Mannheim, Berlin und die frühe Motorboot-Revolution
Jacob Pfahler stammte aus Mannheim, wo er als „Privatier“ lebte und sich als Amateurbootsbauer betätigte. Dort machte er eine entscheidende Bekanntschaft: Karl Benz. Pfahler erkannte das Potenzial der Benz’schen Motoren für den Einsatz in Booten und gab der jungen Firma Benz & Co. den Auftrag, spezielle Bootsmotoren zu entwickeln.
Pfahler übernahm nicht nur die Rolle des Auftraggebers, sondern auch den Vertrieb der neuen Motorboote. Um diese erfolgreich auf dem Markt zu etablieren, zog er in die Reichshauptstadt Berlin, wo der Motorsport bereits boomte und ein innovationsfreudiges Publikum vorhanden war. Pfahler hatte erkannt, dass der leichte kleine Benzinmotor es möglich mache, den bisher auf Rudern und Segeln beschränkte Wassersport auch auf mit Maschinenkraft betriebene Boote auszudehnen.
Die Rettigsche Bootswerft: Eine Berliner Basis für Pfahlers Vision
Im Jahr 1887 wagte Pfahler einen bedeutenden Schritt: Er erwarb die traditionsreiche Rettigsche Bootswerft in Stralau am Rummelsburger See (Stralauer Thor 12). Diese Werft hatte Wilhelm Rettig erst 1883 von Georg Tarryer übernommen.
Erstes-Benz-Pfahler-Boot-an-der-Spree-Stralau-bei-Berlin-1887 – Copyright Mercedes Benz Museum
Unter Pfahlers Regie begann die Werft, sich auf den Bau von Motorbooten zu spezialisieren. Das erste Boot, noch in Mannheim gefertigt, wurde bereits auf der Spree getestet. Ein historisches Foto zeigt ein etwa acht Meter langes Boot, das sich von herkömmlichen Ruderbooten durch einen flachen Aufbau im Heck unterschied. Der Steuermann trug noch seinen Stehkragen, während eine Matrosenmütze mit Puschel den Wassersport-Enthusiasmus andeutete. Vielleicht war es Pfahler selbst, der sich mit Frau und Kindern der Kamera stellte – ein Anker am Bug, gehalten von zarter Kinderhand, verlieh dem Bild einen maritimen Touch.
„Renn- und Luxusboote“: Pfahlers Programm für die Zukunft der Schifffahrt
Pfahlers Ziel war es, die „Schifffahrt mit kleinen Fahrzeugen“ durch den Einsatz von Motoren zu revolutionieren. Die „W. Rettig’sche Bootsbaurei in Stralau“ produzierte fortan „Renn- und Luxusboote“. Diese Motorboote boten entscheidende Vorteile: ständige Fahrbereitschaft, Betriebssicherheit und Unabhängigkeit von technischem Personal.
Pfahlers Konzept ging auf. Er fand in Berlin ein kaufkräftiges Publikum. Ein besonders elegantes Mahagoni-Diagonalboot wurde sogar für die Pariser Weltausstellung 1889 gefertigt – ein Beweis für den frühen internationalen Erfolg der Berliner Werft.
Ein jähes Ende und das Erblühen einer neuen Industrie
Im Jahr 1890 wurde die Bootswerft Rettig von Wilhelm Deutsch übernommen. Die Gründe für Pfahlers Ausstieg sind bis heute unbekannt.
Doch auch ohne Pfahler war der Grundstein für den Motorbootsport gelegt. Zahlreiche neue Bootswerften entstanden, um die wachsende Nachfrage zu bedienen. Zu den bekanntesten gehörten Claus Engelbrecht in Zeuthen, Oswald Ernst (in unmittelbarer Nähe zur Rettigschen Werft) und Ernst Brüning. Eine detaillierte Übersicht dieser historischen Firmen finden Sie hier in unserem Beitrag „Historische Firmen-Übersicht„.
Jacob Pfahler mag in Vergessenheit geraten sein, doch sein Beitrag zur Entwicklung des Motorbootsports ist unbestritten. Er war ein Visionär, der frühzeitig das Potenzial von Benzinmotoren für die Schifffahrt erkannte. Es bleibt zu hoffen, dass seine Geschichte eines Tages vollständig erzählt wird.
Die Wiedergeburt eines Klassikers – Restaurationsgeschichte eines Optimist aus der Rechlin-Werft
(Erzählung aus der Sicht des Bootseigner Norbert Kalz)
Die Entdeckung
An einem regnerischen Tag des Jahres 2001 machte ich in Berlin-Köpenick eine besondere Entdeckung. Dort lag er – ein original Optimist aus der traditionsreichen Rechlin-Werft, halb mit Regenwasser gefüllt und vom Zahn der Zeit gezeichnet. Für viele mag es nur ein altes Boot gewesen sein, doch für mich als gelernten Bootsbauer war es ein Schatz, der darauf wartete, gerettet zu werden. Nach einer schnellen Einigung mit dem Vorbesitzer konnte die Rettungsmission beginnen.
Die professionelle Bestandsaufnahme
Mit meinem geschulten Auge – erworben während meiner Ausbildung von 1966 bis 1969 in der renommierten Alfred Feddeck-Werft in Berlin Schmöckwitz – analysierte ich zunächst den Zustand. Die positive Nachricht: Der Rumpf war dicht, ein fundamentaler Vorteil für jede Restaurierung. Dies war nicht selbstverständlich, hatte ich doch während meiner Lehrzeit bei der Fertigung von O-Jollen gelernt, wie wichtig eine intakte Rumpfstruktur ist.
Die Arbeiten der Restaurierung begannen im Jahre 2004 und endeten im Jahr 2007, eben immer so, wie es die Freizeit hergab.
Der Restaurierungsprozess im Detail
Nobert Kalz – Optimist während der Restaurierung der Decksbalken
Phase 1: Demontage und Vorbereitung
Vollständige Entleerung und Trocknung des Bootes
Entfernung des beschädigten Sperrholz-Vorschiffs
Demontage der maroden Decksbalken
Gründliche Reinigung und Aufbereitung des Innenrumpfs
Innovative Entscheidung: Reduktion auf drei statt vier Decksbalken für eine elegantere Optik
Norbert Kalz – Optimist nach der Restaurierung das neue Deck
Phase 2: Das neue Deck
Die Konstruktion des neuen Decks wurde zu einem besonderen Highlight der Restaurierung:
Verwendung einer hochwertigen Mahagonibohle als Basis
Aufwendige Veredelung mit 5mm Eschenfurnier
Präzises Aufschneiden in 8mm Lamellen für das Stabdeck
Sorgfältige Installation der drei neuen Decksbalken mit Mittelfisch
Kunstvolle Verlegung der Stabdeckleisten
Nobert Kalz – Optimist nach der Restaurierung Oberflächenbehandlung
Phase 3: Oberflächenbehandlung
Die Oberflächenbehandlung erfolgte in mehreren aufwendigen Arbeitsschritten:
Feines Schleifen des gesamten Decks
Fünffache Epoxy-Behandlung mit Zwischenschliff
Finale Versiegelung mit hochwertigem 2K-Lack von Epifanes
Nobert Kalz – Optimist nach der Restaurierung neuer Scheibenrahmen in Mahagoni
Phase 4: Die Windschutzscheibe
Als besondere Herausforderung erwies sich die Anfertigung des Windschutzscheibengestells aus Mahagoni – ein Detail, das dem Boot seinen finalen, eleganten Touch verleiht.
Die Würdigung
Norbert Kalz – Ausstellung seines restaurierten Optimist auf der Boot & Fun 2007
Die Qualität der Restaurierung wurde auf der Boot & Fun Berlin 2007 am Berliner Funkturm eindrucksvoll bestätigt. Bei Oldieboote Deutschland e.V. ausgestellt, erhielt das Boot eine professionelle Expertise über 9.900 € – eine Anerkennung der handwerklichen Leistung und der verwendeten hochwertigen Materialien.
Persönliche Note
Diese Restaurierung wäre nicht möglich gewesen ohne meinen zu früh verstorbenen Freund Wolf Schuster, der mir nicht nur seine Werkstatt zur Verfügung stellte, sondern auch mit Rat und Tat zur Seite stand. Seine Unterstützung war unschätzbar wertvoll.
Mein Werdegang und Philosophie
Norbert Kalz – Bootsbauer und Eigentümer des Optimist
Meine Verbindung zum Wassersport reicht bis in die frühe Kindheit zurück. Mit sieben Jahren begann ich auf einem Optimisten das Segeln zu lernen und hatte die Ehre, die erste Kinder- und Jugendspartakiade zu eröffnen. Über verschiedene Bootsklassen wie Cadet, OK Dinghi und H-Jolle entwickelte sich meine Leidenschaft stetig weiter. Während meiner Lehrzeit in der Alfred Feddeck-Werft hatte ich das Glück, von den Besten zu lernen. Mein Gesellenstück, die „O-Jolle 28“, wurde später sogar von Manfred Schrot zum DDR-Meistertitel gesegelt – ein Beweis für die Qualität der Ausbildung und des Handwerks.
Ein Plädoyer für Holzboote
Meine tiefe Überzeugung ist:
Holzboote sind keine Relikte der Vergangenheit, sondern Zeitzeugen echter Handwerkskunst. Bei sachgerechter Pflege überdauern sie moderne GFK-Konstruktionen bei weitem.
Die noch heute aktiven 5,5er, 8er und 12er Yachten aus den 1900er Jahren auf den bayerischen Seen sind lebende Beweise für diese These.
Diese Restaurierung steht beispielhaft für die Bewahrung maritimen Kulturerbes und zeigt, dass traditionelles Bootsbauhandwerk auch im 21. Jahrhundert nichts von seiner Bedeutung verloren hat. Jedes gerettete Boot trägt dazu bei, dieses Wissen und diese Fertigkeiten an künftige Generationen weiterzugeben.
Wir bitten die Qualität der Bilder zu entschuldigen. Leider ist das Original-Bildmaterial beim Eigner nicht mehr auffindbar.
In den späten 1950er Jahren begann eine neue Ära im Bootsbau. Der Einsatz von glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) revolutionierte die Branche. GfK ist verglichen mit anderen Bootsmaterialien sehr leicht und weist deshalb eine geringere Verdrängung auf. Das Verbundmaterial ist stabil und elastisch und somit perfekt für den Rumpfbau geeignet. Die Brüder Ernst und Josef Schreyögg erkannten das Potenzial dieser neuen Materialien und gründeten 1960 die Libella-Motorboote-Werft in Ollarzried.
Ernst Schreyögg übernahm die technische Leitung, während Josef sich um das Management, Marketing, die Organisation sowie den Vertrieb kümmerte. Gemeinsam legten sie den Grundstein für ein Unternehmen, das bald große Aufmerksamkeit auf sich ziehen sollte.
Libella – Werbung 1961
Der Aufstieg der Libella-Boote
Die Libella-Boote zeichneten sich durch moderne Konstruktion und hochwertige Materialien aus, was ihnen schnell einen hervorragenden Ruf in Deutschland und den westlichen europäischen Ländern einbrachte. Die Verkaufszahlen stiegen rasant, und auf Messen wurden die Boote von Libella zu Publikumsmagneten. Mehr und mehr Bootshändler nahmen die Libella-Boote in ihr Produktportfolio auf.
