstrukteurManfred Ernst
WerftBootswerft Hellwig - Krüpelsee
Bootswerft Döring - Schmöckwitz
Bootswerft Klaus Pfitzner
Bootswerft Jacobi (Jacko-Schiffswerft)
Fritz Weese - Schwielowsee-Caputh
Hersteller GetriebeFa. Lehmann - Woltersdorf
MotorenherstellerAutomobilwerk Eisenach (AWE)

03. Raumaufteilung und Ausrüstung

Das Boot hat eine geräumige Plicht mit Sitzgelegenheiten für 4-5 Personen. 2 Polstersitze sowie eine gepolsterte Sitzbank, die mit Kunstleder bezogen sind, bilden die Innenausstattung. Das Kockpit ist seitlich gewegert, es sind zwei Handschuhfächer vorgesehen. Ein eingebautes, regendichtes Klappverdeck ermöglicht ein Abdecken des Kockpits und Fahren bei schlechtem Wetter.
Der Motor ist achtern eingebaut und völlig abgeschottet. Der Motorenraum ist von innen mit einem feuerhemmenden Anstrich versehen. Die Auspuffleitung ist wassergekühlt und zur Isolation mit Asbestschnur umwickelt. Hinter dem Motorenraum befindet sich ein Stauraum, der durch eine abnehmbare Decksluke begehbar ist. Dieser Stauraum ist besonders günstig bei der Verwendung des Bootes zum Wasserskilaufen, weil dort 1 oder 2 Personen auf dem Deck sitzen können.

Die eingebaute Wartburg-Lenksäule hat Bedienungshebel für die Geschwindigkeitsregulierung (Gashebel) und zur Bedienung des Wendegetriebes (Leerlauf, vorwärts, rückwärts).

Die Beschläge des Bootes sind aus poliertem Hydronalium. Das Boot ist Hochglanz naturlackiert, das Unterwasserschiff gestrichen.

04. Motorenanlage

Das Tourensport-Boot Typ „T4” ist mit einem Wartburgmotor ausgerüstet, der durch spezielle Anbauteile zu einem Bootsmotor umgebaut wurde. Das Auspuffsammelrohr ist ein Hydronaliumgußstück und wassergekühlt. Es ist ein Bootswendegetriebe „LEWO” angeflanscht. Die Förderung des Kühlwassers erfolgt durch eine Pumpe.

Kühlwasserlauf: Vom Seehahn zur Kühlwasserpumpe, durch den Kühlmantel des Auspuffsammelrohres und vorgewärmt in den Zylinderkopf und schließlich hinter dem Sammelrohr in das Auspuffrohr durch den Spiegel nach außenbords.

Die Propellerwelle ist 20 mm stark und mit dem Getriebe starr gekoppelt. Der Wellendurchlass mit Stopfbuchse ist aus Hydronelium. Achtern ist die Welle in einem Wellenbock gelagert. Der 3-flügelige Bronze-Propeller hat einen Konus 1:10.

Der Brennstoff tank liegt achtern vom Motorenraum abgeschottet. Der Motor hat eine Brennstoff-Förderpumpe mit Filter. Die Brennstoffzufuhr zum Motor ist vom Armaturenbrett aus abstellbar. Unter dem Motor befindet sich eine Ölauffangwanne. Unter dem Vergaser ist ein Tropfbecken mit einem Flammschutzsieb vorgesehen. Die Belüftung des Motorenraumes erfolgt durch Windhutzen, die auf Deck montiert sind, die Entlüftung erfolgt nach achtern.

05. E-Anlage

Die E-Anlage hat eine Betriebsspannung von 6 Volt. Es werden die serienmäßigen Wartburg-Starter und Anlasser verwendet. Der Bleisammler (84Ah) steht neben dem Motor in einem Holzkasten. Der Holzkasten ist innen mit einem säurefesten Anstrich versehen. Die Einzelheiten der Anlage lt. Zeichnung (4 Lampen, 1 Horn).

06. Standardausrüstung

Windschutzscheibe 4-teilig mit Hydronaliumrahmen
1 Klappverdeck komplett
2 Sitze mit Polsterung
1 Sitzbank mit Polsterung
Plan über alles mit Halterung
1 Stk. Paddel
1 Werkzeugtasche
1 Feuerlöscher
3 Festmachleinen
2 Fender
1 Standerstock
1 Flaggenstock
1 Zugbock und Schleppseil für Wasserskilaufen

07. Generalplan

T4 Holz Generalplan 1968
T4 Holz Generalplan 1968

Auf diesen Beitrag ist Herr Heiko Dalmer auf uns aufmerksam geworden und hat uns sein Projekt des T4 übermittelt. Es handelt sich hierbei um einen original T4 in Leistenbau aus dem Jahre 1968. Gebaut wurde es in der Bootswerft Hellwig Krüpelsee. Günter Hellwig hat dieses Boot nach dem Riss von Manfred Ernst gebaut. Zu dieser Zeit hat Karl-Heinz Kuhlke seine Ausbildung als Bootsbauer in der Werft absolviert und war bei dem Bau beteiligt. Bei einem Interview im Jahre 2008 bei Karl-Heinz Kuhlke hatten wir dieses Boot bereits das erste mal kennengelernt. Heiko Dalmer, ein Liebhaber alter Boote, hat dieses Boot im Jahre 2009 bei Kuhlke gesehen und schnell wurden sich beide einig, der Kauf wurde vollzogen. In den kommenden Jahren wurden keine Mühen und auch keine finanziellen Aufwendungen gescheut, um das Boot in den jetzigen Zustand zu bringen. Es ist eine absolute Augenweide und er hat sich nahezu an das Original gehalten, eben nur mit modernen Materialien. Den kompletten Restaurationsbericht findet Ihr hier. Hier schon einmal die ersten Bilder – seht selbst:


Hier stellen wir den T4 von Peter Twelkmeyer vor. Ein sehr gut erhaltener T4 mit zwei Wartburgmotoren. Die Fotos haben wir auf der Classica Berlin 2008 aufgenommen. Details folgen


Ein T4 finden Sie im Beitrag von EMPI. Hierbei handelt es sich um ein T4 Baujahr 1968. Nach Angabe des Eigners handelt es sich hierbei um ein ehemaliges Polizeiboot der DDR. Hier geht auf zum Bericht.

Boot & Fun Berlin

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Die Messe Boot & Fun Berlin ist eine bedeutende Wassersportmesse, die jedes Jahr in der pulsierenden Hauptstadt Deutschland, Berlin, stattfindet. Hier ist eine ausführliche Historie der Veranstaltung, die ihre Entwicklung und ihren Einfluss auf die Branche beleuchtet:

Anfänge und Entwicklung

  • 2002: Die erste Boot & Fun Berlin findet statt und wird von der Messe Berlin GmbH organisiert. Sie richtet sich sowohl an leidenschaftliche Wassersportbegeisterte als auch an Fachbesucher und hat sich zum Ziel gesetzt, ein breites Spektrum an Wassersportarten zu präsentieren. Die Veranstaltung zieht schnell die Aufmerksamkeit von Herstellern, Händlern und Enthusiasten an.
  • 2005: Die Messe etabliert sich als eine der wichtigsten Wassersportmessen in Deutschland. In diesem Jahr verzeichnet sie einen signifikanten Anstieg an Ausstellern aus verschiedenen Bereichen des Wassersports, was zu einem vielfältigeren Angebot führt. Das Interesse an der Messe wächst stetig, und sie wird als Plattform für Innovationen und neue Produkte geschätzt.
  • 2010: Die Boot & Fun Berlin verzeichnet einen erheblichen Anstieg an internationalen Ausstellern und Besuchern. Der Messebereich wird umfangreicher und umfasst nun nicht nur Segelboote und Motorboote, sondern auch Kanus, Hausboote und eine Vielzahl von Zubehörteilen, die für Wassersportler von Interesse sind. Diese Diversifikation trägt dazu bei, dass die Messe noch mehr Besucher anzieht.

Erweiterung und Spezialisierung

  • 2015: Im Jahr 2015 erweitert die Messe ihr Programm um spezielle Themenbereiche wie Angeln, Tauchen und Wassersporttourismus. Diese neuen Segmente ziehen zusätzliche Besuchergruppen an und ermöglichen es den Ausstellern, ihre Produkte einem breiteren Publikum zu präsentieren. Die Messe wird zu einem wichtigen Treffpunkt für alle, die sich für verschiedene Arten des Wassersports interessieren.
  • 2018: Ein neuer Schwerpunkt der Boot & Fun Berlin liegt auf Elektro- und Hybridantrieben für Boote. Dieser Trend spiegelt das wachsende Interesse an umweltfreundlichen Lösungen im Wassersport wider. Die Messe bietet Plattformen für Diskussionen über Nachhaltigkeit und innovative Technologien, was das Interesse von umweltbewussten Wassersportlern weckt.

Gegenwart

  • 2022: Die Messe feiert ihr 20-jähriges Jubiläum mit einem vielfältigen Programm und zahlreichen Veranstaltungen. Trotz der Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie bleibt die Veranstaltung ein wichtiger Treffpunkt für die Branche. Es werden zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um den Besuchern ein sicheres Erlebnis zu bieten.
  • 2023: In diesem Jahr integriert die Messe vermehrt digitale Technologien, um ein hybrides Messeerlebnis zu bieten. Virtuelle Rundgänge, Online-Seminare und interaktive Formate ergänzen das traditionelle Messeformat und ermöglichen es einer breiteren Zielgruppe, an der Veranstaltung teilzunehmen. Dies zeigt, wie wichtig es ist, sich an die aktuellen Bedürfnisse der Besucher anzupassen.