Libella Super Sport – Mahagoni
Libella – Comtess Sport in Mahagoni
Libella – Robby Junior Super – GFK – 1961
Libella – Princess Inbord – GFK
Libella – Princess Cabine Outborder – GFK
Libella – Präsident Cabine Inbord – GFK
Libella – Möwe Super Outbord – GFK
Libella – Maus Super Outbord – GFK
Libella – Comtess Super Outbord – GFK
Libella – Typ Sport – Standard – Mahagoni oder GFK Outbord – 1960
Libella – Typ Sport – Super – 1960 – Mahagoni oder GFK
Besonders bemerkenswert war die Entscheidung der Schreyöggs, die Bootstypen Robby und Princess mit marinisierte BMW-, VW- und Porsche-Motoren auszustatten. Diese Motoren verliehen den Booten nicht nur herausragende Fahreigenschaften, sondern sorgten auch für eine außergewöhnliche Laufruhe.
Der Erfolg blieb nicht aus: Die Zusammenarbeit mit der VW- und Porsche-Vertriebsorganisation in den USA führte zu zahlreichen Aufträgen, und Libella konnte erfolgreich in den amerikanischen Markt eintreten.
Neben den Motorbooten wurden auch Ruderboote und Jollen als Handelsware verkauft, was das Vertriebskonzept weiter abrundete.
Libella – Ruderboot Typ 315 GFK
Libella – Segelboot Belli – 7 m²
Libella – Ruderboot Typ 415 GFK
Libella – Bootstrailer Bella 750 kg
Libella – Bootstrailer Bella 400 kg
Libella – Segeljolle Typ 412 – 10,8 m²
Anfang der 1970-er entstand eine ganz neue Serie von Booten, die V-Serie. Hervorzuheben sind hier die Bootstypen V-15, V-17, V-21, V-23 und V-24 Diese Boote waren überwiegend mit Motoren von Volvo, BMW, MerCruiser oder OMC ausgestattet. Das größte Boot, Typ „Cabin Luxus 30 ft.“, uns liegt derzeit kein Foto vor, wurde von dem bekannten Bootskonstrukteur Winfried H. Wilke entworfen.
Libella – Iglu – als Strand – und Bootshaus – Grundriss
Ein weiteres Highlight der Libella-Werft war das innovative Iglu-Haus, das als Strand- und Bootshaus konzipiert war und Platz für zwei große Zimmer bot. Dieses kreative Produkt erregte viel Aufsehen und stellte die Vielseitigkeit des Unternehmens unter Beweis.
Allerdings brachte die Handwerkskunst auch Herausforderungen mit sich. 1975 stellte die Libella-Werft aufgrund des Billigimports amerikanischer Boote wie Glastron und Sea Ray die Eigenproduktion vollständig ein. Die Konkurrenz aus den USA machte es zunehmend schwierig, wettbewerbsfähige Preise zu halten, was auch den Export negativ beeinflusste.
Fokussierung auf den Handel
Von 1976 bis 1980 konzentrierte sich die Libella-Werft auf den Handel mit hochwertigen Bootsfabrikaten wie Riva, Chris Craft, Glastron und anderen renommierten Marken. Diese Phase erwies sich als äußerst erfolgreich, und der Betrieb war kontinuierlich gut ausgelastet.
Mit der gleichzeitigen Entwicklung einer weiteren Unternehmensdivision, die ebenfalls im Jahre 1961 gegründet wurde, der Fertighausproduktion „Libella-Fertighäuser„, verlagerte sich der Fokus des Unternehmens jedoch zunehmend. Am 31. Dezember 1980 wurde der Bootshandel eingestellt und die gesamte Produktion abverkauft.
1998 verkauften die Brüder Schreyögg schließlich die Unternehmensanteile an der Fertighausproduktion der Kampa AG.
(klicken Sie hier für eine Zeichenerklärung):
id
pid
sorting
tstamp
TYP_Bauform
Foto
Bezeichnung
TYP
TYP_KONSTRUKTEUR
Riss von
Bauzeit von
Bauzeit bis
TYP_MATERIAL
TYP_Art
TYP_BEZEICHNUNG_1
TYP_REF
typ_hersteller
TYP_SORTFLD
Maße
Lgr
CWL (LWL)
Bgr
BWL
Tgr
Tsp
Gewicht
FrM
VdV
VdH
VdS
% LvHL
Beschreibung
Motor
PS / ccm
TYP_HUBRAUM
Anord.
TYP_TANKINHALT
TYP_VERBRAUCH
Geschw.
TYP_Gallery
TYP_Riss
TYP_Betten
TYP_2nd_Konstrukteur
TYP_ORT
TYP_ANZ_Sitze
TYP_Bootsname
TYP_Hauptspant
TYP_Schwimmebene
TYP_Verdrängung
Konstrukteur
Hersteller
Hersteller_Kasko
Hersteller_Ausbau
Hersteller_Motor
Hersteller_Segeltuch
Hersteller_Mast
Bootsart
Rumpfform
Material
Boots-Typ
Sort
TYP_LINK
Details
452
16
30
0
0
Libella Typ V-15
V-15
47
1970
0
0
4
5
0
66
Libella V-15
5,15
4,75
1,85
0,00
0.55
0.3
700,00
0.7
0
0,00
0,00
0,00
Libella V-15 ist ein Tourensportboot mit tiefem V-Boden. Diese Bootskonstruktion, hergestellt nach den modernsten Erkenntnissen des Bootsbau's bietet jedem Besitzer ein Maximum an Vorzügen.
Libella V-15 besitzt eine überragende Wasserlage, entwickelt höchste Geschwindigkeiten bei absolut sicherer Fahrweise und ist sauber, elegant und stabil verarbeitet.
Die V-Bodenkonstruktion mit den zusätzlich eingearbeiteten und eingegossenen Bodenspanten garantiert höchste Stabilität, welche das Motorboot Libella V-15 auch härteste Zerreißproben spielend meistern lässt.
Ganz herzlichen Dank an Josef Schreyögg, der uns in der Recherche sehr unterstützt hat und Informationen in Text und Bild zur Verfügung stellte. Wir freuen uns auf weitere Gespräche mit Ihnen.
Wir werten zur Zeit weitere Informationen aus, auf die wir während unserer neuen Recherchen gestoßen sind.
Wir finden im Netz häufiger den Hinweis, dass es eine Libella Robby-V15 gibt. Dies ist nicht korrekt. Die Robby und die V-15 sind unterschiedliche Bootstypen, Robby wurde in den 1960-er gebaut, die V-15 ab Anfang 1970-er.
Eine Bitte: Wer kann uns Original-Prospekte der Libella-Werft überlassen? Wir bitten für die teilweise schlechte Qualität der Bilder um Entschuldigung.
Libella Prinzessin – Eine Boot für einen Heiratsantrag
Wir möchten an dieser Stelle auf eine wunderbare Geschichte zur Restauration einer Libella „Prinzessin“ verweisen, die uns bei der Recherche regelrecht aufgefallen ist und die wir uns immer wieder gerne ansehen. Bitte schauen Sie selbst was Tanja und Frank über sich und Ihre Prinzessin zu berichten haben: Eine Libella- Prinzessin für einen Heiratsantrag
Vor vielen Jahren hat uns Marco Jonker vom Oldieboote Deutschland e.V. Bilder seiner frisch erworbenen Libella „Präsident“ übermittelt, der einer dringenden Überholung bedurfte. Vielleicht kann über diese Seite wieder der Kontakt zu ihm hergestellt werden, damit wir das Boot im restaurierten Zustand hier zeigen dürfen.
Hier die Bilder im unrestaurierten Zustand. Das Copyright der folgenden Bilder liegt beim Eigner. Es wartet(e) viel Arbeit auf Marco:
Libella Präsident – Eigner Marco Jonker – 01
Libella Präsident – Eigner Marco Jonker – 02
Libella Präsident – Eigner Marco Jonker – 03
Libella Präsident – Eigner Marco Jonker – 13
Libella Präsident – Eigner Marco Jonker – 04
Libella Präsident – Eigner Marco Jonker – 05
Libella Präsident – Eigner Marco Jonker – 06
Libella Präsident – Eigner Marco Jonker – 08
Libella Präsident – Eigner Marco Jonker – 07
Libella Präsident – Eigner Marco Jonker – 09
Libella Präsident – Eigner Marco Jonker – 10
Libella Präsident – Eigner Marco Jonker – 11
Libella Präsident – Eigner Marco Jonker – 12
Bootsschein Libella Präsident – Eigner Marco Jonker – 02
Bootsschein Libella Präsident – Eigner Marco Jonker – 01
Wir haben eine Libella V-17 auf den Kleinanzeigen gefunden. Nach Rücksprache mit dem Eigner „Alex“ dürfen wir sein Boot hier präsentieren. Die Libella V-17 aus dem Jahre 1971 besitzt den ganzen Charme der 1970-er. Das umfangreiche Cockpit mit der umfangreichen Instrumentierung, der Orginal „MerCruiser“-Motor mit dem senkbaren Z-Getriebe, die damals gewählte Farbgestaltung und der großzügigen Raumaufteilung. Stilelemente der Bootsbeschläge, einfach nur gut anzusehen. Seht selbst…
Libella V17 – Eigner Alex – 01
Libella V17 – Eigner Alex – 02
Libella V17 – Eigner Alex – 03
Libella V17 – Eigner Alex – 04
Libella V17 – Eigner Alex – 05
Libella V17 – Eigner Alex – 06
Libella V17 – Eigner Alex – 08
Libella V17 – Eigner Alex – 09
Libella V17 – Eigner Alex – 11
Libella V17 – Eigner Alex – 12
Libella V17 – Eigner Alex – 15
Libella V17 – Eigner Alex – 19
Libella V17 – Eigner Alex – 20
Auf Youtube sind wir auf einen Beitrag von Kevin McLeod gestoßen, der hier seine Libella Möwe Super in GFK aus dem Jahre 1962 vorstellt. Wir sind der Auffassung, die Präsentation seines Bootes hier hervorzuheben.
In einem sehr guten und fast authentischen Zustand finden wir auf der Seite „Classic Car Auctions“ eine Libella V-15 aus dem Jahr 1971 mit einem BMW Innenbordmotor der mit seinen 130 PS das Boot auf dem Wasser sehr flott antreibt. Ideal als Wasserski-Boot konzipiert, läuft es mit einer absoluten Ruhe und Gleichmäßigkeit. Mit freundlicher Genehmigung von Max van der Plujim, dürfen wir hier das Boot präsentieren. Alle weiteren Informationen finden Sie auf der Auctions-Seite.