Zukunft

Die Organisatoren der Boot & Fun Berlin planen, die Messe weiter zu diversifizieren und neue Trends im Wassersport aufzugreifen. Nachhaltigkeit und Digitalisierung werden dabei zentrale Themen bleiben. Zukünftige Veranstaltungen werden voraussichtlich verstärkt den Fokus auf innovative Technologien legen und Workshops sowie Diskussionsrunden zu umweltfreundlichen Praktiken im Wassersport anbieten.

Diese detaillierte Historie zeigt die kontinuierliche Entwicklung und Anpassung der Boot & Fun Berlin an die Bedürfnisse des Marktes sowie die Interessen der Besucher. Die Messe ist nicht nur ein Schaufenster für Produkte, sondern auch ein Ort des Austauschs und des Lernens für alle Beteiligten im Wassersportsektor.


BOOT & FUN BERLIN 2024

28. November – 01. Dezember 2024

Die Messe BOOT & FUN BERLIN ist eine Bootsmesse mit Booten, Zubehör, Wassersport & Gebrauchtbootmarkt. Eine Vielzahl an nationalen und internationalen Ausstellern zeigen auf der BOOT & FUN BERLIN auf einer Ausstellungsfläche von rund 50.000 m² eine Vielzahl von Motorbooten, Segelyachten, Motoren und Zubehör sowie Angebote aus allen Bereichen des Wassersports von der Angelwelt über die Themen Kanu, Surfen und Tauchen. Deutschlands größter Indoor-Gebrauchtbootmarkt mit zahlreichen Booten sowie Angebote im Charter- und Wassertourismus komplettieren die Produkt- und Dienstleistungspalette der BOOT & FUN Bootsmesse Berlin.

800 – 48.000 – 85.000 m² – 14

Unser Messerundgang im Jahr 2008

Boot & Fun Logo 2008
Boot & Fun Logo 2008

Bericht folgt

 

Das erste Motorboot der Welt: Die Geschichte der Brüder Niépce

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Einleitung

Lange Zeit galt der deutsche Ingenieur Gottlieb Daimler als Erfinder des ersten Motorbootes in Europa. Doch nun haben unsere Recherchen gezeigt, dass diese Ehre eigentlich den französischen Brüdern Claude und Joseph Nicéphore Niépce gebührt. Im Jahr 1806 entwickelten sie ein revolutionäres Antriebssystem, das sie in einem Boot einsetzten und damit eines der ersten motorgetriebenen Wasserfahrzeuge der Welt schufen.

Die Geschichte dieser bahnbrechenden Erfindung ist faszinierend und wirft ein neues Licht auf die Anfänge der Motorisierung. Lass uns tiefer in diese Geschichte eintauchen und entdecken, wie die Brüder Niépce ihren „Pyréolophore“ entwickelten und damit Motorbootgeschichte schrieben.

Die Erfinder: Claude und Joseph Nicéphore Niépce

Die Brüder Claude und Joseph Nicéphore Niépce wurden in den 1760er Jahren in Frankreich geboren. Beide waren technisch sehr begabt und interessierten sich schon früh für Innovationen und Erfindungen.

Nicéphore Niépce, der jüngere der beiden Brüder, machte sich vor allem als Pionier der Fotografie einen Namen. Er gilt als Erfinder des ersten fotografischen Verfahrens, der „Heliographie“, mit dem er 1826 das älteste erhaltene Foto der Welt aufnahm. Doch neben der Fotografie widmete er sich auch anderen technischen Projekten, darunter die Entwicklung eines neuartigen Antriebs für Boote.

Sein älterer Bruder Claude Niépce war ebenfalls ein vielseitiger Erfinder. Er arbeitete eng mit Nicéphore zusammen und unterstützte ihn bei vielen seiner Projekte. Gemeinsam entwickelten die Brüder in den 1800er Jahren ein revolutionäres Antriebssystem, das sie schließlich in einem Motorboot erprobten.

Der „Pyréolophore“: Das erste Motorboot der Welt

Im Jahr 1806 präsentierten die Brüder Niépce in Frankreich ihren neuartigen Antrieb, den sie „Pyréolophore“ nannten. Dabei handelte es sich um einen der frühesten Explosionsmotoren überhaupt, der einen völlig neuartigen Ansatz verfolgte.

Anders als spätere Motoren, die auf Verbrennungskraft setzten, verwendete der Pyréolophore einen ungewöhnlichen Brennstoff: Lycopodium, also das feine Sporenpulver des Bärlappgewächses. Dieses Pulver wurde automatisch in den Zylinder des Motors eingeblasen und dort durch eine Flamme entzündet. Die Explosion trieb dann den Kolben an, der wiederum eine Wasserpumpe antrieb.

Diese Konstruktion war technisch sehr raffiniert, aber auch sehr komplex. Es gelang den Brüdern Niépce damit tatsächlich, ein Boot auf einem Fluss in Frankreich anzutreiben – eine bahnbrechende Leistung für die damalige Zeit.

Der Durchbruch und das Scheitern

Die Erfindung der Brüder Niépce erregte großes Aufsehen. Sogar Kaiser Napoleon Bonaparte wurde auf den Pyréolophore aufmerksam und erteilte den Erfindern am 20.07.1807 ein Patent. Damit schien der Weg für eine erfolgreiche Vermarktung des Motorboots geebnet.

Claude Niépce and Nicéphore Niépce. First Plan of the Pyréolophore, 1806.
Claude Niépce and
Nicéphore Niépce.
First Plan of the
Pyréolophore, 1806.

Doch leider scheiterten die Brüder an der Komplexität und den Kosten ihres Antriebs. Der Lycopodium-Brennstoff erwies sich als unpraktisch und zu teuer. Kurz vor ihrem Tod kam einer der Brüder noch auf die Idee, stattdessen Benzin zu verwenden – doch dafür fehlten ihnen schlichtweg die finanziellen Mittel.

So gingen die Brüder Niépce, wie so viele geniale Erfinder vor und nach ihnen, in völliger Armut unter. Ihre bahnbrechende Erfindung des ersten Motorboots blieb unvollendet und geriet für lange Zeit in Vergessenheit.

Das Vermächtnis der Brüder Niépce

Auch wenn der Pyréolophore letztlich kein kommerzieller Erfolg wurde, haben die Brüder Niépce mit ihrer Erfindung Motorbootgeschichte geschrieben. Sie schufen eines der allerersten motorgetriebenen Wasserfahrzeuge der Welt – lange bevor Gottlieb Daimler oder andere Pioniere der Motorisierung aktiv wurden.

Darüber hinaus war Nicéphore Niépce ein echter Visionär, der auf vielen Gebieten Pionierarbeit leistete. Seine fotografischen Experimente legten den Grundstein für die Entwicklung der Fotografie, die unsere Welt bis heute prägt.

Die Geschichte der Brüder Niépce ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie geniale Ideen oft ihrer Zeit voraus sind und an den Herausforderungen ihrer Epoche scheitern. Doch ihr Erbe lebt bis heute fort und inspiriert uns, mutig neue Wege zu gehen und technologische Grenzen immer weiter auszuloten.

Berlin, 23.09.2024 – Klassik-Boote.de


Lesen Sie auch hier oder hier über die Biographie von Joseph Nicéphore Niépce
Auch sehr interessant ist der Beitrag von Przemek Zajfert, den Sie hier lesen können.

Lesen Sie gerne auch hier einen Beitrag zum Thema „The Pyréolophore: a new engine principle„, indem auch das Prinzip, die Wirkungsweise und die Umsetzung des Motors auf einem Boot beschrieben wird.

Ein Motorboot aus dem Jahre 1806 ?

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Während man bisher allgemein der Überzeugung war, dass der deutsche Ingenieur Gottlieb Daimler, der Gründer der Daimler Motoren-Gesellschaft, der Schöpfer des ersten Motorboot zu mindestens in Europa gewesen ist, siehe auch auf unserer Willkommens Seite, berichtete auf einer Tagung der französischen Aeronautischen Gesellschaft der französische Konstrukteur Pierre Clerget über zwei Explosionsmotoren, die zu den allerersten ihrer Art gezählt werden müssen.
Der erstere war ein Motor, der im Jahre 1801 einem gewissen Philippe Lebon patentiert worden war. Es handelte sich dabei um einen sehr sinnreich konstruierten Apparat mit 3 Zylindern, von denen der eine für die Komprimierung des Gases, der zweite für die Verdichtung der Luft und der dritte als Arbeitszylinder gedacht war. Allerdings scheint dieser Apparat nicht weit über das zeichnerische Stadium hinaus gelangt zu sein. Lebon verstarb 1804, noch bevor er seine Erfindung richtig präsentieren konnte.

Der zweite von Clerget beschriebene Motor stammte von den Brüdern Claude und Joseph Nicéphore Niépce; er ist im Jahre 1806 gebaut worden und wurde von diesen angeblich praktisch benutzt, ein Boot damit anzutreiben. Die Erfinder nannten ihren Motor in der gespreizten Ausdrucksweise ihrer Zeit einen „Pyréolophore“. Der Name, der sich aus den Wörtern pyr (Feuer), eolo (Wind) und phore (Ich trage oder produziere) zusammensetzt und die Funktionsweise ihres Motors treffend beschrieb. Er besaß weder eine Kurbelwelle noch ein Schwungrad. Ein einfacher Kolben arbeitete vorwärts und rückwärts zwischen einem Explosions- und einem Wasserpump-Zylinder. Die Pumpe richtete einen Wasserstrahl nach achtern und trieb damit das Boot vorwärts.

Claude Niépce andNicéphore Niépce. First Plan of the Pyréolophore, 1806.
Claude Niépce and Nicéphore Niépce. First Plan of the Pyréolophore, 1806.

Weit bemerkenswerter jedoch als die Konstruktion dieses Pyréolophore (Pyreolophore) war der dafür verwendete Brennstoff. Dieser bestand nämlich aus Lycopodium, dem sehr feinen Bärlappsamen, der lange Zeit auch noch in manchen Industrien, wenn auch nicht zu Verbrennungszwecken, sondern als Puder Verwendung findet – zum Beispiel in den Eisen- und Metallgießereien, um beim Formen das Anhaften des Sandes an den Modellen zu verhindern.

Die Verwendung des Bärlappsamens für die Zwecke des Pyreolphore geschah in der Form, dass vor jeder Zündung ein gewisses Quantum Lycopodium automatisch in ein Rohr gefüllt und aus diesem durch den scharfen Luftstrom eines Blasebalges in den Zylinder geblasen wurde. Durch ein Ventil wurde eine Flamme in den Zylinder geleitet und die Ladung entzündet. Eine Kompression fand nicht statt, der Kolben wurde unter der Einwirkung des verbrennenden Bärlappsamens vorwärts gestoßen bis zu einer Öffnung am Ende des Zylinders, durch welche die Verbrennungsrückstände entweichen konnten. Jede vorwärts gerichtete Bewegung des Kolbens wurde somit zu einem Arbeitstakt.

Erstes funktionierende Motorboot 1806? Das Pyréolophore
Plan 4ième – Coupe longitudinale du Vaisseau qui reçoit son impulsion du Pyréolophore

Die Brüder Niépce hatten einige bedeutende Tests am malerischen See von Batterey durchgeführt, der inmitten der üppigen Wälder von La Charmée bei Saint-Loup-de-Varennes liegt. Die Maschine war auf einem Boot installiert, dass einen etwa zwei Fuß breiten sowie drei Fuß hohen Bug hatte, ihren Betrieb im Unterwasserteil verrichtete und wog insgesamt etwa 2.000 Pfund. Sie konnte lediglich mit der Kraft des Motors den Saône-Fluss hinauf navigieren, und zwar mit einer Geschwindigkeit, die größer war als die des Flusses in der entgegengesetzten Richtung. Die Menge des verbrannten Brennstoffs betrug dabei etwa einhundertfünfundzwanzig Körner pro Minute, und die Anzahl der Pulsationen lag bei zwölf bis dreizehn in derselben Zeitspanne.

Aufgrund ihrer Erfolge erhielten sie ein Patent für eine Laufzeit von zehn Jahren. Dieses wichtige Patent wurde vom Kaiser Napoleon höchstpersönlich unterzeichnet und ist auf den 20. Juli 1807 datiert. Nicéphore und Claude Niépce verbesserten den Pyreolophore kontinuierlich weiter und suchten stets nach neuen Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung. Sie erweiterten Ihre Versuche mit alternativen Materialien, zum Beispiel durch das Mischen eines Teils Harz mit neun Teilen Kohle um ein leicht entzündliches Pulver zu erhalten,  welches Sie für ihre Erfindung nutzen konnten. Doch im Jahre 1816 zeigten sich ihre Fortschritte nicht ausreichend genug, um einige Subventionen für ihre bahnbrechende Erfindung zu erhalten. Das Ende des Patents näherte sich unaufhaltsam und Claude beschloss schließlich, nach Paris zu reisen und dann nach England weiterzugehen, in der Hoffnung, den Motor dort erfolgreich vermarkten zu können.

Die Erfinder hatten ihre vorhandenen Mittel sämtlich in die Erfindung hineingesteckt. Bei der Eigenart des von ihnen benutzten Brennstoffes blieb ihnen indessen der wirtschaftliche Erfolg versagt. So gingen denn auch sie den Weg vieler Erfinder, deren Ideen zu früh geboren werden und sie starben beide in völliger Armut.

Bitte schauen Sie auch gerne hier rein.

Motorkreuzer Typ Senior

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1.0 Allgemeines

Der Motorkreuzer Typ Senior ist ein neuer Entwurf, der auf Grund langjähriger Erfahrungen mit Motorkajütbooten, speziell für den Wassersport in der DDR entwickelt wurde. Er ist auch für den Eigenbau geeignet. Die Konstruktion ist so ausgelegt, dass alle Forderungen der Sportbootanordnung erfüllt werden.
Um allen individuellen Wünschen gerecht zu werden, sind konstruktive Varianten vorgesehen, die beliebig kombiniert werden können:
Das Boot kann 8,2 m oder 8,5 m lang ausgeführt werden. Das längere Boot trägt hinter der Typenbezeichnung ein „L“. Größere Tankinhalte, größerer Aktionsradius und ein größeres Kockpit sind die Vorteile dieses Bootes. Die Einrichtung kann mit seitlicher Dinette (Senior 1) oder mit Querdinette (Senior 2) gewählt werden; sie ist von der Länge des Bootes unabhängig.
Weiterhin kann statt des Ruderhauses mit Hardtopklappverdeck eine Windschutzscheibe mit Metallrahmen aufgebaut werden. Diese sportliche Version wird bei der Typenbezeichnung durch ein W gekennzeichnet.

2.0 Hauptabmessungen

SeniorSenior L
Länge8,20 m8,50 m
Breite ü.a.2,80 m2,80 m
Tiefgang max.0,65 m0,65 m
Freibord0,90 m0,90 m
Gewicht trocken3,10 t3,20 t
Motor -
4VD8, 8/8, 5-1 SRF
50 PS50 PS
Geschwindigkeit15 km/h15 km/h
Marschfahrt13 km/h13 km/h
Wendegetriebe Typ 2 SDW/03Wi = 2:1i = 2:1
Kraftstoffvorrat360 l360 l
Aktionsradius, Marschfahrt500 km500 km
Frischwasservorrat200 l200 l
Personenzahl zulässig1212
Schlafplätze incl. Kockpit66
Stehhöhe1,82 m1,82 m
EinsatzbereichBinnen- und SeewasserstraßenBinnen- und Seewasserstraßen
weitere Angabensiehe "Daten im Detail"siehe "Daten im Detail"
KonstrukteurManfred ErnstManfred Ernst
Werft - KaskoFranz Bootswerft - Niederlehme
Lehmann - Leibchel
Hansa-Werft - Alt Stralau
Bootswerft Stapel
Jacko-Werft
Franz Bootswerft - Niederlehme
Lehmann - Leibchel
Hansa-Werft - Alt Stralau
Bootswerft Stapel
Jacko-Werft
Werft - Innen - und AufbauFritz I. Hellwig
Bootswerft Jahn
Bootswerft Stapel
Diverse
Fritz I. Hellwig
Bootswerft Jahn
Bootswerft Stapel
Diverse
Hersteller GetriebeFa. LunzeFa. Lunze
MotorenherstellerVEB CunewaldeVEB Cunewalde

3.0 Verwendungszweck

Der Motorkreuzer Typ Senior ist für Wochenendfahrten und Urlaubstouren für 4 – 6 Personen entworfen. Durch die günstige Spantform und den großen Freibord ist ein befahren aller Binnen- und Seewasserstraßen entsprechend der Sportbootanordnung möglich.
Die Unterwasserform des Bootes, es ist ein Verdrängertyp, ist so gewählt, dass die Marschgeschwindigkeit mit ca. 60%iger Motorenleistung erreicht wird. Durch den Einbau des Untersetzungsgetriebes ist eine sehr rentable Fahrt möglich und ein großer Aktionsradius garantiert, und auch die Manövriereigenschaften verbessern sich.

4.0 Bauausführung

Der Bootskörper ist aus Schiffbaustahl hergestellt und voll elektrisch geschweißt . Die Schweißung entspricht den Vorschriften des ASMW, die Bauunterlagen sind schweißtechnisch geprüft.

Die Materialabmessungen sind:
Außenhaut 3 mm, Kiel 8 x 60, Spanten 4 x 40, Randwinkel 40 x 4, Bodenwrangen und Schotte Bl . 3, Fl.40, Fundament Bl .4. Die Fundamente und die Brennstofftanks sind im Bootskörper eingeschweißt, der Motorenraum ist durch halbhohe Schotte nach vorn und achtern abgeschlossen.