Libella V 15 – 1971 – BMW – Classic Cars – 01
Libella V 15 – 1971 – BMW – Classic Cars – 02
Libella V 15 – 1971 – BMW – Classic Cars – 03
Libella V 15 – 1971 – BMW – Classic Cars – 04
Libella V 15 – 1971 – BMW – Classic Cars – 05
Libella V 15 – 1971 – BMW – Classic Cars – 06
Libella V 15 – 1971 – BMW – Classic Cars – 07
Libella V 15 – 1971 – BMW – Classic Cars – 08
Libella V 15 – 1971 – BMW – Classic Cars – 09
Libella V 15 – 1971 – BMW – Classic Cars – 10
Libella V 15 – 1971 – BMW – Classic Cars – 11
Libella V 15 – 1971 – BMW – Classic Cars – 12
Libella V 15 – 1971 – BMW – Classic Cars – 13
Libella V 15 – 1971 – BMW – Classic Cars – 14
Libella V 15 – 1971 – BMW – Classic Cars – 15
Libella V 15 – 1971 – BMW – Classic Cars – 16
Peter Stjärnebring aus Schweden hat ein Youtube-Video über die Restaurierung seiner Libella Princess Inbord bereitgestellt, auf das wir hier gerne verlinken möchten.
Im Auftrag eines Bauunternehmers aus Königs Wusterhausen, der nach einem schnittigen Sportboot suchte, hat der Konstrukteur Manfred Ernst auf Basis des „Treuholz-Bootes“, ein Riss seines Vaters Theodor Ernst, im Jahre 1968 das Tourensport-Boot T4 entworfen. Gebaut wurde dieses Boot in der Bootswerft Hellwig – Krüpelsee. Dieses Boot hat eine faszinierende Geschichte, die weit über seine Entstehung hinausgeht.
Zu Beginn der 1960er Jahre war es in vielen DDR-Werften üblich, dass der Kunde den Motor selbst beschaffte und dieser dann im Auftrag der Werft durch Fachunternehmer eingebaut wurde. So war es auch beim T4, der für einen Wartburg-Motor konstruiert wurde. Der Kunde wollte jedoch mit einem LADA-Motor fahren und brachte diesen selbst mit.
Um den LADA-Motor unterzubringen, musste das Heck des Bootes etwas höher gebaut werden. Diese Bauartveränderung wurde dann bei weiteren T4-Booten mit 4-Takt-Motoren übernommen. Der BootsbauerGünter Hellwig nahm eine weitere interessante Modifikation vor: Er versetzte die Lufthutzen auf den Motorklappen mittig, abweichend zum Original-Riss. Somit wurde die Begehbarkeit des Hecks für den Eigner deutlich erleichtert.
Der Besitzerwechsel und die Restauration
Mitte 2009 übernahm Heiko Dalmer das Boot in einem guten substanziellen Erhaltungszustand. Allerdings erwies sich der mittlerweile verbaute Renault DTN 50-Motor sowie das Getriebe als verschlissen. Eine umfassende Gesamtrestauration des gesamten Bootes stand an – und Heiko Dalmer machte sich an die Arbeit, das Boot wieder in seinen höchstmöglichen Originalzustand zu versetzen, jedoch mit neuester Technik.
Zustand des T4 zum Zeitpunkt der Übernahme:
T4 – Ernst Riss – Werft Fritz I. Hellwig – Bj 1968 – Eigner Heiko Dalmer – Fotos (c) hd – 07
T4 – Ernst Riss – Werft Fritz I. Hellwig – Bj 1968 – Eigner Heiko Dalmer – Fotos (c) hd – 04
T4 – Ernst Riss – Werft Fritz I. Hellwig – Bj 1968 – Eigner Heiko Dalmer – Fotos (c) hd – 05
T4 – Ernst Riss – Werft Fritz I. Hellwig – Bj 1968 – Eigner Heiko Dalmer – Fotos (c) hd – 01
T4 – Ernst Riss – Werft Fritz I. Hellwig – Bj 1968 – Eigner Heiko Dalmer – Fotos (c) hd – 03
T4 – Ernst Riss – Werft Fritz I. Hellwig – Bj 1968 – Eigner Heiko Dalmer – Fotos (c) hd – 08
T4 – Ernst Riss – Werft Fritz I. Hellwig – Bj 1968 – Eigner Heiko Dalmer – Fotos (c) hd – 02
T4 – Ernst Riss – Werft Fritz I. Hellwig – Bj 1968 – Eigner Heiko Dalmer – Fotos (c) hd – 06
Aufarbeitung von Deck und Schiffskörper
Zunächst wurde das gesamte Deck und der Schiffskörper komplett aufgearbeitet. Dafür wurde das Boot 8-fach mit Öllack lackiert – eine Technik, die zwar sehr zeitaufwendig ist, aber dem Boot eine besonders elastische und hochwertige Oberfläche verleiht.
T4 – Bootskörper – vorher
T4 – Bootskörper – nachher
Motorrevision und Umstellung auf elektrische Zündung
Der Motor wurde vollständig revidiert und auf eine elektrische Zündung umgestellt. Außerdem kam ein neues ZF-Getriebe zum Einsatz. Die gesamte Elektrik wurde erneuert und jedes Bauteil mit Sicherungen geschützt.
T4 Restauration – Renault Motor DTN-50 – vorher
T4 Restauration – Renault Motor DTN-50 – komplett zerlegt und überarbeitet – 01
T4 Restauration – Renault Motor DTN-50 – komplett zerlegt und überarbeitet – 02
T4 Restauration – Renault Motor DTN-50 – komplett zerlegt und überarbeitet – 03
Verchromung und Sitzbank-Erneuerung
Alle Beschlagteile wie Hutzen, Scheibenrahmen, Klampen, Lampen, Motorrahmen und Augbolzen wurden hochglanzverchromt, um eine einheitliche und hochwertige Optik zu erzielen. Auch die vordere Sitzbank, die sich in der Praxis als unbequem erwies, wurde durch zwei Einzelsitze ersetzt. Neben all den technischen Arbeiten wurden auch alle Sattlerarbeiten für die Sitze, Hecksitzbank und die Herstellung eines Fahrverdecks in einheitlicher Optik beauftragt. Zudem wurde der Antifouling-Anstrich durch die 2-farbige Optik aufgewertet.
T4 – Restauration der Chromteile – vorher
T4 – Restauration der Chromteile – nachher
T4 – komplette Überarbeitung der Polster und Sitze – vorher
T4 – komplette Überarbeitung der Polster und Sitze – nachher
Instrumentierung und Kühlung
Da die Instrumente des vorherigen LADA-Motors nicht mehr verwendet werden konnten, wurden im Rahmen der Restaurierung neue Instrumente aus der gleichen Epoche wie das Boot verbaut. Diese wurden von einer VDO-Werkstatt restauriert. Die verbaute Staudruckmessung der Geschwindigkeit wurde zurückgebaut, ebenso wie die Staudruckkühlung, welche einen zu geringen Querschnitt für eine ausreichende Kühlung aufwies. Auch das Problem der unzureichenden Kühlung wurde durch den Einbau eines Wasserlöffels zeitgemäß gelöst.
T4 – Auswechseln Lenkrad und Instrumente – vorher
T4 – Auswechseln Lenkrad und Instrumente – nachher
Propeller-Optimierung
Da der ursprüngliche Propeller nicht optimal für Leistung und Laufkultur war, wurde nach langwieriger Berechnung von Spezialisten ein neuer Propeller aus den USA gefunden, der nun eine optimale Geschwindigkeit sicherstellt.
Das Ergebnis: Ein restaurierter Klassiker in neuem Glanz
Nach mehrjähriger akribischer Restaurationsarbeit erstrahlt das Tourensport-Boot T4 nun in neuem Glanz. Jedes Detail wurde mit Sorgfalt und Liebe zum Original wiederhergestellt – von der Lackierung über die Verchromung bis hin zur Motorrevision und Kühlung.
T4 – im aktuellen Zustand – Besitzer und Bildrechte bei Heiko Dalmer – 01
T4 – im aktuellen Zustand – Besitzer und Bildrechte bei Heiko Dalmer – 02
T4 – im aktuellen Zustand – Besitzer und Bildrechte bei Heiko Dalmer – 04
T4 – im aktuellen Zustand – Besitzer und Bildrechte bei Heiko Dalmer – 05
T4 – im aktuellen Zustand – Besitzer und Bildrechte bei Heiko Dalmer – 06
T4 – im aktuellen Zustand – Besitzer und Bildrechte bei Heiko Dalmer – 07
T4 – im aktuellen Zustand – Besitzer und Bildrechte bei Heiko Dalmer – 08
T4 – im aktuellen Zustand – Besitzer und Bildrechte bei Heiko Dalmer – 09
Der jetzige Besitzer Heiko Dalmer kann nun mit Stolz und Freude auf dem Wasser fahren und das Boot in seinem ursprünglichen Zustand genießen. Die Restauration des T4 ist nicht nur ein Akt der Bewahrung eines DDR-Bootsbau-Klassikers, sondern auch ein Beispiel dafür, wie man mit Leidenschaft und Detailversessenheit ein Stück Geschichte zum Leben erwecken kann. Dieser Beitrag zeigt, wie viel Liebe und Engagement in der Erhaltung historischer Boote stecken kann.
Mitwirkende
Folgende Betriebe wurden mit Teilaufgaben zum Refit beauftragt:
Es war eine Zeit, in der das Wasser das Leben der Menschen bestimmte. Markus Glas begann mit dem Bau kleiner Beiboote und Fischerkähne, die den Einheimischen halfen, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Darüber hinaus wurden für den Freizeitsport Jollenkreuzer gebaut. Doch die Vorstellung von Geschwindigkeit und Wettbewerb ließ ihn nicht los. Unter dem wachsamen Auge seines Sohnes, Dipl. Ing. Markus Glas, blühte das Unternehmen auf. Zug um Zug entstanden eine ganze Vielzahl von eleganten Cruising- und Motorrennbooten. Mit innovativen Designs und unermüdlichem Einsatz errangen sie internationale Titel und setzten einen Weltrekord.
Rekord Boot Vera Cruz am 23.9.1957 in Sarnico – Bootswerft Markus Glas – Fahrer Heinzl Rosterg- Monteur Juergen Stuck – aus Nachlas Renate Marconi für Klassik-Boote
UIM - World by Homologation bis 02.03.21
LfdNr
Land
Ort
Datum
Klasse
Fahrer
Typ
Bootsname
Bootskörper
Motor
StatMile
Km/h
Zusatz
Suchfeld
Bild
Hinweise
Link
683
SWI
Sarnico, Lake Iseo, Italy
23 Sep 1957
F Service Inboard Runabout
Heinzl Rosterg
Speed
Vera Cruz
Glas
B.P.M. Atlantic 5197cc
67,89
109,26
1957 B.P.M. Atlantic 5197cc
895
GER
Sarnico, Italy
14 Jul 1959
European Runabout 2
Markus Glas
Speed
Naseweis VI
Glas
Daimler Benz 2996cc
69,25
111,45
1959 Daimler Benz 2996cc
896
GER
Sarnico, Italy
14 Jul 1959
Sport Runabout 2
Markus Glas
Speed
Naseweis IV
Glas
Daimler Benz 2996cc
69,47
111,80
1959 Daimler Benz 2996cc
897
GER
Sarnico, Italy
14 Jul 1959
D Service Inb. Runabout
Markus Glas
Speed
Naseweis IV
Glas
Daimler Benz 2996cc
69,36
111,62
1959 Daimler Benz 2996cc
LfdNr:
Land:
Ort:
Datum:
Klasse:
Fahrer:
Typ:
Bootsname:
Bootskörper:
Motor:
StatMile:
Km/h:
Zusatz:
Suchfeld:
Bild:
Hinweise:
Link:
Karl Marconi – Der Meister der Konstruktion
Karl Marconi auf Bootswerft Glas mit Facharbeiter – Boot Karin – (c) Marconi-Nachlass für Klassik-Boote
Inmitten dieser Erfolge trat ein außergewöhnlicher Konstrukteur in ihr Leben: Karl Marconi. Seine Designs waren nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch ansprechend. Gemeinsam mit den talentierten Bootsbauern der Werft schufen sie Meisterwerke auf dem Wasser, die für ihre Schnelligkeit und Schönheit berühmt wurden. Die Kombination aus technischem Know-how und handwerklichem Geschick machte die Werft zu einer der angesehensten in Europa.