Der Kockpitfußboden ist aus Holz und zur Schall- und Geruchsisolierung möglichst dicht verlegt. Die Decks sind aus Sperrholz und mit einem GFK-Überzug versehen, das ist ein Glasseidengewebe, das mit Polyesterharz oder besser Epoxidharz getränkt und aufgeklebt ist. Die Aufbauwände sind aus Massivholz, möglichst Mahagoni, die Inneneinrichtungswände aus Sperrholz oder Tischlerplatten (wasserfest) hergestellt.
Das Boot hat eine starke Scheuerleiste mit Schiene, die über dem Spiegel durchgezogen ist. Alle Beschläge, auch die Fensterrahmen sind aus eloxiertem Leichtmetall.

5.0 Konservierung

Der Stahlkörper soll aus metallisch sauberem, zunderfreiem Blech hergestellt werden, oder er wird nach dem Bau gesandstrahlt. Er wird innen 2 – 3-mal und außen Unterwasser 4 – 5-mal mit Teerepoxyd nass in nass gestrichen. Unterwasser schließt sich ein Antifoulinganstrich an, dem vor dem Zuwasserlassen ein weiterer folgt.  Überwasser ist ein 2-maliger Anstrich mit Telsys-Antikorrosiv erforderlich. Nachdem das Überwasserschiff mit Vinoflexspachtel glatt gespachtelt und geschliffen ist, wird es mit Alcydharz- oder PU-Lacken lackiert.

Die GFK-Decksflächen werden gleichfalls mit Alcydharz- oder PU-Lacken beschichtet, jedoch wird das Laufdeck vorher noch gesandet, damit es rutschfest ist. Für alle Holzteile werden Boots- oder PU-Lacke verwendet, für den Innenausbau ist auch Mattlack zu empfehlen.

6.0 Einrichtung

6.1 Kajüte Typ Senior 1

Im Vorschiff ist eine fest eingebaute Doppelkoje. Am Kopfende der Doppelkoje lässt sich ein Polsterteil einlegen. Unter den Kopfenden befinden sich die Stauräume für das Bettzeug.

Auf der Backbordseite der Kajüte ist eine Dinette, die in ein Doppelbett verwandelt werden kann, sowie ein großer Kleiderschrank.

Auf der Steuerbordseite ist ein WC-Raum, weiterhin ist eine Pantry mit Kocher und Abwäsche vorgesehen. Es sind insgesamt 6 Schrankräume, 4 Stauräume, 2 Schubfächer, 1 Schuhfach sowie 3 große Ablagen vorhanden.

6.2 Kajüte Typ Senior 2

Im vorderen Teil der Kajüte sind die Kojen bzw. Sitze vorgesehen. Der erhöhte gemütliche Sitzraum bietet Platz für 4 – 6 Personen. Man kann im Sitzen bequem aus dem Fenster sehen. Wird der Bootstisch ins Kockpit gestellt, kann aus den Sitzen durch Zwischenlegen der Rückenpolster eine Liegefläche für 2 – 4 Personen hergestellt werden.

Schübe unter den Sitzen und rundumlaufende Ablagen sichern eine völlige Ausnutzung des Innenraumes. Im achteren Teil der Kajüte sind der WC-Raum, ein großer Kleiderschrank mit Bar, der sich für das Aufstellen eines Kofferfernsehers eignet und die Pantry vorhanden. Die Pantry ist mit einem Spirituskocher und einer Abwäsche ausgestattet. Schubkästen und Hängeschrank sowie Schrankraum sorgen für alle Belange der Bordfrau. Der Trittkasten kann für Vorräte genutzt werden und auch 2 Abfalleimer sind unter dem Fußboden eingebaut.

6.3 Kockpit

Das große Kockpit zeichnet sich besonders dadurch aus, dass es durch keinen Motorkasten unterbrochen ist. Die achtere Kockpitbank hat Liegelänge und lässt sich vorziehen, wodurch sich ein Platz zum Sonnen oder eine weitere Übernachtungsmöglichkeit bei zugeknöpftem Kockpitverdeck ergibt.

Das Boot hat ein Hardtop-Klappverdeck. Diese Konstruktion bietet volle Kopffreiheit bei schönem Wetter. Mit wenigen Handgriffen ist es möglich, das Verdeck herumzuklappen, wodurch die Plicht in ihrer gesamten Größe von oben geschützt ist. Durch aufknöpfbare Seitenteile kann die Plicht vollkommen in einen geschlossenen Raum verwandelt werden. Als sportliche Variante kann eine Windschutzscheibe mit Metallrahmen montiert werden (Typ Senior-W), so wird bei schönem Wetter im Kockpit noch mehr Luft und Sonne geboten. Das Ruderpult ist BB angeordnet, es enthält alle Bedien- und Kontrollinstrumente zum Führen des Bootes. StB ist die Niedergangsluke. Der Faltdeckel bildet zusammen mit einem Ablagefach eine ebene Fläche für Karten o.ä.

Die Steuermannbank bietet Platz für 2 Personen. Sie lässt sich in 2 Stellungen benutzen. Nach unten geklappt bildet sie einen vis-a-vis Sitz zur achteren Bank. Eine gemütliche Runde, wenn der Bootstisch aus der Kajüte geholt wird. Unter dem Kockpit, durch eine Luke zugänglich, ist ein großer Stauraum. Seitlich sind Stauräume vorhanden, die durch leichte Luken verschlossen sind. Hier ist auch genügend Platz für den Einbau der Akkus und einer Warmluftheizung.

7.0 Maschinenanlage

Als Antriebsmaschine ist der Dieselmotor Typ 4VD8,8/8,5-1SRF vorgesehen. Er erhält ein Lunze-Wendegetriebe mit einer Untersetzung 2 : 1.

Der Motor ist mit wassergekühltem Krümmer, Wasserpumpe und elastischer Spezialaufhängung völlig für den Bootsbetrieb umgebaut. Durch Aufhängung und Schallisolierung wird für optimale Geräuschdämmung gesorgt. Die E-Anlage hat eine Betriebsspannung von 12 V.

Die Kraftstofftanks sind seitlich im Motorenraum eingeschweißt. Die Be-und Entlüftung von Motor-und Brennstoffraum erfolgt durch Lufthutzen und Luftschächte.

Das Ruder wird in einem Koker gefahren. Über einen Ruderquadranten läuft die Reepleitung aus feuerverzinktem, flexiblem Stahlseil über Umlenkrollen zum Ruderpult.

8.0 Ausrüstung

1 Anker 15 Kg
1 Anker- und Schlepptrosse, Perlon 14 Ø, 25 m lang
4 Festmacher, Perlon 14 Ø, 4 m lang
4 Fender Ø 150 x 350
1 Bootshaken Ø 35, 3,0 m lang
1 Flaggenstock Ø 30, 1,0 m lang
1 Staatsflagge 40 x 60 cm
1 Verbandskasten
1 Feuerlöscher
1 Werkzeugtasche
1 Satz Reserveteile (Keilriemen, Gummirad f. Pumpe, Düseneinsatz, Zylinderkopfdichtung u.ä.)

Zusätzlich für Seewasserstraßen
1 Wurfleine Ø 6, 25 m lang
1 Lenzpumpe
1 Nebelhorn
4 Schwimmwesten (1 Stck.pro Person)
1 Schiffsglocke
1 Kompaß

09. Generalplan

Senior 1 - Generalplan 1975 - Konstrukteur Manfred Ernst
Senior 1 – Generalplan 1975 – Konstrukteur Manfred Ernst
Senior 2W - Generalplan 1975 - Konstrukteur Manfred Ernst
Senior 2W – Generalplan 1975 – Konstrukteur Manfred Ernst

Daten – im Detail:


Wir stellen hier ein Senior 2W vor. Wir haben die Bilder von Manfred Ernst übergeben bekommen. Das Copyright liegt beim Fotografen, dessen Name uns nicht bekannt ist

Motoryacht Nordsee-Sedan-S

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1.0 Allgemeines

Die Motoryacht Nordsee-Sedan-S wurde als geräumiges Freizeitboot entwickelt, das den Erfordernissen des Motorwassersports in der DDR Rechnung trägt. Es können Antriebsmaschinen mit einer Leistung von 30 – 74 kW (40 – 100 PS) eingebaut werden.
Die Verwendung eines Diesel-Antriebsaggregates, Einsatz von Stahl als Hauptmaterial, gute Fahreigenschaften, geringer Kraftstoffverbrauch, Robustheit und Pflegearmut aber Fahrkomfort, Geräumigkeit und hoher Gebrauchswert für Urlaub und Wochenende sind die Hauptmerkmale dieses Bootstyps.

2.0 Hauptabmessungen

Länge11,10 m
Breite ü.a.3,20 m
Tiefgang max.0,65 m
Gewicht trocken5,55 t
Motor - Diesel W5054 kW
Geschwindigkeitca 15 Km/h
WendegetriebeWW 40
Untersetzung1:1
Kraftstoffvorrat700 l
Aktionsradius, Marschfahrt800 km
Frischwasservorrat200 l
Personenzahl zulässig12
Schlafplätze6
Nutzlast1.600 Kg
EinsatzbereichBinnen- und Seewasserstraßen
Wind/See5/4
Brückendurchfahrtshöhe3,80 m
Transporthöhe3,20 m
Stehhöhe1,85 m
weitere Angabensiehe "Daten im Detail"
KonstrukteurManfred Ernst
Werft - KaskoFranz Bootswerft - Niederlehme
Lehmann - Leibchel
Hansa-Werft - Alt Stralau
Bootswerft Stapel
Jacko-Werft
Werft - Innen - und AufbauFritz I. Hellwig
Bootswerft Jahn
Bootswerft Stapel
Diverse

3.0 Bauausführung

Der Bootskörper ist aus Stahl voll elektrisch geschweißt hergestellt. Deck und Aufbau können aus Massivholz, GUP-beschichtetem Sperrholz oder Stahl hergestellt werden.

Der Innenausbau ist aus Holz. Die Fenster aus Verbundglas werden durch Leichtmetallrahmen oder Gummiprofile gehalten. Die Handläufe sind aus Holz. Die Polster sind Schaumstoffplatten, die mit Polsterstoff bezogen sind. Eine Fensterluke auf dem Vorderdeck sowie eine aufstellbare Kajütdecksluke sorgen für Lüftung.

Dieser Bootstyp kann zusätzlich ein Flydeck (Sperrholzkonstruktion) mit zweitem Steuerstand erhalten. Alle Bauteile sind sorgfältig konserviert, für die Stahlteile empfiehlt sich Sandstrahlen und Beschichten mit Teerepoxid. Der Aufbau ist zweifarbig abgesetzt.

4.0 Maschinenanlage

Als Antriebsmaschinen sind Dieselmotoren mit einer Leistung von 50 – 74 kW vorgesehen. Sie erhalten ein passendes Wendegetriebe mit einer Untersetzung. (Die Motorisierung wird
mit dem Konstruktionsbüro abgesprochen). Der Motor ist mit wassergekühltem Krümmer, Wasserpumpe und elastischer Spezialaufhängung völlig für den Bootsbetrieb umgebaut. Durch Aufhängung und Schallisolierung wird für optimale Geräuschdämmung gesorgt. Die E-Anlage hat eine Betriebsspannung von 12 – 24 V. Die Kraftstofftanks sind seitlich im Motorenraum eingeschweißt. Die Be-und Entlüftung des Motorenraumes erfolgt durch seitliche Luftschächte.

Das Ruder wird in einem Koker gefahren, die Reepleitung läuft über einen Quadranten und Umlenkrollen zum Ruderpult (Ruderquadrant).

5.0 Einrichtung

Raumaufteilung und Einrichtung des Typs Nordsee-Sedan-S zeichnen sich besonders dadurch aus, dass ein großer Deckssalon im Zentrum der Yacht vorhanden ist und das Boot auch bei schlechter Witterung ohne Verdeck gefahren werden kann. Schlechtwetterboot, oder schwimmendes Wochenendhaus mögen Kurzbezeichnungen für diesen Typ sein.
Das Vorpiek ist durch einen Stauraum und Schränke genutzt, dem sich nach achtern die Vorderkojen anschließen. Durch ein Einlegeteil lässt sich eine Liegefläche herstellen. Zwei große Kleiderschränke und eine Fußbodenfläche mit Stehhöhe sind die Besonderheiten dieses abgeschlossenen „Schlafraumes“.

Zwischen Vorderkajüte und Deckshaus ist StB der WC-Raum und BB die Pantry eingebaut.
Im Decks-oder Ruderhaus ist vorn auf der StB-Seite das Ruderpult mit Steuermannsbank vorgesehen. In gleicher Höhe ist BB die Anrichte angeordnet.

Im achteren Teil dieses Raumes sind ein L-Sofa und ein Sitz untergebracht. Ein loser Bootstisch steht in der Mitte des Raumes. Ein Lehnensessel vervollständigt die Einrichtung. Das Ruderhaus ist durch seitliche Schiebetüren zugänglich. Die achtere Ruderhauswand ist großzügig verglast, das Mittelfenster lässt sich aufstellen. Der Niedergang kann durch ein Polstereinlegeteil verschlossen werden. Unter dem Deckssalon ist die Maschinenanlage eingebaut.

Die Achterkajüte hat 2 große Kojen, 2 Schränke und einen Nachttisch. Das Deck der Achterkajüte kann als Liegefläche genutzt werden.

Der Deckssalon erhält ein großes Schiebedach, oder die Yacht erhält ein Flydeck, das ist ein offenes Kockpit mit Sitzgelegenheiten und einem zweiten Steuerstand über dem Deckssalon. Das Flydeck ist von achtern über eine Leiter zugänglich. (Die Varianten werden mit dem Konstruktionsbüro abgesprochen). Über Badeleiter und Badebrett, die achtern fest montiert sind, kann man leicht von und an Bord kommen.

6.0 Ausrüstung

1 Anker 18 Kg
1 Anker- und Schlepptrosse, Perlon 16 Ø – 25 m lang
4 Festmacher, Perlon 14 Ø – je 5 m lang
4 Fender Ø 200 x 500
1 Bootshaken Ø 35 – 3 m lang
1 Flaggenstock (Boot ohne Flydeck) Ø 30 – 1 m lang
1 Staatsflagge 40 x 60 cm
1 Verbandskasten
1 Feuerlöscher
1 Werkzeugkiste
1 Satz Reserveteile (Keilriemen, Gummirad f. Pumpe, Düseneinsatz, Zylinderkopfdichtung u.ä.)

zusätzlich für Seewasserstraßen

1 Wurfleine Ø 6 – 25 m lang
1 Lenzpumpe
1 Nebelhorn
4 Schwimmwesten (1 Stk pro Person)
1 Schiffsglocke
1 Kompaß
1 Rettungsring

07. Generalplan

Generalplan Nordsee-Sedan-S, Konstrukteur: Manfred Ernst
Generalplan Nordsee-Sedan-S, Konstrukteur: Manfred Ernst

Daten – im Detail:


Wir zeigen hier eine Nordsee-Sedan-S, die – soweit unsere Informationen stimmen – 1992 für ein Mitglied der Staatsoper Berlin gebaut wurde.  Der Stahlkasko wurde bei Lehmann – Leibchel gebaut, über die Motorenanlage ist uns nichts bekannt, der Ausbau erfolgte komplett in der Bootswerft Hellwig am Krüpelsee, hier konkret von Günter Hellwig.

Die Bilder unterliegen dem Copyright von Günter Hellwig und Klassik-Boote.de
Der Bau der Capriccio in Bildern. Leider ist uns nicht bekannt, wo der Kasko hergestellt wurde. Den Ausbau hat Günter Hellwig von der Boostwerft Hellwig am Krüpelsee ausgeführt

Motoryacht Nordsee-S

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1.0 Allgemeines

Die Motoryacht Typ „Nordsee-S“ ist der neueste Standard-Einschhraubentyp der Nordsee-Serie. Sie ist ein preiswertes, geräumiges und elegantes Schiff, das sich besonders durch geringe Unterhaltungskosten auszeichnet.

2.0 Verwendungszweck

Die Motoryacht Typ „Nordsee-S“ ist ein stählernes, rundspantiges Verdrängungsboot. Durch die ausfallende Spantform im Vorschiff und die guten Fahreigenschaften der Yacht ist es möglich, bei jedem Wetter und bewegtem Wasser auf Flüssen und Binnenseen, sowie bei mäßigem Wetter in Watten und küstennahen Gebieten zu fahren.

Das Schiff ist so konstruiert, dass weiches Einsetzen, gute Stabilität und Kursbeständigkeit sowie optimale Seetüchtigkeit für diese Bootsgröße garantiert sind. Durch die stählerne Bauweise des Schiffes und die vorgesehenen Volvo-Penta-Bootsdieselmotoren sind lange
Lebensdauer, wirtschaftliches Fahren so wie ein großer Aktionsradius gewährleistet.

Die Einrichtung ist für den Aufenthalt von 6 Personen an Bord ausgelegt.

3.0 Hauptabmessungen

Länge9,75 m
Breite ü.a.3,10 m
Tiefgang max.0,65 m
Freibord, ger.0,90 m
Deplacement4,50 m³
Gewicht o. Motor
Motor - Volvo Penta Diesel MD21 A / MD 3275 / 105 PS
Getriebe - hydraulisch3:1 / 3:1
Geschwindigkeit16 - 18 / 18 - 20 Km/h
BrennstoffDiesel
Aktionsradius320 sm / 280 sm
Schlafplätze6
Stehhöhe1,85 m
KonstrukteurManfred Ernst -
Werft - KaskoFranz Bootswerft - Niederlehme
Lehmann - Leibchel
Hansa-Werft - Alt Stralau
Bootswerft Stapel
Jacko-Werft
Werft - Innen - und AufbauFritz I. Hellwig
Bootswerft Stapel
Diverse

4.0 Bauausführung

Der Schiffskörper ist 100%ig elektrisch geschweißt. Die Materialabmessungen werden in Anlehnung an den Germanischen Lloyd festgelegt:

Außenhaut: 3 dick, verstärkte Gänge 5 dick
Spanten: 40 x 5
Kiel: 70 x 10
Randwinkel: 40 x 40 x 4

Die Fundamente sind organisch im Schiffskörper eingeschweißt. Der Motorenraum ist vom übrigen Schiff dicht abgeschottet. Deck und Aufbau sind aus massivem Mahagoniholz, die Schottwände und Einrichtung aus mahagonifurniertem, wasserfestem Sperrholz. Die Aufbaudächer sind aus Sperrholz und mit GFK beschichtet. Die Fenster sind in eloxierten Hydronaliumrahmen gefaßt; die Seitenfenster sind Schiebefenster, die Frontfenster fest eingebaut.