Wandel der Zeiten
Doch wie so oft in der Geschichte des Handwerks kam der Wandel. Die Ära der Rennboote auf Binnengewässern neigte sich dem Ende zu. Anstatt aufzugeben, ergriff Markus Wolfgang Glas die Initiative und lenkte wieder den Fokus auf den Bau von Segelbooten – insbesondere den Drachen. Die Leidenschaft für den Sport und das unermüdliche Streben nach Perfektion führten dazu, dass sein Team zahlreiche Titel errang: einmal Weltmeister, fünfmal Europameister und zwölfmal Deutscher Meister. Die Drachenflotte am Starnberger See wuchs und wurde zur größten weltweit.
Innovation und Anpassung
Um den Anforderungen seiner Kunden gerecht zu werden, arbeitete Markus Wolfgang Glas eng mit dem Ingenieur Klaus Röder zusammen. Sie entwickelten das L95, einen Kreuzer, der sich schnell großer Beliebtheit erfreute. Innerhalb von nur 13 Jahren wurden 48 Boote dieses Typs ausgeliefert und eine lebendige Regattaszene entstand. Der L95 Grand Slam wurde zum Höhepunkt jeder Segelsaison und lockte Teilnehmer aus allen Ecken Europas an.
Ein modernes Unternehmen
Die Bootswerft Markus Glas GmbH ist heute ein flexibles und modernes Unternehmen mit 14 engagierten Angestellten. Ihre Leidenschaft für den Bootsbau und ihre Fähigkeit, sich an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen, machten sie zu einem der renommiertesten Betriebe ihrer Art. Auch wenn sich die Zeiten ändern mögen, bleibt die Liebe zum Wasser und die Hingabe zur Handwerkskunst in jeder Welle spürbar.
Ein ungeschriebenes Kapitel
Die Geschichte der Bootswerft Markus Glas ist noch lange nicht zu Ende. In den Schatten des Starnberger Sees warten neue Herausforderungen und Abenteuer. Während sich die nächste Generation darauf vorbereitet, die Tradition fortzusetzen, ist die Zukunft des Unternehmens so vielversprechend wie eh und je – ein neuer Wind weht über das Wasser, und mit ihm die Hoffnung auf weitere Erfolge und unvergessliche Momente auf dem Wasser.
In Possenhofen wird die Legende weitergeschrieben – ein Boot nach dem anderen.
Wir freuen uns sehr, Ihnen heute eines unserer internen Werkzeuge zur Verfügung stellen zu können – eine umfangreiche Tabelle mit Informationen zu Firmen und Personen, die wir im Laufe unserer Recherchen zum Thema Klassik-Boote immer wieder entdeckt haben. Lange haben wir darüber nachgedacht, ob wir diese Informationen öffentlich machen sollten, da sie ständigen Änderungen unterliegen. Letztendlich haben wir uns aber dafür entschieden, da wir hoffen, dass es eine interessierte Leserschaft gibt, die uns mit zusätzlichen Informationen zu einzelnen Einträgen unterstützen kann.
Diese Historische Firmen-Übersicht soll den Grundstein für die umfangreichste Datenbank zum Thema Klassik-Boote im Internet legen. Es wird eine „never ending story“ sein, da wir die Informationen ständig aktualisieren und erweitern werden. Es wird eine lange Zeit dauern, bis die hier eingetragenen Daten vollständig und verwertbar sind, aber wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit Ihrer Hilfe ein einzigartiges Nachschlagewerk schaffen können.
Wie Sie uns unterstützen können
Da die Informationen in dieser Tabelle ständigen Änderungen unterliegen, sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen, um sie auf dem aktuellsten Stand zu halten. Wenn Sie Ergänzungen, Korrekturen oder Aktualisierungen, Bildmaterial oder andere wichtige Dokumente zu einem bestimmten Eintrag haben, bitten wir Sie, uns diese gerne mitzuteilen, bzw. zu überlassen.
Je mehr Menschen sich an der Pflege und Erweiterung dieser Datenbank beteiligen, desto wertvoller und umfassender wird sie für die gesamte Klassik-Boote-Community. Gemeinsam können wir etwas Einzigartiges schaffen!
Manfred Ernst konstruiert und gestaltet in Berlin-Grünau seit 25 Jahren Sport- und Freizeitboote. Der ,.Ernst-Riss“ ist weit über die Grenzen der DDR hinaus bekannt. Seine „Rügen“-Jolle erhielt 1980 die Auszeichnung GUTES DESIGN.
form+zweck: Ihr konstruktiv-gestalterisches Wirken erstreckt sich von den sechziger Jahren bis jetzt in die achtziger – ist Design im Sportbootsbau auch in Dezennien einzuordnen? Gibt es „das Boot der sechziger Jahre“ und das der achtziger? Verwandtschaften und Generationswechsel, Kontinuität und Erneuerung – in welchem Verhältnis stehen sie zueinander?
ERNST: Lassen Sie mich den Begriff „Generationswechsel“ aufnehmen. Man ist leicht geneigt, darunter etwas gänzlich Neues zu erwarten. Meistens aber handelt es sich, in der Technik allgemein und im Bootsbau speziell, um Weiterentwicklungen, um einen spiralförmigen Prozeß, eben um die Ablösung einer Generation durch die andere; ein Zusammenspiel von Erbe und Erneuerung.
Nun sind in dem von Ihnen umrissenen Zeitraum, der zufällig auch der meiner beruflichen Tätigkeit ist, allerdings einige tiefgreifende materialseitige, technologische und nutzerorientierte Veränderungen im Bootsbau eingetreten, die sich gestalterisch auswirkten: die Entwicklung korrosionssicherer Materialien und Verbindungen, zunehmender Einsatz von Plaste, immer höhere Forderungen hinsichtlich der Platzausnutzung sowohl, was den Einbau von Bootstechnik als auch den von Komfort betrifft – bis an die technischen Grenzen heran, ergonomische Überlegungen . Dieses konstruktiv-gestalterisch neue Qualitätsniveau führte jedoch nicht zu so gravierenden formalen, ästhetischen Veränderungen, daß man von einem deutlichen „Generationswechsel“ im Sportbootsbau sprechen könnte. Die Wandlungen vollzogen sich und vollziehen sich weiter in kleinen Schritten.
form+zweck: So wie beispielsweise beim Automobil, kann man also hier nicht vom Typ der sechziger oder achtziger Jahre sprechen?
ERNST: Nein, weil es bei manchen Gemeinsamkeiten zwischen dem Straßenfahrzeug hier und dem Wasserfahrzeug da einen ganz gravierenden Unterschied gibt: das Auto ist wesentlich kurzlebiger konzipiert als das Boot oder Schiff. Es existieren sicher nur ganz wenige Autos, die 25 Jahre und älter sind und immer noch unermüdlich ihren Dienst tun. Hingegen gibt es unter den 25-, 30jährigen Booten nur sehr wenige, die heute nicht mehr fahrtüchtig sind. Ein gut konstruiertes und gestaltetes Boot soll schon 20, 40, 50 Jahre seinen Zweck erfüllen können; ich kenne nicht wenige, die bereits um die Jahrhundertwende gebaut worden sind und immer noch fahren – und deren damalige gute Gestaltung heute noch überzeugt. Ich kenne freilich auch Boote, die seit 80 Jahren die Gewässer verschandeln…
form+zweck: Eine Gemeinsamkeit zwischen Automobil- und Bootsentwurfsarbeit besteht doch aber grundsätzlich im Anspruch auf komprimiertes komplexes Gestalten…
ERNST: Im Prinzip – ja. Nur ist der Komplexitätsanspruch im Bootsbau noch höher als bei der Arbeit am Auto. Die Entwicklung eines Motorseglers beispielsweise erfordert eine nachgerade enzyklopädische Berücksichtigung und Beherrschung von technischen Disziplinen und gestalterischen Fähigkeiten – von der Schiffstheorie, Hydro und Aerodynamik über Werkstoffkunde, Korrosionsschutz, Elektronik und Navigation, Elektrik, Maschinenbau, Farbenkunde, Innenraumgestaltung einschließlich Sanitärtechnik, Ergonomie selbstverständlich. Und der Gestalter steht und fällt nicht allein mit der Beherrschung dieser ganzen Palette – sein Können wäre letztlich nichts wert ohne den ebenso sachkundigen Meister im Betrieb, der das Boot schließlich herstellt.
form+zweck: Sie selbst bezeichnen sich ausdrücklich als Konstrukteur und Gestalter, widmen der ästhetischen Qualität „Ihrer“ Boote große Sorgfalt, von der Harmonie der Silhouette bis zum letzten Pinselstrich. Was oder wer hat diese Haltung geformt?
ERNST: Ich möchte Sie etwas korrigieren: Ich fühlte mich in erster Linie als Gestalter, in zweiter als Konstrukteur. Ich gehöre auch schon seit 20 Jahren der Sektion „Formgestaltung/Kunsthandwerk“ im VBK-DDR an.
Boote gezeichnet und gebastelt habe ich bereits als kleiner Junge, mein Vater war auch Konstrukteur, und ich bin auf einer Bootswerft großgeworden. Da bekam ich die ersten Anschauungen vermittelt, was zweckmäßig und schön ist und was nicht, mein Vater wies mich oft darauf hin. Und als ich dann später ins Fach einstieg, festigte sich in mir das Prinzip immer mehr: die Ästhetik muss mit technologischer Machbarkeit gekoppelt sein, formale Spinnereien sind für mich ausgeschlossen.
Ich habe zwei Berufe gelernt – Holzbootsbau und Stahlbootsbau. Vom Volkseigenen Konstruktionsbüro für Hochseeschiffbau, wo ich zunächst arbeitete, bin ich zum Schiffbaustudium nach Rostock-Warnemünde delegiert worden, war anschließend ein Jahr auf der Yachtwerft Berlin tätig, habe dann kurze Zeit mit meinem freiberuflich tätigen Vater zusammengearbeitet und nach seinem Tode selbst die Zulassung als freiberuflicher Bootskonstrukteur erhalten.