Zur Belüftung der Kajüte ist im Vorderdeck eine Hydronalium-Fenster-Luke eingebaut, die Achterkajüte hat Klappbulleys. Es ist weiterhin ausreichende Belüftung für Kajüte und
Maschinenraum vorgesehen. Das Schiff hat eine starke Scheuerleiste mit Wallschiene, die Scheuerleiste ist über dem Spiegel durchgezogen.

5.0 Konservierung

Der Bootskörper ist innen und außen mit Zinkchromat-Farbe gestrichen, eine Kaltverzinkung, die einen absoluten Rostschutz gewährleistet. Die Außenhaut über der CWL ist glatt gespachtelt und lackiert. Das Unterwasserschiff ist mit einem 5-fachen Spezial-Unterwasser-Anstrich versehen. Der Wasserpass, ein Zierstreifen unter dem Hauptdeck sowie Teile des Aufbaues sind farbig abgesetzt.
Alle Mahagoniteile der Yacht sind blank lackiert. Die GFK-Beschichtung der Decks, der PVC-Belag der Fußböden sowie die kratzfesten Belage für Tische und Pantry sind wartungsfrei.

6.0 Einrichtung

Im Vorpiek befindet sich ein hölzernes Kettenrost zur Lagerung einer Ankerkette. Daran schließen sich im Vorschiff 2 Vorderkojen an. Durch ein zweiteiliges Polstereinlegeteil ist es möglich, die Vorderkojen in eine große Liegefläche zu verwandeln. Unter den Vorderkojen sind 2 Stauräume für das Bettzeug untergebracht.

Auf der Bb-Seite der Kajüte befindet sich eine erhöhte Dinette, an der bequem 6 Personen sitzen können. Durch die Erhöhung ist es möglich, sitzend aus den großen Fenstern zu sehen. Die Dinette lässt sich mit wenigen Handgriffen in ein großes Doppelbett umwandeln.
Unter dem Seitendeck bietet eine große durchgehende Ablage viel Platz für Bücher o.ä. In der Dinette sind 2 Bettenstauräume, 2 Schränke sowie ein großes Schuhfach eingebaut.
Ein großer Kleiderschrank sowie ein Gläserschrank, der auch als Bar benutz werden kann, sind zwischen der Dinette und den Vorderkojen eingebaut.

Auf der Stb-Seite der Kajüte befinden sich WC und Pantry. Die Pantry, die wie der Tisch der Dinette, mit schnittfestem Belag versehen ist, ist wie folgt ausgerüstet:
Ein Kühlschrank, ein Kocherfach mit einem 2-flammigen Spirituskocher, der aufgeklappte Deckel des Kocherfaches ergibt eine zusätzliche Abstellfläche, ein großes Abwaschbecken, das mit einer Platte abgedeckt wird, 2 Schubkästen sowie einen großen Geschirrschrank.
Der Frischwasservorrat beträgt 150 l. Außerdem ist unter dem Seitendeck eine große Ablage vorhanden.
Der WC-Raum erhält zusätzlich ein Waschbecken, ein großes durchgehendes Ablagebord, 1 Spiegel und Handtuchhaken.

Die Achterkajüte ist mit einer Eckkoje ausgestattet. Das Teil der Koje, das in Fahrtrichtung liegt, ist genügend breit als Doppelkoje. Ein Schranktisch ist als Bettenstauraum ausgebaut und ein besonders großer Schrank vervollständigt die Einrichtung.

Zwischen Vorder- und Achterkajüte liegt die Plicht. Die Motoren sind unter dem glatten Plichtfußboden eingebaut und durch aufnehmbare Luken leicht zugänglich. Außer der hohen seitlichen Plichtwand wird dieser Raum durch einen Steuerstand mit großen Glasfenstern geschützt. Der Steuerstand ist mit einem Hardtop-Klappverdeck ausgestattet, diese neuartige Konstruktion bietet volle Kopffreiheit bei schönem Wetter. Mit wenigen Handgriffen ist es möglich, das Verdeck herumzuklappen, wodurch die Plicht in ihrer gesamten Größe von oben geschützt ist. Durch aufknöpfbare Seitenteile kann die Plicht vollkommen in einen geschlossenen Raum verwandelt werden.

Im achteren Teil der Plicht befinden sich 2 gepolsterte Sitzbänke, unter denen Stauraum vorhanden ist. Durch das Einlegen von Zwischenteilen entsteht eine große durchgehende
Polsterbank. Auf der Stb-Seite ist unter dem Seitendeck ein großer Ablageraum für das Aufbewahren von Paddel, Bootshaken, Angelgerät, Badeleiter u.a.m. Auf der Bb-Seite ist ein weiterer Stauraum, sowie ein Raum für den Einbau einer Ölheizung vorgesehen.

Das Armaturenpult mit allen für die Bedienung der Maschinenanlage notwendigen Instrumente ist übersichtlich angeordnet. Stb. und Bb. ist außerdem ein Handschuhfach vorhanden. Als Steuermannssitz empfiehlt sich der neue, kombinierte Steuermannsklappsitz aus eloxiertem Hydronalium. Er kann als Steuermannssitz und als normaler Bordstuhl benutzt werden und läßt sich außerdem zusammenklappen und leicht
verstauen.
Eine kleine, transportable Treppe erleichtert das Aus- und Einsteigen.

7. Maschinenanlage

Die Yacht erhält einen 4-Zyl.-Volvo-Penta-Schiffsdiesel Typ MD21A. Der Motor hat ein hydraulisches Schiffswendegetriebe mit einem Untersetzungsverhältnis 3:1. Sämtliche Kontrollinstrumente arbeiten elektrisch, die Bedienungsinstrumente über Morsekabel.
Besonderes Augenmerk wurde auf elastische Lagerung der Maschinenanlage und optimale Schalldämmung gelegt. 2 Brennstofftanks haben je 200 l Inhalt. Die Ruderanlage arbeitet über eine Teleflexleitung. Das Steuerrad ist ein Speichen-Yachtrad aus dunklem Edelholz.

Der Propeller liegt völlig geschützt unter dem Schiffsboden, auch ragt das Ruderblatt nicht aus dem Schutzbereich der Scheuerleiste hervor. Die stabilen Wellenböcke haben einen Sporn, um Schiffsschraube und Ruder zu schützen. Die elektrische Anlage hat eine Betriebsspannung von 12 . Die Bleisammler sind in Kästen im Maschinenraum untergebracht.

8.0 Beschläge und Ausrüstung

Bugkorb und Seereling sind aus verzinktem Stahlrohr und weiß lackiert. Alle weiteren Decks- und Zierbeschläge sind aus naturfarben eloxiertem Hydroalium, der Flaggenmast ist aus Mahagoni.

9.0 Standard-Inventar

Hardtop-Klappverdeck, mit Seitenteilen, kompl. Polsterung für Vorderkojen, Dinette ü. Achterkojen, Polsterung der Plichtsitze

1 Kühlschrank
1 2-flammiger Spirituskocher
1 Flaggenstock
1 großes Paddel
1 Bootshaken
4 Fender
1 Feuerlöscher
1 Kockpitleiter
1 Anker
1 Ankerleine
1 Satz Werkzeug und Bedienungsanweisungen
1 Flaggenmast
1 Plane ü.a. mit Halterungen
1 Badeleiter, fest angebaut
2 kombinierte Steuermannsklappstühle.

10. Sonderausführungen

Folgende Sonderausführungen sind möglich:

  • Einbau eines 6-Zyl.-Volvo-Penta-Diesels Typ MD 52
  • Achterkajüte mit Bb-und Stb-Koje u. kleinem Schrank
  • Achterkajüte m. großer Doppelkoje, Kleiderschrank, Nachtschrank und Waschgelegenheit
  • Hauptdeck als Stahldeck
  • Hauptdeck als Teak-Scheuerdeck
  • selbstlenzende Plicht

Für Ausführung mit Doppelschraubenanlage empfiehlt sich Typ „Nordsee-TS“ in Knickspantbauweise.

11. Riss

Bauzeichnung folgt

Technische Änderungen Vorbehalten!

Wochenend-Motorjacht BW

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01. Allgemeines

Das Boot ist als Wochenendboot für 2 bis 3 Personen gedacht, mit dem man selbstverständlich auch ausgedehnte Urlaubsfahrten auf unseren schönen heimatlichen Gewässern, eingeschlossen Haff und Achterwasser unternehmen kann. Besondere Merkmale sollen rentable Marschfahrt bei etwa 40prozentiger Motorenleistung und gute Fahreigenschaften selbst bei rauem Wasser sein.

02. Hauptabmessungen

Länge6,20 m
Breite2,10 m
Tiefgang0,30 m
Gewicht
Motor - Wartburg45 PS
Getriebe - Lunzei = 2:1
Geschwindigkeit
Marschfahrt
Brennstoff95 l
Aktionsradius
Schlafplätze2-3
Personenzahl max.
KonstrukteurManfred Ernst -
Werft Bootswerft Jahn
Eigenbau

03. Bauausführung

Der Bootskörper kann in Leistenbauweise oder aus Sperrholz hergestellt werden. Da sich diese Konstruktion auch für den Selbstbau eignet, wird für Amateurbootsbauer, die die Leistenbauweise vorziehen, auf Wunsch eine Bauanleitung für diese spezielle Bauweise mitgeliefert.

Für den Werftbau sind vorgesehen: Körper in Mahagoniholz in Leistenbauweise, Verbände des Rumpfes aus Eichenholz, Aufbau Seltenwände und Plichtsüll aus Mahagoni, Hauptdeck und Kajütdach aus Sperrholz mit GFR-Beschichtung, Einbauteile und Fußböden aus Sperrholz bzw. Tischlerplatten. Alle Beschläge bestehen aus eloxiertem Leichtmetall.

04. Einrichtung

Der Niedergang zur Kajüte ist an der Steuerbordseite angeordnet. Treten wir ein, befindet sich gleich rechts die Pantry mit dem Kocherfach. Der Smut kann also windgeschützt Schnitzel braten und Kartoffeln kochen. Dicht am Eingang zieht der Wrasen schnell ab. Außerdem sorgen zwei Lüfterrosetten für eine Dauerbelüftung der Kajüte, und wer noch mehr kühlen Ozon wünscht, braucht nur die großen Schiebefenster zu öffnen. Unter dem Kocherfach bieten ein Schubfach und Schrank Unterbringungsmöglichkeiten für Geschirr und sonstige Gebrauchsgegenstände.

Links finden wir einen geräumigen Kleiderschrank mit Wäschefächern. Ein Blickfang ist die hufeisenförmige Polsterbank, die den restlichen Teil der Kajüte einnimmt. Der dazwischen gestellte Tisch vervollständigt die anheimelnde Wohnlichkeit. Zur Nacht lässt sich die Tischplatte als Kojen-Zwischenlegeteil verwenden. Die ganze Breite des inneren Vorschiffes  ist damit eine einzige gepolsterte Koje, in der Liegefläche 2 bis 3 Personen Platz bietend. Alles in allem eine glückliche und restlose Ausnutzung des Kajütraumes.

Das Kockpit ist sehr geräumig gehalten, denn schließlich und letzten Endes wollen Wassersportier das Wochenende ja nicht in der Kajüte verbringen, sondern sich frische Luft um die Nase wehen lassen. Für den Skipper ist backbords das Steuerpult angebracht. Um das recht hochbordige Schiff mit seinen Aufbauten überblicken zu können, hat der Konstrukteur für den Skipper den kombinierten Boots- und Steuermannssitz (Patent M. E.) aufgestellt. Dieser Stuhl ist eine Besonderheit, er lässt sich mit einem Griff und Dreh nach hintenüber auf die normale Sitzhöhe eines Stuhles am Kaffeetisch in der Kajüte absenken.  (EVP etwa 300 Mark).

Unter dem Plichtboden befinden sich vorn der Motor, achterlich Stauraum und unter der Polsterbank am Heck Tank, Akku und Werkzeugkasten. Seitlich bestehen Ablagen für Paddel, Bootshaken und Fender. Eine Leiter macht das Einsteigen bequemer. Regnet es, lässt sich das gesamte Kockpit durch ein Klappverdeck verschließen.

05. Maschinenanlage

Nun das Wichtigste, von dem ein Motor-Skipper auf Gedeih und Verderb abhängig ist: Die Maschinenanlage. Die Konstruktion, entsprechend den Vorschriften der Sportbootanordnung sieht wahlweise einen Wartburg- oder P-70 Motor vor. Wer die Möglichkeit hat, kann auch einen 12- bis 50-PS-Außenbordmotor anhängen, die konstruktiven Voraussetzungen sind gegeben. Da auf dem Produktionsprogramm unserer heimischen Motoren-Industrie derartige Typen aber noch nicht stehen, ist es müßig, diese Variante näher zu beleuchten.

Der Einbaumotor mit angeflanschtem Bootswendegetriebe ist selbstverständlich elastisch gelagert und mit einer wirksamen Schallisolierung versehen. Der Brennstoffbehälter fasst 95 l. Die Belüftung des Motorenraumes erfolgt durch seitliche Hutzen und Luftschächte, die Entlüftung durch zwei Metallschläuche mit 80 mm Durchmesser, die zum Spiegel führen. Die E-Anlage hat eine Spannung von 12 v. Die Lichtmaschine speist einen Akku von 84 Ah. Außer den für die Kontrolle des Motors notwendigen Instrumenten, werden 4 Positionslampen, 1 Horn und 2 Steckdosen installiert.

06. Ausrüstung

Zur Ausrüstung (Binnenfahrt) gehören:

4 Festmacher (Lanon) 14 Ø, 4 m lang
4 Fender
1 Bootshaken
1 großes Paddel
1 Verbandskasten
1 Feuerlöscher
1 Werkzeugtasche mit Werkzeug
1 Anker 5 Kg
1 Ankertrosse (Lanon) 10 Ø, 25 m lang

07. Generalplan

Typ BW Holz Werft Bootswerft Jahn Konstrukteur Manfred Ernst
Typ BW Holz Werft Bootswerft Jahn Konstrukteur Manfred Ernst

Auf dem Foto hier ist der umklappbare Stuhl, ein Patent von Manfred Ernst, sehr gut zu erkennen. Die Qualität des Fotos bitten wir zu entschuldigen.

Typ BW Holz - hier ist der patentierte Steuersitz abgebildet
Typ BW Holz – hier ist der patentierte Steuersitz abgebildet

Daten – im Detail:

 

BW-Plast-Boote - Stefan Schober
BW-Plast-Boote – Stefan Schober

Gerne möchten wir auch auf eine Seite von Stefan Schober aufmerksam machen, auf der er die Geschichte der BW und seine BW – Plast vorstellt.


 

Hier zeigen wir ein paar Bilder von einem Boot, welches im Jahre 2010 auf der bekannten Versteigerungsplattform angeboten wurde. Leider wissen wir nicht mehr, wer der Verkäufer war. Das Boot hatte den Standort in Luckau. Wir respektieren auf jeden Fall das Copyright der Bilder, welches bei dem Verkäufer liegt.

Motorkreuzer Typ Spreestern S und SL

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01. Allgemeines

Der 7,0 m Motorkreuzer Typ „Spreestern“ aus dem Jahre 1972 ist eine Weiterentwicklung auf Grund der Erfahrungen, die mit dem gleichnamigen Vorgängertyp und anderen Kajütbooten in den letzten Jahren gesammelt wurden. Er berücksichtigt die Belange des Eigenbaues und entspricht in Zubehör und Werkstoffauswahl dem Angebot in der damaligen DDR. Die Konstruktion ist so ausgelegt, dass alle Forderungen der damaligen Sportbootanordnung erfüllt werden.

02. Hauptabmessungen

Länge7,00 m
Breite2,45 m
Tiefgang0,60 m
Gewicht1,90 t
Motor - Wartburg45 PS
Getriebe - Lunzei = 2:1
Geschwindigkeit14 Km/h
Marschfahrt12 Km/h
Brennstoff2 x 100 l
Aktionsradius400 km
Schlafplätze2-4
Personenzahl max.10
KonstrukteurManfred Ernst - Juli 1972
Werft - StahlkörperFranz Werft,
VEB Yachtwerft
Werft - AusbauHellwig am Krüpelsee,
diverse - auch Eigenbau

03. Verwendungszweck

Der Motorkreuzer „Spreestern” ist für Wochenendfahrten und Urlaubstouren für 2-4 Personen entworfen. Durch die günstige Spantform und den großen Freibord ist ein Befahren aller Binnen- und Seewasserstraßen entsprechend der Sportbootanordnung möglich.

Die Unterwasserform des Bootes, es ist ein Verdrängertyp, ist so gewählt, dass die Marschgeschwindigkeit mit ca. 50%iger Motorenleistung erreicht wird. Durch den Einbau des Untersetzungsgetriebes ist eine sehr rentable Fahrt möglich und ein großer  Aktionsradius garantiert, und auch die Manövriereigenschaften verbessern sich.

04. Bauausführung

Der Bootskörper ist aus Schiffbaustahl hergestellt und voll elektrisch geschweißt. Die Schweißung entspricht den Vorschriften des ASMW, die Bauunterlagen sind schweißtechnisch geprüft.

Die Außenhaut ist 2 mm dick, die Stahlqualität St.42 oder St.52, bei der Verwendung von St.38 empfiehlt es sich, wegen der besseren Verarbeitung die Dicke von 2,5 mm zu wählen.

Weitere Materialabmessungen sind:
Kiel S x 60, Spanten 4 x 30, Randwinkel 32 x 4, Bodenwrangen und Schotte Bl.2, Fl.30, Fundament Bl.3, Fl.50. Die Fundamente sind im Bootskörper eingeschweißt, der  Motorenraum ist durch halbhohe Schotte nach vorn und achtern abgeschlossen.

Der Kockpitfußboden ist aus Holz und zur Schall- und Geruchsisolierung möglichst dicht verlegt. Die Decks sind aus Sperrholz und mit einem GFK-Überzugzug versehen, das
ist ein Glasseidengewebe, das mit Polyesterharz oder besser Epoxydharz getränkt und aufgeklebt ist.

Die Aufbauwände sind aus Massivholz, möglichst Mahagoni, die Inneneinrichtungswände aus Sperrholz oder Tischlerplatten (wasserfest) hergestellt.