Damals, in den sechziger Jahren, entwickelte sich der Export-Bootsbau stark, da fand ich ein sehr umfangreiches Aufgabenfeld. Die Vielzahl der damals handwerklich gefertigten Typen – manchmal galt es, von einem Tag auf den anderen einen neuen zu entwerfen – hat mir zwangsläufig einen reichen Schatz an konstruktiven und ästhetischen Erfahrungen eingebracht, von dem ich immer noch profitiere und wie er heute nicht mehr zu erwerben wäre. In diesem Zusammenhang ein Aspekt: Beispielsweise war es damals nicht nur möglich, sondern durchaus üblich, konstruktive und gestalterische Unzulänglichkeiten relativ unaufwendig nach der Probefahrt zu korrigieren. Auch aus solchen Fehler-Erfahrungen hat man eine Menge gelernt. Das ist im heutigen Bootsbau nicht mehr praktizierbar. Die Verantwortung für die Konstruktion und Gestaltung des ersten Bootes – eines Bootes aus Plast! – ist ungleich höher. Wenn hier das erste „in den Sand gesetzt“ wird, ist die ganze Serie betroffen, ein riesiger materieller Schaden angerichtet. Beim Plastbau kostet das erste Boot, bedingt durch die Formherstellung, so viel wie zehn konventionelle…
form+zweck: Welche funktionellen und ästhetischen Akzente, vielleicht doch sogar Trends, sehen Sie für die kommenden Jahre und Jahrzehnte im Bootsbau?
Segeljolle Eikplast II – Werft: VEB Bootsbau „Eikboom“ – Konstrukteur: Manfred Ernst
ERNST: Der Wassersport wird zweifellos immer mehr zum Volkssport, der Wunsch nach einem eigenen Wasserfahrzeug immer verbreiteter. Dem ist nur mit zunehmender industrieller Produktion im Bootsbau gerecht zu werden, mit „ Konfektionsware“. Diese Großserienproduktion wird ermöglicht durch neue Technologien, treibt diese gleichzeitig weiter voran und erfordert und ermöglicht auch andere Gestaltungskonzeptionen als in der Vergangenheit. Das maßgeschneiderte Boot wird mehr und mehr die Ausnahme, das Exklusive sein, das in begrenztem Maße variierbare Standardangebot „aus der Schublade“ das ökonomisch und technologisch Vorteilhafte für Produzenten und Nutzer. In welchen Größenordnungen sich dieser Prozeß vollzieht, sei an einem Beispiel vorgeführt:
Zu den Olympischen Sommerspielen 1936 wurde in Deutschland die „Olympiajolle“ entwickelt, ein Ein-Mann-Segelboot mit etwa 10 Quadratmetern Segel. Diese Klasse, heute fünfzig Jahre alt, hat sich sehr gut durchgesetzt, ist rund dreißig Jahre lang also auch noch in der DDR und in der BRD – nach diesem ursprünglichen Riss gebaut worden: in etwa 2.000 Exemplaren insgesamt. Das zum „Massen“-Boot aus Holz. Die von mir entwickelte „Eikplast“-Jolle mit etwa den gleichen Abmessungen, aber als Boot für den Freizeitsport und für zwei Personen geeignet, hat die gleiche Stückzahl, hergestellt von vielleicht 6 bis 8 Bootsbauern in nur einem einzigen Betrieb, dem VEB Eikboom, innerhalb von sage und schreibe drei Jahren erreicht. Das lässt ahnen, wohin die Reise in die Zukunft geht.
form+zweck: Eine solchermaßen fortschreitend massenhafte Zuwendung zum Wassersport löst in mir die Frage – oder Befürchtung – aus, ob da nicht auch mit einer erheblich zunehmenden Motorisierung des Wasserverkehrs zu rechnen ist. Sehen Sie einen Trend „weg vom Segel – hin zum Motor“? Mit einem Motor vermeint doch fast jeder umgehen zu können, im Gegensatz zum Segel…
ERNST: Eine solche Entwicklung sehe ich eigentlich nicht. Wir können davon ausgehen, daß mit dem immer stärkeren Fortschreiten von Wissenschaft und Technik in allen Lebensbereichen und vor allem am Arbeitsplatz ein immer größerer Gewinn an Freizeit einhergeht. Das zeigt sich deutlich, wenn wir auf die letzten zehn, fünfzehn Jahre zurückblicken, und wird in Zukunft vielleicht noch ganz andere Dimensionen erreichen. Ich sehe in zunehmendem Maße das gesellschaftliche Erfordernis, die Freizeit zu „bewältigen“. Dazu gehören die Möglichkeiten, die der Sport bietet, auch der Wassersport. Und hier verkörpert das Boot eine ganz spezifische Alternative beispielsweise zum Auto: als muskel- oder windgetriebenes Fahrzeug bietet es den physischen und psychischen Ausgleich, den der Mensch unter den Bedingungen, den Segnungen und Belastungen des wissenschaftlich-technischen Fortschritts zunehmend suchen wird. Der Motor wird im großen und ganzen gesehen auch künftig nicht mehr als eine nützliche technische Ergänzung, ein Hilfsmittel am Sportboot bleiben. Auch heute ist der Anteil der allein mit Motorkraft fahrenden Boote gering, und er wird es sicher bleiben. Die Attraktivität des Segels ist nicht gefährdet, im Gegenteil. Und Leuten, die sich unbedingt ein Motorboot anschaffen wollen, sage ich immer: bedenkt – je schneller das Boot, desto kleiner wird das Gewässer… Etwas anders ist die Sachlage beim großen Kajütboot; so ein hochkomfortables „schwimmendes Wochenendhaus“ braucht die Motorkraft. Hier kommt es auf den Konstrukteur an, daß er solchen Booten einen Geschwindigkeitsbereich zumißt, der in vernünftigen Grenzen liegt, das Fahrzeug umweltfreundlich und ökonomisch macht.
form+zweck: Gerade auch in dieser Größenklasse haben Sie langjährige Erfahrungen, welches Ihrer Boote würden Sie hier selbst als optimal nennen?
Vilm II Slup Takelung Riss Manfred Ernst gebaut VEB Bootsbau Rügen
ERNST: Das ist die „Vilm II“, konstruiert für eine Rumpfgeschwindigkeit, also unterhalb des Gleitzustandes, und die kann sowohl unter Motor als auch unter Segel erreicht werden. Ein Non-plus-ultra-Boot, aber auch ein teures…
form+zweck: Mehrfach fiel das Stichwort „Plaste“. Dieser Werkstoff hat in den letzten zwanzig Jahren vielfach das traditionelle Holz im Bootsbau abgelöst. Sie haben sich eigentlich genau mit dem Beginn Ihrer Tätigkeit auch in die Anfänge dieses Prozesses einschalten müssen. Welche Rolle kommt heute dem Material Plast in Ihrem Tätigkeitsfeld zu, und welche Konsequenzen hat es für Ihren gestalterischen Spielraum?
Vilm II Zweimaster Ketch Takelung Riss Manfred Ernst gebaut VEB Bootsbau Rügen
ERNST: Plast eignet sich für den Bau des Bootskörpers wesentlich besser als Holz und kann es durchaus in vielen Bereichen ablösen. Aber so wie einst die Ablösung des Holzes durch Stahl im Boots- und Schiffbau nicht zum Ausscheiden des Werkstoffes Holz geführt hat, wird das der Einsatz von Plast nicht tun. Es kommt darauf an, unter allen zur Verfügung stehenden Materialien die optimalen für das jeweilige spezifische Projekt zu wählen. Allgemein kann man aber sagen, daß die Ökonomie bestimmt, wo Schritt für Schritt ein Material durch das andere ersetzt wird. Also verschwand Holz zunächst aus den tragenden Bauteilen, dann von der Außenhaut, vom Deck, es wird gegenwärtig mehr oder weniger bei den Aufbauten verdrängt – aber die Wohnlichkeit wird durch Plast oder Stahl nicht so gewährleistet wie durch Holz. So kommen immer wieder Kompromisse zustande, oder richtiger: Synthesen. Zum Beispiel gibt es Jollenkreuzer mit Plastkörper, Plastdeck, aber mit Holzaufbau. Die „Vilm II“ etwa hat einen Plastkörper, ein in Kompositbauweise hergestelltes Deck und einen reinen Holzaufbau, der wiederum ein plastbeschichtetes Dach hat. Es wird also stets danach gesucht, technisch, technologisch und ästhetisch ein Optimum zu finden. Die Materialwahl ist immer auch abhängig vom Einsatz und von der Größe des Bootes.
form+zweck: Welches wäre Ihr eigenes „klassisches“ Beispiel für den zunehmenden Einsatz von Plast?
Jollenkreuzer „Backdecker“ – Werft: VEB Bootsbau Eikboom 1972
Jollenkreuzer WLP , 1970 – Konstrukteur: Manfred Ernst – Hersteller: VEB Bootsbau Eickboom
ERNST: Der 15er Jollenkreuzer. Er war ursprünglich ein reines Holzboot, gebaut von der damaligen PGH Eikboom, in Vollmahagoni. Als die Bereitstellung von Mahagoni immer komplizierter und ökonomisch aufwendiger wurde, andererseits durch unsere einheimische Industrie Glasfaser und Polyester zur Verfügung gestellt werden konnten, wurde der Typ „WLP“ entwickelt, der gleiche Jollenkreuzer mit Rumpf und Deck aus GUP (glasfaserverstärktes ungesättigtes Polyesterharz), Kajüte und Ausbau aber noch aus Mahagoni. Einige Jahre später wurde dieser Typ durch ein Vollpolyester-Boot ersetzt – durch den „Backdecker“. Dabei blieb der Rumpf unverändert, allerdings wurde der Kajütaufbau nun ins Deck integriert. Das Ergebnis: unverändert gute Segeleigenschaften, pflegeleichtes, importfreies Material und obendrein eine Kapazität von vier Schlafplätzen anstelle von vorher zwei, auch die Innenhöhe der Kajüte wurde von 1,25 Meter auf 1,55 Meter vergrößert – ein beträchtlicher Raumgewinn. In Holz wäre die Backdeckvariante gar nicht machbar gewesen. Dieses Beispiel auch als Antwort auf Ihre Frage nach dem gestalterischen Spielraum des Werkstoffes Plast. Und übrigens auch als ein Exempel dafür, wie sich neue Generationen Schritt für Schritt entwickeln.
form+zweck: Neue Technologien, serienmäßige Herstellung gehen also nicht zu Lasten von Komfortabilität?
ERNST: Grundsätzlich graduiere ich, was den Komfortanspruch betrifft, nicht zwischen Einzelanfertigung und Serienentwurf. Jedes Boot soll den seiner Größe entsprechenden höchstmöglichen Komfort haben. Man darf ja Komfort nicht mit Luxus gleichsetzen . . .
form+zweck: Was ist also an dem kleinen „Rügen“-Boot komfortabel im Vergleich zu anderen seiner Klasse?
ERNST: Man kann auf dieser Jolle bequem sitzen, auf dem Vorderdeck liegen und sich sonnen, und ihre Fahreigenschaften sind optimal. Sie hat ja ihren Namen nicht allein daher, weil sie auf Rügen gebaut wird, sondern weil sie eben besonders geeignet ist, auf den oft unruhigen Rügenschen Gewässern eingesetzt zu werden. Das Boot ist recht seetüchtig, es hält stärkere Wellenbewegungen aus und spritzt kaum – anders als beispielsweise die Eikplast-Jolle. Sie ist auf den Binnengewässern das komfortablere Fahrzeug, weil sie schneller segelt, schneller „anspringt“, für die unterschiedlichen Windbedingungen besser geeignet ist. Auf dem Greifswalder Bodden von einer Gewitterböe überrascht, ist die „Rügen“-Jolle das sicherere Boot. Das Foto hier belegt das recht anschaulich: dieses Boot ist auch bei dem ziemlich lebhaften Wind gut zu halten. Eine Eikplast-Jolle würde hier schon ziemlich naß segeln, und die Gefahr bestünde eher, mit dem Boot „baden zu gehen“.
Sicherheitsaspekte sind für mich das wesentliche Kriterium für Komfort. So gehören auch die Auftriebsvorkehrungen der „Rügen“ dazu. Wenn ich mit ihr kentere, ist sie selbst in vollgeschlagenem Zustand noch schwimmfähig und neigt nicht dazu, sich kieloben zu drehen. Man kann sich auch in dieser Situation noch längere Zeit über Wasser halten und auf Hilfe warten. Die Eikplast-Jolle wiederum kann man, im Gegensatz zur „Rügen“, nach dem Kentern aus eigener Kraft aufrichten und leersegeln – aber kaum auf dem bewegten Rügenschen Bodden. Die potentiellen Einsatzgebiete der Boote sind also wesentliche Kriterien für die Komfort-Konzeption – und sie sollten auch ganz wesentlich den Käufer bei der Entscheidung für dieses oder jenes Boot motivieren.
form+zweck: In buchstäblich anderen Dimensionen zeigt sich die von Ihnen praktizierte Zusammenführung von Nutzerfreundlichkeit und Sicherheit beim großen Motor-Segelkreuzer. Was strebten Sie beispielsweise bei Ihrer „Vilm II“ an?
ERNST: Lassen Sie mich hier nur einige Prinzipien der Innengestaltung nennen. Helligkeit der Innenräume, Wohnlichkeit, gute Polsterausstattung gehen einher mit sicherheitsbedingtem ausreichenden Einsatz von Griffleisten und der absoluten Vermeidung von Ecken und Kanten im gesamten Bootsbereich. Der Platz für den Navigator zum Beispiel ist so gestaltet, daß der Mann bei hohem Seegang fest sitzt und die sichere Bedienbarkeit der Geräte garantiert ist. Was die Koje seegängiger Boote betrifft, so zeichnet sich bei ihr Konvertibilität übrigens gerade dadurch aus, daß sie relativ schmal ist, um auf ihr bei Seegang sicher, „fest“ im wahrsten Sinne des Wortes, schlafen zu können.
form+zweck: Die „Rügen“ – und die „Eikplast“-Jolle, „Backdecker“ und „Vilm“ als für die Serie entworfene Bootstypen – wo liegen hier für den Gestalter – bei von Standards diktierten Prämissen – die Grenzen und die Möglichkeiten einer eigenen gestalterischen Handschrift?
ERNST: Eine Handschrift ist unverkennbar, ganz gleich, was man schreibt. Natürlich muß ich in ein Boot Normteile, vorhandene Ausrüstungen einbauen. An einigen Stellen wird also die Handschrift sozusagen durch Druckbuchstaben ergänzt. Aber man sollte seine Handschrift nicht verleugnen. Eher würde ich auf einen Auftrag als auf meine Handschrift verzichten. Der prozentuale Anteil von Konstruktion und Gestaltung ist bei verschiedenen Erzeugnissen differenziert. Aus meinem Ein-Mann-Konstruktionsbüro kommen Ruder-, Segel- und Motorsportboote, Motorsegler und Gebrauchsboote, wie Fischereifahrzeuge, Fähren, Strommeisterboote, Kontrollboote, Vermessungsboote, Bereisungs-, Rettungs- und Fahrgastboote. Insgesamt habe ich 110 Grundtypen mit verschiedenen Varianten entwickelt. Aber wenn ich einen Steven zeichne oder einen Kajütaufbau und lege ihn dem Auftraggeber oder Bekannten vor, dann sagt man halt: Das ist wieder deine Handschrift. Ich kann sie schlecht selber charakterisieren. Sie „steckt“ im Schiffskörper, mehr natürlich über Wasser als unter Wasser, wo hydrodynamische und andere technische Gesetzmäßigkeiten das Diktat ausüben.
Die Gesichter meiner Boote sind einander recht ähnlich, glaube ich, aber hier eben mehr aus ästhetischen als aus technischen Gründen: Vorschiffslinien, Verlauf des Decksprungs, Proportionen zwischen Aufbau und Bootskörper. Die Farbgestaltung ist für mich von großer Wichtigkeit – hier muß man seit der Einführung von Plast und Stahl auch ein paar optische Tricks anwenden: Auf der einen Seite gewährt das Boot nunmehr größeren Komfort hinsichtlich Stehhöhe, andererseits soll es dennoch von außen möglichst elegant und flach aussehen… Hier ist also manchmal auch „Schönschrift“ vonnöten.
Grundsätzlich bin ich bestrebt, die von mir entwickelten Grundtypen so anzulegen, daß sie viel funktional bestimmten gestalterischen Spielraum gewähren. Ich möchte das am Beispiel der drei Ausbautypen des 10,6m Motorkreuzers „Senzig“ demonstrieren, die 1981-1985 entworfen wurden:
„Senzig — SLA“
Vorderkajütboot mit Achterkajüte in herkömmlicher Raumaufteilung separate Vorschiffskojen; Kajüte mit L-Sofa und Liegesofa; Pantry; Schrank; WC-Raum; Mittelcockpit mit Klappverdeck, Steuermannsbank und achterer Sitzgelegenheit; Achterkajüte mit zwei Kojen
„Senzig-Sedan “
geschlossenes Mittelkajütboot mit achterem freien Cockpit separate Vorderkajüte mit Schrank und Schlafkojen (Stehhöhe); WC-Raum ; Schlupfkojen für zwei Personen unter dem Steuerstand; großer Decksalon mit durchlaufender Fußbodenebene bis zum Spiegelheck; im Decksalon vorn: steuerbord Steuermannsbank mit Ruderpult, backbord Pantry, anschließend L-Sofa und Liegesofa mit Tisch; der Innenraum wird nach achtern mit Glastüren verschlossen; große zu öffnende Luke im Dach
„Senzig-Flydeck“
Kajütboot mit offenem Cockpit auf der Kajüte (Flydeck)
Schönwetterboot, bei dem sich alle Mitfahrenden in freier Luft bewegen können. Diese Flächen werden bei Schlechtwetter mit Klappverdecken geschlossen.
Im Vorschiff separater Schlafraum mit Kojen und Schränken; Innensalon mit L-Sofa, Liegesofa und Tisch; im achteren Teil der Kajüte Pantry und WC-Raum; im Achterschiff großes offenes Cockpit
Der standardisierte Körper dieses Bootes ermöglicht drei völlig unterschiedliche Ausbauprinzipien, die wiederum in jeweils zwei Varianten abwandlungsfähig sind: Das erste Prinzip ist das eines normalen Kajütbootes, das zweite verkörpert einen geschlossenen Aufbau und das dritte einen Flydeck-Aufbau. Jede dieser Versionen bietet andere funktionale Vor- und Nachteile, je nachdem, ob ich als Nutzer eine „schwimmende Wohnung“, ein großzügiges Sonnendeck oder einen Kompromiß zwischen beidem bevorzuge. Ich bekenne mich zu diesem offenen Prinzip von Konstruktion und Gestaltung, weil es zu seiner Rationalität, seiner Funktionalität und seiner ästhetischen Variabilität keine vernünftige schöpferische Alternative gibt.
Das Interview führte Günter Höhne – 1986
Anmerkung: Die Bilder entsprechen nicht der ursprünglichen Veröffentlichung.
Diese wurden aus technischen Gründen hier aus dem Bestand von Klassik-Boote eingefügt.
wir stellen fest, dass immer wieder an uns Anfragen herangetragen werden, ob wir jemanden vermitteln können, die Ihnen in Sachen Reparatur, Instandsetzung, Restauration und Wartungsarbeiten an Ihrem Boot oder Bootstechnik unterstützen können. Deshalb haben wir uns für das Vorhalten eines Verzeichnis von Dienstleister entschieden. Wir sind der Auffassung, dass Klassik-Boote die ideale Plattform für Sie als Interessent und Sie als möglicher Dienstleister ist, um auf diesem Weg gezielt Hilfe zu erhalten bzw. anzubieten.
Unser Dienstleistungs-Verzeichnis umfasst Themen wie:
Bootspflege: Dazu gehört die gründliche Reinigung und Pflege sämtlicher Oberflächen Ihres Bootes, um es in einem makellosen und ansprechenden Zustand zu halten. Hier finden Sie Dienstleister, die sicherstellen, dass Ihr Boot stets glänzt und optimal in Schuss ist.
Instandsetzung von Booten: Hier bieten Ihnen Handwerker und Werften umfassende Unterstützung bei der Behebung von Schäden und der Wiederherstellung der Funktionalität Ihres Bootes. Egal, ob es sich um strukturelle Schäden oder technische Probleme handelt, die hier gelisteten Firmen sind bestens ausgestattet, um diese Herausforderungen zu bewältigen.
Reparaturen aller Art: Egal, ob es sich um mechanische oder elektrische Probleme handelt, auch hier finden Sie spezialisierte, die darauf trainiert und ausgebildet sind, alle Arten von Reparaturen effizient und professionell durchzuführen. Von der Motorreparatur bis zu elektrischen Systemen – alles wird abgedeckt.
Anstriche und Lackierarbeiten: Um die Ästhetik und Langlebigkeit Ihres Bootes zu gewährleisten, bieten Lackierwerkstätten oder einzelne Personen professionelle Lackierdienste an, die sowohl Schutz als auch Schönheit bieten. Ein frischer Anstrich kann nicht nur das Aussehen Ihres Bootes verbessern, sondern auch seine Lebensdauer erheblich verlängern.
Sanierung und Pflege des Unterwasserschiffs: Eine regelmäßige Inspektion und Pflege des Unterwasserschiffs ist entscheidend für die Sicherheit und die Leistung Ihres Bootes. Auch hier gibt es Spezialisten die Sie dabei unterstützen können, Ihr Boot in bestem Zustand zu halten, damit Sie unbesorgt auf dem Wasser unterwegs sein können.
Instandhaltung und Pflege der Motorenanlage: Eine gut gewartete Motoranlage ist für die Sicherheit und die Leistung Ihres Bootes unerlässlich. Sie finden in unserer Liste qualifizierte Dienstleister, die Ihnen umfassende Wartungsdienste anbieten, um sicherzustellen, dass Ihr Motor stets optimal funktioniert und Sie keine unangenehmen Überraschungen erleben.
Sicherer Transport Ihres Bootes: Wenn Sie Ihr Boot transportieren müssen, gewährleisten Transportunternehmen dafür, dass dies sicher und effizient erfolgt. Hier werden sich erfahrene Transportdienstleister vorstellen, die über das nötige Know-how verfügen, um Ihr Boot sicher zu bewegen.