Das Boot hat eine starke Scheuerleiste mit Schiene, die über dem Spiegel durchgezogen ist. Alle Beschläge, auch die Fensterrahmen sind aus eloxiertem Leichtmetall.

5.0 Konservierung

Der Stahlkörper soll aus metallisch sauberem, zunderfreiem Blech hergestellt werden, oder er wird nach dem Bau gesandstrahlt. Er wird innen 2-3x und außen Unterwasser 4-5x mit Teerepoxyd nass in nass gestrichen. Unterwasser schließt sich ein Antifoulinganstrich an, dem vor dem Zuwasserlassen ein weiterer folgt. Überwasser ist ein 2-maliger Anstrich mit Telsys-Antikarrosiv erforderlich. Nachdem das Überwasserschiff mit Vinoflexspachtel glatt
gespachtelt und geschliffen ist, wird es mit Alcydharz- oder PU-Lacken lackiert.

Die GFK-Decksflächen werden gleichfalls mit Alcydharz- oder PU-Lacken beschichtet, jedoch wird das Laufdeck vorher noch gesandet, damit es rutschfest ist. Für alle Holzteile werden Boots- oder PU-Lacke verwendet, für den Innenausbau ist auch Mattlack zu  empfehlen.

6.0 Einrichtung

Im vorderen Teil der Kajüte sind die Kojen bzw. Sitze vorgesehen. Der erhöhte gemütliche Sitzraum bietet Platz für 4-6 Personen. Man kann kann im Sitzen bequem aus dem Fenster sehen. Wird der Bootstisch ins Kockpit gestellt, kann aus den Sitzen durch Zwischenlegen der Rückenpolster eine Liegefläche für 2-3 Personen hergestellt werden. Stauraum unter den Sitzen, rundumlaufende Ablagen und ein Schrank im Vorpiek sichern eine völlige Ausnutzung des Innerraumes.

Im achteren Teil der Kajüte sind ein großer Kleiderschrank, ein halbhoher Wäscheschrank, der sich für das Aufstellen eines Kofferfernsehers eignet und die Pantry vorhanden. Die Pantry ist mit einem Spirituskocher und einer PVC-Abwaschschüssel ausgestattet. Schubkästen, Hängeschrank und Schrankraum sorgen für alle Belange der Bordfrau. Der Trittkasten kann für Vorräte genutzt werden und auch ein Abfalleimer ist unter dem Fußboden eingebaut.

Das Kockpit wird von vorn durch einen Ruderstand mit Hardtopklappverdeck (Typ Spreestern-S) oder einer Windschutzscheibe mit Verdeck (Typ Spreestern-SL) geschützt. Die eine Variante bietet eine solide Überdachung des Kockpits, um es voll als Aufenthaltsraum nutzen zu können; die andere Variante sieht sportlicher aus und bietet mehr Luft und Sonne bei schönem Wetter.

Das Ruderpult ist BB angeordnet, es enthält alle Bedien- und Kontrollinstrumente zum Führen des Bootes. StB ist die Niedergangsluke. Der Faltdeckel bildet zusammen mit
einem Ablagefach eine ebene Fläche für Karten o.ä.

Die Steuermannsbank bietet Platz für 2 Personen. Sie lässt sich in 2 Stellungen benutzen. Nach unten geklappt bildet sie einen vis-a-vis Sitz zur achteren Bank. Eine gemütliche Runde, wenn der Bootstisch aus der Kajüte geholt wird. Die achtere Bank lässt sich ausziehen und wird zur Liegefläche für 2 Personen. Stauräume unter Kockpit- und Seitendeck lassen auch hier keinen Platz ungenutzt.

7.0 Maschinenanlagen

Als Antriebsmaschine ist der Wartburg-Motor vorgesehen. Er erhält ein Lunze-Wendegetriebe mit einer Untersetzung 2:1. Der Motor ist mit wassergekühltem Krümmer, Wasserpumpe und elastischer Spezialaufhängung völlig für den Bootsbetrieb umgebaut. Durch Aufhängung und Schallisolierung wird für optimale Geräuschdämmung gesorgt. Die E-Anlage hat eine Betriebsspannung von 12 V.

Die Kraftstofftanks sind seitlich im Motorenraum untergebracht. Sie sind feuerfest abgeschottet und dicht eingeschweißte Fundamente garantieren, dass im Falle einer
Leckage kein Kraftstoff in die Bilge unter den Motor lauten kann.

Als zusätzliche Sicherungsmaßnahme wird der feste Einbau eines CO2-Löschers, der von außen bedient werden kann, im Motorenraum empfohlen. Die Be- und Entlüftung von Motor- und Brennstoffraum erfolgt durch Lufthutzen und Luftschachte.

Das Ruder wird in einem Koker gefahren. Über einen Ruderquadranten läuft die Reepleitung aus feuerverzinktem, flexiblem Stahlseil über Umlenkrollen zum Ruderpult.

8.0 Ausrüstung

1 Anker 12 kg
1 Anker- und Schlepptrosse, Perlon 12 Ø, 25 m lang
4 Festmacher, Perlon 12 Ø je 4 m lang
4 Fender Ø 150 x 350
1 Bootshaken Ø 32, 2,5 m lang
1 Flaggenstock Ø 30, 1,0 m lang
1 Staatsflagge 40 x 60 cm
1 Verbandskasten
1 Feuerlöscher
1 Werkzeugtasche
1 Satz Reserveteile (Keilriemen, Gummirad f. Pumpe, Zündkerzen,
Zylinderkopfdichtung u.ä.)

Zusätzlich für Seewasserstraßen
1 Wurfleine Ø 6, 25 m lang
1 Lenzpumpe
1 Nebelhorn
4 Schwimmwesten (1 Stck. pro Person)
1 Schiffsglocke
1 Kompass

Daten – im Detail:

Anstrichfolge bei Stahlbootskörpern

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ACHTUNG! Der Beitrag von Manfred Ernst ist aus dem Jahre 1987 und die hier beschriebenen Materialien müssten ggfls. gegen heute marktübliche und zulässige Produkte ersetzt werden. Fragen Sie bitte im Fachhandel Ihres Vertrauens nach.

Vorbehandlung

Entrosten, Entstauben, Entfetten

Das Entrosten kann mit mechanischen Mitteln (Schleifen, Drahtbürsten) erfolgen. Bei starkem Rost- oder Zunderbelag ist Sandstrahlen notwendig. Auf sorgfältiges Entschlacken der Schweißnähte achten!

Das Entstauben wird mit einem kräftigen Industriestaubsauger durchgeführt.

Das Entfetten erfolgt mit fettlösenden Reinigungsmitteln z.B. mit Spezialverdünnung. Die Bauteile werden mit einem verdünnungsgetränkten Lappen abgerieben.

Grundieren

Der gesamte Stahlkörper wird innen und außen (auch in den Dieseltanks) mit Teerepoxid konserviert.

  1. Anstrich – Bornit-TE U 471 mit 30 – 40% Verdünnung (Leuna-Spezialverdünnung M 420)
  2. Anstrich – Bornit-TE U 471
  3. Anstrich – Bornit-TE U 472
  4. Anstrich (2x) Anstrich unter der KWL – Bornit-TE U 472
  5. Anstrich über Wasser und innen – Telsys-Dickschicht

Diese Anstriche werden nass in nass d.h. nach 24 bis max. 72 Stunden ausgeführt. Für geeignete Temperaturen ca. 20° und gute Durchlüftung ist zu sorgen. Evtl. Absaugung mit elektrischem Gebläse.

Ein Durchschlagen des Telsys-Anstrichs (braune Flecken) ist beabsichtigt und die Grundlage für weitere Anstriche.

Das Unterwasserschiff

Der 5-malige TE-Anstrich ist konservierend und bewuchs­ hemmend für 2-3 Jahre. Dann wird das Unterwasserschiff leicht angeschliffen und mit einem Antifoulinganstrich versehen.

Der Bootskörper innen

Auf den vollständig ausgehärteten Dickschichtanstrich wird ein Alcydharz Lackanstrich aufgetragen

Der Bootskörper außen, über Wasser

Die Flächen werden gespachtelt und geschliffen. Wenn das Aufbringen von mehr als 1 mm Spachtel notwendig ist, wird Epoxidharzspachtel verwendet, für kleine Unebenheiten genügt PC- oder Alcydharzspachtel. Wichtig ist das flächige Schleifen; dazu wird Sandpapier auf ein Maurer-Reibebrett ca. 500 lang
befestigt. Vom Schleifen nicht getroffene Stellen werden nachgespachtelt.

Zuletzt wird die Oberfläche mit einem großen Schleifkork und Nassschleifpapier nass nachgeschliffen. Zur Isolierung des Untergrundes wird Füller verwendet und anschließend Alcyd-Decklack aufgebracht.

Während die Grundierungen grundsätzlich mit dem Pinsel gestrichen werden, ist für die Decklackierungen Rollen oder Spritzen möglich.

Der Teerepoxidbedarf

Bootstyp Körper Deck Aufbau Verdünnung ges. TE-Bedarf
Spreestern 30 5 5 10 40
J3T 30 10 10 12 50
Senior 40 10 10 14 60
Senzig 50 kg 15 kg 15 kg 18 kg 80 kg

Die Menge wird zur Hälfte TE U 471 und TE U 472 eingekauft.