Anbieter von Liege- oder Hallenplätzen: Auch hierbei kann Ihnen geholfen werden, geeignete Liegeplätze oder Hallenplätze für Ihr Boot zu finden, damit Sie es stets in einem geschützten und sicheren Umfeld aufbewahren können. Dies ist besonders wichtig, um Ihr Boot vor extremen Witterungseinflüssen Sommer wie Winter zu schützen.
Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, gezielt nach Ersatzteilen oder Handwerkern zu suchen, die Ihnen bei der Instandhaltung und Pflege Ihres Bootes helfen können. Wenn es darum geht, Schäden zu regulieren oder wenn Sie Unterstützung von einer Versicherung oder einem Gutachter benötigen, sind Sie ebenfalls bei uns an der richtigen Adresse. Unsere Plattform ist darauf ausgelegt, dass Sie für möglichst jede Situation die benötigte Unterstützung durch einen Anbieter in der Liste zu finden.
Wir möchten betonen, dass wir keine Empfehlungen aussprechen oder Aufträge vermitteln. Unsere Plattform dient lediglich als nützliche Verbindung zwischen Anbietern und Suchenden. Wir glauben fest daran, dass eine transparente Kommunikation zwischen beiden Parteien zu den besten Ergebnissen führt und alle Beteiligten zufriedenstellt.
Für Anbieter:
Wenn Sie sich in unserem Verzeichnis präsentieren möchten, würden wir uns sehr freuen, von Ihnen zu hören. Bitte senden Sie uns Ihre Firmendaten sowie Informationen über den Ansprechpartner. Darüber hinaus benötigen wir eine Einstufung in einer der Angebotsgruppen sowie Ihr Portfolio.
Unser Ziel ist es, sowohl Dienstleister als auch Bootsbesitzer zusammenzubringen, um eine effiziente und effektive Lösung für alle Bootspflege- und Reparaturbedürfnisse zu finden.
Die Welt der Klassik-Boote – hier können Sie in eine faszinierende Vergangenheit eintauchen, in der Handwerkskunst und Tradition eine zentrale Rolle spielten. Entdecken Sie die Schönheit und Eleganz traditioneller Bootstypen, lernen Sie von Experten, wie man diese Schätze der Vergangenheit erhält und wieder zum Leben erweckt. Tauchen Sie ein in die Welt der Motorentechnik, erfahren Sie mehr über die Besonderheiten historischer Antriebe und lassen Sie sich von den Geschichten begeistern, die diese Boote erzählen.
Ob Sie ein erfahrener Bootsbesitzer sind oder gerade erst Ihre Leidenschaft für Klassik-Boote entdeckt haben – auf Klassik-Boote finden Sie eine Gemeinschaft, die Ihnen mit offenem Ohr und hilfreichen Tipps zur Seite steht. Lassen Sie sich von der Faszination der Vergangenheit inspirieren und entdecken Sie die Welt einer immer währenden Faszination für die schwimmenden Klassiker mit ihrem reizvollen Charme!
Die Vielfalt der Bootstypen
Klassik-Boote umfasst eine beeindruckende Palette an traditionellen Bootstypen, die jeweils ihre ganz eigene Geschichte und Charakteristik aufweisen. Von eleganten Segelyachten über Ruderboote bis hin zu schnittigen Motor- und Rennbooten – auf unserer Plattform finden Sie eine Fülle an Informationen zu den verschiedensten Bootstypen.
Segelyachten
Segelyachten zählen zu den Klassikern unter den Booten und haben eine lange Tradition. Ihre elegante Silhouette, die kunstvoll geschwungenen Rümpfe und die majestätisch wehenden Segel üben eine unwiderstehliche Faszination aus. Viele dieser Boote wurden in Handarbeit gefertigt und spiegeln das Können und die Leidenschaft ihrer Erbauer wider. Ob historische Regattaboote oder luxuriöse Yachten aus vergangenen Zeiten – jedes Segelboot hat seine ganz eigene Geschichte zu erzählen.
Ruderboote
Ein wesentlicher Aspekt der Faszination für den Rudersport sind die eleganten, schlanken Bootskörper, die im Laufe der letzten 170 Jahre immer weiterentwickelt wurden. Die Rennboote zeichnen sich durch eine aerodynamische und hydrodynamische Form aus, die ihnen eine hohe Geschwindigkeit verleiht. Viele Ruderer schwärmen von der Ästhetik und Anmut dieser Boote. Sie gleiten fast geräuschlos über das Wasser und vermitteln den Eindruck von Leichtigkeit und Grazie. Für viele Enthusiasten sind die Boote selbst schon Kunstwerke, die es zu bewundern und zu pflegen gilt. Für andere dient das Rudern in der Freizeit als idealer Ausgleich zum Alltag. Das konzentrierte Ziehen der Ruder, die Bewegung an der frischen Luft und das Gleiten über das Wasser wirken wie Meditation.
Motorboote
Neben den eleganten Segelbooten und den Ruderbooten finden Sie auf Klassik-Boote auch eine Vielzahl an historischen Motorbooten. Von schnittigen Rennbooten bis hin zu luxuriösen Cruisern – diese Boote verkörpern den Geist ihrer Zeit und faszinieren mit ihrer einzigartigen Optik und Technik. Viele dieser Motorboote wurden in Handarbeit gefertigt und spiegeln das Können und die Kreativität ihrer Erbauer wider. Entdecken Sie die Faszination klassischer Motorboote und tauchen Sie ein in ihre faszinierende Geschichte.
Restaurierung und Instandhaltung
Klassik-Boote sind nicht nur Objekte der Bewunderung, sondern auch Objekte der Pflege und Erhaltung. Ob es um die Restaurierung eines historischen Segelbootes oder die Instandhaltung eines alten Fischerbootes geht – auf unserer Plattform finden Sie eine Fülle an Informationen und Tipps, die Ihnen dabei helfen, Ihre Bootsschätze zu bewahren.
Restaurierung
Die Restaurierung eines klassischen Bootes erfordert viel Sorgfalt, Geduld und Fachwissen. Von der Rumpfreparatur über die Überholung der Innenausstattung bis hin zur Neulackierung – jeder Schritt muss mit großer Präzision und Liebe zum Detail ausgeführt werden. Auf Klassik-Boote teilen erfahrene Restauratoren ihr Wissen und ihre Techniken, um Ihnen den Weg zur Rettung Ihres Bootsjuwels zu ebnen. Lassen Sie sich von ihren Erfolgsgeschichten inspirieren und entdecken Sie die Freude am Erhalt historischer Bootsschätze.
Instandhaltung
Aber nicht nur die Restaurierung, auch die regelmäßige Instandhaltung ist entscheidend, um den Wert und die Funktionalität Ihres Klassik-Bootes zu erhalten. Ob es um die Wartung der Motoren, die Pflege des Holzwerks oder die Überprüfung der Sicherheitsausrüstung geht – auf Klassik-Boote finden Sie wertvolle Tipps und Anleitungen von Experten, die Ihnen helfen, Ihr Boot in Topform zu halten. Erfahren Sie, wie Sie Schäden frühzeitig erkennen und gezielt vorbeugen können, um Ihre Investition in die Zukunft zu sichern.
Motorentechnik und Antriebe
Neben der Restaurierung und Instandhaltung des Bootsrumpfes ist auch die Technik unter der Haube ein wichtiges Thema für Klassik-Boote-Enthusiasten. Historische Motoren und Antriebe haben ihre ganz eigenen Besonderheiten, die es zu verstehen und zu pflegen gilt.
Historische Motoren
Von Zweitaktmotoren über Dieselmotoren bis hin zu Dampfantrieben – die Welt der historischen Bootsantriebe ist faszinierend und vielfältig. Auf Klassik-Boote erfahren Sie alles Wissenswerte über die Technik, Wartung und Reparatur dieser besonderen Motoren. Lassen Sie sich von Experten in die Geheimnisse historischer Antriebe einweihen und entdecken Sie die Faszination der Motorentechnik vergangener Zeiten.
Moderne Antriebe
Doch nicht nur historische Motoren haben ihren Platz auf Klassik-Boote. Auch der Einsatz moderner, umweltfreundlicher Antriebe wie Elektromotoren oder Hybridantriebe wird zunehmend interessant für Besitzer von Klassik-Booten. Erfahren Sie, wie Sie Ihr Boot mit innovativer Technik ausstatten können, ohne den Charakter des Klassikers zu verlieren. Lassen Sie sich von den Möglichkeiten begeistern und entdecken Sie, wie Sie Tradition und Moderne in Einklang bringen können.
Veranstaltungen und Treffen
Klassik-Boote ist nicht nur eine Informationsplattform, sondern auch ein Ort der Begegnung und des Austauschs für Bootsliebhaber. Über unser Forum können Sie Veranstaltungen und Treffen organisieren, bei denen Sie Gleichgesinnte treffen, neue Kontakte knüpfen und gemeinsam Ihre Leidenschaft für Klassik-Boote feiern können.
Bootstreffen
Ob es um die Präsentation historischer Boote, gemeinsame Ausfahrten oder gesellige Abende geht – auf Ihren organisierten Bootstreffen können Sie sich mit anderen Enthusiasten austauschen, Erfahrungen teilen und neue Inspirationen schöpfen. Entdecken Sie die Vielfalt an Bootstypen, lernen Sie von erfahrenen Besitzern und genießen Sie die Gemeinschaft von Gleichgesinnten.
Fazit
Klassik-Boote ist weit mehr als nur eine Webseite- es ist eine lebendige Gemeinschaft von Enthusiasten und Liebhabern, die ihre Leidenschaft für traditionelle Boote teilen. Ob Sie sich für die Restaurierung historischer Segelyachten, die Instandhaltung von historischen Ruderbooten oder die Technik klassischer Motorboote interessieren – auf unserer Plattform finden Sie ein vielfältiges Angebot an Informationen, Tipps und Austausch-Möglichkeiten.
Entdecken Sie die Faszination der Vergangenheit, tauchen Sie ein in die Welt der Bootsgeschichte und lernen Sie von Experten, wie Sie Ihre Bootsjuwele erhalten und wieder zum Leben erwecken können. Knüpfen Sie neue Kontakte, tauschen Sie sich mit Gleichgesinnten aus und feiern Sie gemeinsam Ihre Leidenschaft für Klassik-Boote.
Lassen Sie sich von der Magie traditioneller Bootsbaukunst verzaubern und werden Sie Teil unserer Gemeinschaft. Klassik-Boote – Ihre Plattform für alles rund um historische Boote!
Fritz I. Hellwig in der Plicht vom 1. Traum – Riss Theodor Ernst
Fritz I. („I.“ steht für „der Erste“) Hellwig, der erste Sohn von Ferdinand Hellwig, wurde am 15.04.1904 geboren. Fritz I. erlernte das Bootsbauhandwerk und baute zunächst in einem Schuppen geklinkerte Paddelboote. Da das Geschäft sehr gut anlief, kaufte er 1931 das Nachbargrundstück seines Vaters im Grünen Weg 55 in Senzig. Fritz I. baute auf diesem Grundstück eine Marina mit Boots-Liegeplätze und einem Bootshaus. In der oberen Etage des Bootshauses „Wassersportheim Krüpelsee“ baute er Wochenendzimmer aus, die fortan vermietet wurden.
Hinter dem Bootshaus entstand 1937 eine Halle für den Bootsbau, in der Fritz I. anfangs geklinkerte Paddel- und Ruder-Boote sowie Angelkähne baute. Zunehmend wurden auch Achter- und Vorderkajütboote, sowie Jollenkreuzer gebaut. Einige der Boote wurden von Theodor Ernst konstruiert.
1. Traum Stahl – Kasko Hansa Werft – Ausbau Hellwig Krüpelsee – Riss Theo Ernst – li. Fritz I. Hellwig
1. Traum Stahl – Kasko Hansa Werft – Ausbau Hellwig Krüpelsee – Riss Theo Ernst
1. Traum Stahl – Kasko Hansa Werft – Ausbau Hellwig Krüpelsee – Riss Theo Ernst 04
2. Traum Stahl – Kasko Hansa Werft – Ausbau Hellwig Krüpelsee – Riss Theo Ernst – Küche achtern
2. Traum Kasko Hansa Werft – Ausbau Hellwig Krüpelsee – Riss Mafred Ernst 01
2. Traum Holz – Gebaut Hellwig Krüpelsee – Riss Manfred Ernst
2. Traum Holz – Gebaut Hellwig Krüpelsee – Riss Manfred Ernst. – li. Theo Ernst, re. Franz Szott
Am 08.11.1938 ist Günter Hellwig geboren, der nach seiner regulären Schulzeit bei seinem Vater von 1953 bis 1956 in die Bootsbaulehre ging und seine Gesellenprüfung ablegte. Fritz I. besuchte die Meisterschule und bestand im Juni 1955 seine Meisterprüfung. Fünf Jahre später, am 17.12.1960 bestand Günter Hellwig seine Meisterprüfung. Im Prüfungsausschuss saßen Albert Ludwig und Wilhelm Görrissen, Prüfungsvorsitzender war Helmholtz. Das Meisterstück war ein von Manfred Ernst konstruiertes Vorderkajütboot.
Meisterstück Günter Hellwig – Konstrukteur Manfred Ernst – läuft gut
Meisterstück Günter Hellwig – Konstrukteur Manfred Ernst – hohe Handwerkskunst
Meisterstück Fritz I. Hellwig – Konstrukteur Theodor Ernst
Die hohe Fertigungsqualität der Hellwig’s sprach sich herum und so kam es, dass von dieser Zeit an die überwiegende Arbeit im Ausbau von Stahl-Motoryachten lag. Diese Schiffe, zum größten Teil von Manfred Ernst konstruiert, waren für den Export bestimmt. Es handelte sich um die Typen Traum, Nordsee, Seestern und Senzig in verschiedenen Untertypen (Sedan, etc.). Die Aufträge wurden bis kurz nach der Wende durchgeführt.
Bootswerft Hellwig am Krüpelsee – Auszeichnungen
Für diese Arbeiten erhielt der Betrieb in den 1960zigern jährlich eine Auszeichnung der Handwerkskammer. In dieser Phase waren bei Fritz I. Hellwig drei Angestellte, sein Sohn Günter und zwei weitere Mitarbeiter. Im Schnitt sind drei Boote pro Jahr ausgebaut worden. Zwischendurch bauten sie immer wieder kleinere Holzboote, so zum Beispiel der T4 TL (die lange Variante), der in Mahagoni Leistenbau mit geklinkerten Rumpf gefertigt wurde. Sperrholzvarianten wurden bei Hellwigs nicht hergestellt.
Der Auftraggeber für die Ausbauten war der Außenhandel (union). Die Stahlrümpfe fertigte Anfangs die Hansa Werft (Wolfgang Geppard), später die Stahlwerft Lehmann in Leibchel. Im nächsten Arbeitsgang baute, abhängig der Motorisierung, eine Motorenschlosserfirma auf dem Werftgelände den Motor und das Getriebe in den Stahlrumpf ein. Je nach Größe und Witterung wurde nach diesen Fertigungsschritten das Boot auf dem Wasser- oder Landweg in die Werft von Hellwigs transportiert. In der Werft wurde sodann das Schiff ausausgebaut. Als erstes erfolgten die Spachtelarbeiten, dann sukzessive die Holzarbeiten. Die Elektroarbeiten übernahm eine weitere Firma, die auf der Werft von Hellwigs ihre Arbeit durchführten. Der Motorenschlosser erledigte die Restarbeiten, die an Motor oder Getriebe notwendig waren. Die Fenster wurden in Auftrag gegeben. Anfangs baute die Franz-Werft in Niederlehme die Fenster, später die Firma Will. Die als Fertigteile gelieferten Fenster bauten wiederum Hellwigs ein. Nach den Abschlussarbeiten wurden die Boote bei Hellwigs gewassert, was eine schweißtreibende Arbeit war und Probegefahren. Eventuelle Nacharbeiten oder Kundenänderungen wurden durchgeführt und nach Abnahme wurden die Schiffe zum Osthafen überführt. Hierfür war immer ein Passierschein notwendig, da es sich um Sperrgebiet handelte. Im Osthafen wurden die Schiffe gekrant, auf einem Waggon verladen und in die Bestimmungsländer überführt. Überwiegend gingen die Schiffe nach Frankreich, Holland, Ostblockstaaten und die BRD.
Nordsee SLA – Kasko Hansa Werft – Ausbau Hellwig Krüpelsee – Konstrukteur Manfred Ernst
T4 L – Hellwig Krüpelsee – Konstrukteur Manfred Ernst
Nordsee Sedan S – Kasko Lehmann Leibchel – Ausbau Hellwig Krüpelsee – Konstrukteur Manfred Ernst
Ein T4 (TL4) in der langen Version, der zunächst für Manfred Ernst als Prototyp gebaut wurde. Die Boote von Manfred und Theodor Ernst nannten sich überwiegend „Ralle“.
TL4 Ralle – Kasko Hansa Werft – Ausbau Hellwig Krüpelsee – Konstrukteur Manfred Ernst 04
TL4 Ralle – Kasko Hansa Werft – Ausbau Hellwig Krüpelsee – Konstrukteur Manfred Ernst 03
TL4 Ralle – Kasko Hansa Werft – Ausbau Hellwig Krüpelsee – Konstrukteur Manfred Ernst 02
TL4 Ralle – Kasko Hansa Werft – Ausbau Hellwig Krüpelsee – Konstrukteur Manfred Ernst 01
Fritz I. Hellwig verstarb 1970 und sein Sohn Günter übernahm die Werft. Nach 1972 wurden bei Hellwig keine Exportboote mehr gebaut. Der Grund war, dass der Staat die Devisen für die Zukaufartikel (Import) wie Motoren, Edelstahl, etc. nicht mehr aufbringen wollte (konnte). Ab diesem Zeitpunkt bauten die großen Exportboote nur noch die Franz Werft in Niederlehme, die Yachtwerft Berlin und kurze Zeit die PGH Müggelspree. Ab diesem Zeitpunkt baute Günter Hellwig nur noch für private Kunden, überwiegend Selbstständige. Sein Betrieb verarbeitete grundsätzlich nur Holz, GFK-Boote stellte die Werft nie her. Einzig beschichteten sie Deck und teilweise den Rumpf mit Epoxid.
Günter Hellwig erfüllte sich auch einen eigenen Traum eines Bootes, welches er sich von Manfred Ernst in enger Abstimmung hat zeichnen lassen. Hierbei ist ein sehr schönes Kajütboot entstanden. Dank seines enormen handwerklichen Geschicks ist das Boot etwas ganz besonderes, welches auch sehr gut läuft. Hier hat Günter wirklich alles aus seiner bisherigen Erfahrung einbringen können. Jede noch so kleine Nische im Boot ist durch Ablagefächer ausgenutzt. Schaut es Euch einfach hier an:
Nereus – Riss Manfred Ernst – gebaut Günter Hellwig – 01
Nereus – Riss Manfred Ernst – gebaut Günter Hellwig – 02
Nereus – Riss Manfred Ernst – gebaut Günter Hellwig – 03
Nereus – Riss Manfred Ernst – gebaut Günter Hellwig – 03
Nereus – Riss Manfred Ernst – gebaut Günter Hellwig – 05
Nereus – Riss Manfred Ernst – gebaut Günter Hellwig – 07
Nereus – Riss Manfred Ernst – gebaut Günter Hellwig – 08
Nereus – Riss Manfred Ernst – gebaut Günter Hellwig – 09 lief richtig gut
Nereus – Riss Manfred Ernst – gebaut Günter Hellwig – Taufe
Für etliche Jahre arbeitete auch Günter Maier bei Günter Hellwig, den er bei Franz „abgeworben“ hatte. Günter Hellwig berichtet von Günter Maier nur Positives. So schätze er seine handwerklichen Fähigkeiten und die Zusammenarbeit zwischen ihnen war stets von großem Vertrauen. Ein weiterer Mitarbeiter, ein ausgezeichneter Tischler, war Ekkardt Dehling, der das damalige Team komplettierte. Um 1968 herum absolvierte auch Karl-Heinz Kuhlke seine Lehre bei Hellwigs.
Der Sohn von Günter Hellwig, Andreas, lernte ab 1982 bei seinem Vater den Bootsbauberuf und bestand 1984 seine Gesellenprüfung. Andreas arbeitete noch bis 1997 bei seinem Vater als Geselle.
1990 wurde die Marina ausgebaut und modernisiert, doch bereits drei Jahre später wurde der Bootsbaubetrieb eingestellt. Günter Hellwig investierte noch in sehr viele Ausbauten der Halle und die Werkstatt ist in einem top sauberen Zustand. Heute werden nur noch sporadisch Reparaturen und Überholungsarbeiten ausgeführt.
Werkstatt von Yacht- und Bootswerft Fritz I. Hellwig
Blick vom Wasser auf das Werftgelände am Krüpelsee
Berlin im Mai 2008 (dp)
Wir danken Günter Hellwig und Günter Maier für Ihre Geduld und Unterstützung, die uns die wichtigen Informationen und Bilder zur Verfügung stellten und Sie sich jeweils die Zeit für unser Anliegen genommen haben. Wir haben uns bei Ihnen sehr wohl gefühlt und die stets freundliche und lockere Atmosphäre genossen.
Lieber Günter Hellwig – In Gedanken bei Dir….
Günter bleibt uns in Erinnerung – hier auf seinem Boot Nereus (Meeresgott)
Mit Bestürzung haben wir erfahren, dass Günter Hellwig am 26.07.2024 verstorben ist. Viel zu früh für einen wunderbaren Menschen, den wir sehr geschätzt haben. Er war immer offen und wir konnten alles Fragen, er hat immer eine Antwort gehabt. Er wird uns sehr fehlen, aber stets in Erinnerung bleiben. Das Lebenswerk der Hellwigs am Krüpelsee wird über diese Plattform ein würdiges Bestehen in unseren Köpfen behalten.
Die Biographie wird zu einem späteren Zeitpunkt vervollständigt.